Julia Stephan

Senior Food Redakteurin bei Kitchen Stories

Was denkst du – woher stammt das älteste Nudelrezept? Wer jetzt an Italien denkt, liegt falsch, denn es stammt aus China und ist mehr als 4000 Jahre alt. Die große Liebe zu Nudeln teilen jedoch beide – während die Italiener von Spaghetti, Linguine, Orecchiette und Pappardelle schwärmen, landen in den Ländern Asiens Sobanudeln, Reisnudeln, Udonnudeln und Ramen auf dem Tisch.

Sie haben einiges gemeinsam und doch große Unterschiede: asiatische Nudeln werden oft ebenfalls aus Weizenmehl, Salz und Wasser hergestellt, allerdings bestehen einige der beliebtesten Nudelsorten zum Beispiel aus Reismehl, Mungobohnenstärke oder Algen. Der Nudelteig wird auch nicht geformt, sondern gezogen, wodurch asiatische Nudeln elastischer sind eine andere Konsistenz als italienische Pasta haben.

Das ist nur einer der Gründe, warum es nicht die beste Idee ist, Spaghetti gegen Reisnudeln auszutauschen, wenn du das nächste Mal eine Bolognese kochst. Ein weiterer ist: Es gibt unzählige, köstliche Rezepte mit asiatischen Nudeln, die du unbedingt ausprobieren solltest. Tauche ein in die Welt von Ramen, Reisnudeln & Co.: Wir stellen dir 7 asiatische Nudeln vor – inklusive unserer liebsten Rezepte mit ihnen!

Reisnudeln

Reisnudeln stammen ursprünglich aus China, haben sich aber über den ganzen Kontinent verbreitet, wo sich traditionelle Reisnudel-Rezepten in unterschiedlichen Küchen entwickelt haben. Die asiatischen Nudeln werden hauptsächlich aus Reismehl hergestellt, enthalten teilweise aber zusätzliche Tapioka- oder Maisstärke. Das macht Reisnudeln, wenn nicht anders auf der Packung angegeben, zu einer sehr guten Wahl für glutenfreie Nudeln. Du kannst sie getrocknet oder frisch kaufen.

Reisnudeln gibt es in unterschiedlichen Breiten – von 1-mm dünnen bis zu 10-mm dickeren Reisnudeln. Bei der Zubereitung (und das gilt im Prinzip für alle asiatischen Nudeln dieses Artikels) solltest du dich immer an die Packungsanweisung halten, da sich die Garzeiten abhängig von der Dicke, Breite und Zutaten der Nudeln unterscheiden. Reisnudeln werden häufig mit heißem Wasser übergossen und weichen für ein paar Minuten ein, sie können aber teilweise auch gekocht werden. Anders als Glasnudeln (zu denen wir später noch kommen) behalten sie nach dem Kochen ihre matt-weiße Farbe. Durch ihren neutralen Eigengeschmack nehmen sie die Aromen der Soßen, mit denen du sie servierst, besonders gut auf.

In Indonesien werden sie zum Beispiel für Mihun Goreng verwendet, eine Abwandlung von Bami Goreng, das mit Reis serviert wird. In China werden Reisnudeln am liebsten gebraten – wie wäre es zum Beispiel mit einem Stir-Fry mit Hackfleisch.

In Thailand sind Reisnudel-Suppen besonders beliebt, zum Beispiel auf Kokosmilch-Basis mit viel Gemüse oder als eine Art Hühner-Nudelsuppe mit Geflügelfond, Hähnchen und Enoki-Pilzen.

In Vietnam unterscheidet man Bun (dünne Reisnudeln) von Pho (breiten Reisnudeln). Letztere hast du wahrscheinlich schon in Form der bekannten Reisnudelsuppe mit Rinderbrühe gegessen. Mit unserem Rezept kannst du sie auch zu Hause nachkochen.

Pho (Reisnudelsuppe mit Rindfleisch)

Pho (Reisnudelsuppe mit Rindfleisch)

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Auch Pad Thai kennst du bestimmt schon. Das thailändische Gericht mit Reisnudeln, Rindfleisch, Tofu, Frühlingszwiebeln, Eiern ist in nur 20 Minuten zubereitet – perfekt für ein schnelles Abendessen unter der Woche.

Klassisches Pad Thai

Klassisches Pad Thai

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Asiatische Nudeln – Ramen

Die Weizennudeln Ramen stammen zwar ursprünglich aus China, werden heutzutage aber stärker mit Japan verbunden, wo sie früher als Arme-Leute-Essen galten. Mittlerweile hat sich das deutlich geändert, allein in Japan gibt es über 20.000 Ramen-Bars – und die ganze Welt liebt sie.

Ramen leitet sich vom chinesische Wort „lāmiàn“ ab, das frei übersetzt für "handgezogene Nudeln" steht. Sie werden aus Weizenmehl, Eiern, Salz und Kansui hergestellt. Letzteres ist ein Salzlaugenwasser, das den asiatischen Nudeln ihren charakteristischen Geschmack und die gelbliche Farbe verleiht.

Auch Ramennudeln sind schnell zubereitet und müssen nur wenige Minuten in köchelndem Wasser garen. Serviert in einer aromatischen Brühe mit Schweine- oder Hühnchenfleisch, Frühlingszwiebeln, Ei, Sojasprossen und Shichimi Togarashi, einer japanischen Gewürzmischung, ist Ramen eines der beliebtesten japanischen Wohlfühlessen. Statt beim nächsten Mal zur Instant-Variante zu greifen, versuche es doch lieber mit unsem Rezept für einfache Ramen.

Einfache Ramen (japanische Nudelsuppe mit Hähnchen)

Einfache Ramen (japanische Nudelsuppe mit Hähnchen)

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Vegetarische Ramen zum Wohlfühlen

Vegetarische Ramen zum Wohlfühlen

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Udonnudeln

Die dicken Udonnudeln werden aus Weizenmehl, Salz und Wasser zubereitet. Auch sie stammen ursprünglich aus China, werden aber mittlerweile vor allem in Korea und Japan gegessen – in Suppen oder gebraten.

Udonnudeln haben eine charakteristische leicht klebrige und bissfeste Konsistenz. Es gibt sie vorgekocht, getrocknet und sogar gefroren zu kaufen – die Zubereitung varriert dementsprechend. Vorgekochte Nudeln müssen nur wenige Minuten in heißem Wasser ziehen, bevor sie weiterverwendet werden. Wenn du eine Suppe mit ihnen kochst, gib sie einfach direkt in die Brühe. Durch ihren neutralen Geschmack kombinierst du diese asiatischen Nudeln am besten mit kräftigen Aromen, die sie hervorragend aufnehmen.

Probiere Udonnudeln doch mal im japanischen Eintopfgericht Sukiyaki. In eienr kräftigen Brühe, aromatisiert durch Sojasauce, Sake und Mirin schwimmen sie neben Gemüse, Tofu, und Rindfleisch – ein wunderbares Abendessen!

Sukiyaki (Japanisches Eintopfgericht)

Sukiyaki (Japanisches Eintopfgericht)

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Die "feinen" asiatischen Nudeln – Somennudeln

Die feinen, langen Somen sind weiße Weizennudeln und stammen aus der japanischen Küche. Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten asiatischen Nudeln werden sie im Sommer gern kalt gegessen, zum Beispiel mit Ingwer, Frühlingszwiebeln und einer Soße namens Tsuyu zum Eintunken. Durch ihren süßlichen Eigengeschmack werden sie gern auch als Nachspeise in Kombination mit Kokosmilch und frischem Obst zubereitet.

Gegart werden sie nur wenige Minuten in heißem, aber nicht kochenden Wasser. Gerade am Anfang solltest du sie in Bewegung halten, damit die dünnen Fadennudeln nicht aneinander kleben.

Sobanudeln

Sobanudeln sind ebenfalls in der japanischen Küche beheimatet und bestehen hauptsächlich aus Buchweizenmehl, was ihnen die typische leicht bräunliche Farbe sowie den unverwechselbaren leicht nussigen Eigengeschmack gibt. Allerdings enthalten manche von ihnen auch Weizenmehl, so dass du immer die Packung lesen solltest, wenn du auf der Suche nach glutenfreien Optionen bist. Die sehr langen Sobanudeln symbolisieren ein langes Leben und werden daher gern in bedeutsamen Phasen des Lebens gegessen. Ein bekanntes Gericht ist beispielsweise Toshikoshi Soba, das traditionell als letztes Gericht des Jahres gegessen werden soll, damit das nächste Jahr finanzielles Glück bringt.

Diese asiatischen Nudeln können ebenfalls heiß in Suppen serviert werden, viel öfter isst man sie aber kalt in Salaten oder mit einer Soße zum Eintunken. Das Gericht Zaru Soba besteht beispielsweise aus kalten Sobanudeln und der Soße Mentsuyu, die unter anderem aus Sojasauce, Kombu, Bonitoflocken, Sake und Mirin hergestellt wird. Oder probiere Sobanudeln in einem unserer Rezepte mit gebratenem Gemüse oder in einer scharfen Erdnusssoße.

Sobanudeln mit Tofu in Miso-Marinade und Gemüse

Sobanudeln mit Tofu in Miso-Marinade und Gemüse

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Scharfe Erdnuss-Sobanudeln mit 5 Zutaten

Scharfe Erdnuss-Sobanudeln mit 5 Zutaten

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Neben Sobanudeln gibt es übrigens noch mehr asiatische Nudeln, die teilweise oder komplett mit Buchweizenmehl hergestellt werden, zum Beispiel die koreanischen Naengmyeon.

Asiatische "Eiernudeln" – Mie-Nudeln

Die bekannten chinesischen Mie-Nudeln werden aus Weizenmehl, Wasser und Salz hergestellt. Teilweise enthalten sie auch Eier und werden dann oft bei uns als chinesische Eiernudeln verkauft. Es gibt sie getrocknet in einer Art Blockform oder vorgekocht in der Instant-Variante.

Zur Zubereitung kochen sie oft nur wenige Minuten in köchelndem Wasser – auch hier solltest du dich an die Packungsanleitung halten, um die genaue Zeit einzuhalten. Sobald sie vorgekocht sind, können sie gebraten werden oder landen als Suppeneinlage in Nudelsuppen.

Falls du dich beim Kauf wunderst, warum es Lo Mein und Chow Mein zu kaufen gibt – hier ist der Unterschied zwischen ihnen: Lo Mein bedeutet in etwa „geschwenkte Nudeln“. Sie nehmen Soßen besonders gut auf und kochen etwas kürzer. Chow Mein bedeutet „gebratene Nudeln“; sie kochen etwas länger und behalten eine bissfestere Konsistenz auch nach dem Braten.

Egal ob du diese asiatischen Nudeln mit Schweinefleisch oder Gemüse kombinieren möchtest: Gebratene Mie-Nudeln sind ein einfaches, variables Gericht für ein schnelles Mittag- oder Abendessen.

Gebratene Nudeln nach chinesischer Art

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Gebratene Nudeln mit Schweinefilet

Gebratene Nudeln mit Schweinefilet

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Glasnudeln

Die zarten Glasnudeln werden häufig aus Mungobohnenstärke gemacht, es gibt sie aber auch aus Tapioka- oder Süßkartoffelstärke. Die langen, dünnen asiatischen Nudeln findet man in der Regel getrocknet zu kleinen Bündeln zusammengelegt. Da sie so zart sind, müssen sie nur mit heißem Wasser übergossen werden und ziehen darin wenige Minuten, bis sie fast durchsichtig werden (daher auch ihr Name). Wer die Glasnudeln nicht direkt weiterverwendet, sollte sie mit etwas Öl beträufeln, damit sie nicht aneinanderkleben.

Durch ihren neutralen Eigengeschmack nehmen Glasnudeln die Aromen von Soßen wunderbar auf. Am bekanntesten ist wohl die Zubereitung zu Glasnudelsalat, aber auch als Füllung für Sommerrollen machen sie eine hervorragende Figur und lassen sich sogar frittieren.

Du hast die Qual der Wahl – welcher Glasnudelsalat darf es denn sein?

Chinesischer Glasnudelsalat

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Einfacher Glasnudelsalat

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Thai Nudelsalat mit Rinderstreifen

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