Ruby Goss

Food Editor bei Kitchen Stories

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Im November geht es um Wohlfühlessen!  Man braucht nicht viel dazu zu sagen, und doch bedeutet es für jede*n etwas anderes. Wir erforschen die Rezepte, die uns immer begleiten, und laden dich ein, dasselbe zu tun. Schau hier nach unseren neuesten Rezepten und Artikeln, und vergiss nicht, uns auf Instagram zu folgen, für noch mehr exklusive Inhalte.

Im Englischen gibt es die Redewendung “As easy as pie!”, also “So einfach wie Pie!”. Das bedeutet sowas wie “kinderleicht”, aber um ehrlich zu sein, bringt mich der Ursprung dieses Ausdrucks immer zum Grübeln… Es fühlt sich zwar so wunderbar wohlig an, einen frisch gebackenen Pie anzuschneiden, aber ich kenne mehr als nur eine Person, die regelrecht Bammel davor hat, einen Pie zu backen. Und fast immer fokussiert sich diese Angst auf den Teig.

Eine der besten Köchinnen, die ich kenne, meine Mutter, wagt sich grundsätzlich nicht an diese Art von Teig heran. Tatsächlich delegiert sie diese Aufgabe immer an mich. Wahrscheinlich war das dann auch mein Glück: Ich habe so jung damit angefangen, dass ich noch keinen Teigstress kannte, und so sprang ich unbekümmert und voller Anfängerglück ins kalte Wasser. Über die Jahre hinweg haben Übung und Anleitung (wie hier durch Lisa Kvan, deren Masterclass ich niemals vergessen werde) meine Technik verbessert und nun will ich ein paar einfache Methoden, wie du zu Hause Pie backen kannst, mit dir teilen, egal, wie viel Erfahrung du damit schon gesammelt hast. Ein wohlig warmer, frisch gebackener Pie ist hiermit wirklich “so einfach wie Pie”.

Der Pie-Teig: Wie du die besten Teige im Laden finden oder deinen eigenen selbermachen kannst

Für eine allgemeine Erklärung zu allen möglichen Teigsorten empfehle ich dir diesen detaillierten Guide von Lisa.

Fertiger Teig aus dem Laden: Wonach suche ich?

Nichts macht die Zubereitung von Pie einfacher als ein paar Rollen fertigen Teiges zu Hause zu haben, die du schnell entrollen und in ein köstliches Gericht verwandeln kannst. Es gibt keinen Grund sich zu schämen, wenn man nicht alle Bestandteile des Rezepts von Grund auf zubereitet! Blätterteig ist ein Alleskönner, den du für herzhafte und süße Füllungen verwenden kannst, aber auch der etwas weniger krümelige Mürbeteig schmeckt herzhaft und süß wunderbar.

Ein weiterer Vorteil von Teigen aus dem Supermarkt liegt darin, dass sie meistens schon dünn ausgerollt sind und darum nicht blind gebacken werden müssen (mehr dazu weiter unten). So kannst du deinen Pie super schnell zusammensetzen und in den Ofen schieben.

Allerdings ist es wichtig, beim Einkaufen darauf zu achten, dass dein Teig mit qualitativ hochwertigen Zutaten hergestellt wurde. Viele Teige, die man fertig kaufen kann, werden mit pflanzlichem Öl hergestellt (eine großartige Wahl, wenn dein Pie vegan sein soll!), aber für den klassischen, buttrigen Geschmack achte ich beim Einkaufen immer darauf, dass er auch mit Butter hergestellt wurde.

Der einfachste Pie, den du überhaupt machen kannst: Pie vom Blech

Zur Feier der Abkürzungen versuche es doch mal mit Devans neuem Rezept für diesen wahnsinnig einfachen Pie vom Blech, der alle dazu gebracht hat, sich in der Testküche vor dem Ofen zu versammeln, um die Quelle dieses köstlichen Dufts zu finden. Weil er auf einem Blech zubereitet wird, brauchst du für dieses Rezept nicht mal eine Pie-geeignete Backform.

Einfacher Blechkuchen mit gemischten Beeren

Einfacher Blechkuchen mit gemischten Beeren

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Teig selber machen: Ein paar sichere Geling-Tipps

Es ist aber natürlich auch unheimlich befriedigend, Teig von Grund auf selbst zu machen. Für mürben, köstlichen Teig ist es unverzichtbar, die Temperatur im Blick zu haben.

Arbeite immer mit kalter, kalter, richtig kalter Butter direkt aus dem Kühlschrank! Das Ziel ist es, die Butter in den Teig einzuarbeiten, im Prinzip so, dass überall im Teig kleine Butterflöckchen zu finden sind. Schmelzen soll die Butter dabei aber nicht. So wirst du den blättrigsten, mürbsten Teig erhalten. Du kannst sogar alle Zutaten in den Kühlschrank stellen und etwas herunterkühlen bevor du loslegst. Einige professionelle Köch*innen stellen ihr Mehl dafür sogar ins Gefrierfach. Da im Mehl praktisch kein Wasser enthalten ist, wird es dabei nicht einfrieren, sondern einfach nur sehr kalt werden.

Alternativ kannst du, wenn du einen hast, sogar deinen Zerkleinerer verwenden, um Mehl und Butter zuerst zu einer sandigen Mischung zu mixen. Dann fügst du einfach noch ein bisschen Eiswasser hinzu, sodass du einen wunderschönen Teig erhältst, ohne die Butter mit deinen Händen aufzuwärmen. Sobald du deinen Teig zusammen geknetet oder gemixt hast, stellst du ihn einfach in den Kühlschrank, um ihn nochmal gut abkühlen zu lassen. Dadurch wird der Teig die Struktur der Butter besser behalten, wenn du ihn ausrollst. Überspringe diesen Schritt nicht. Das gilt übrigens auch für Teigstücke, die du für die Dekoration zur Seite legst (weiter unten mehr dazu): Wenn der Teig richtig kalt ist, wird er seine Form besser behalten und einfacher zu verarbeiten sein.

Rolle den Teig großzügig aus! Da der Teig sich beim Backen etwas zusammenzieht ist es wichtig, ein bisschen mehr einzuplanen und den Teig groß auszurollen. Der Teig, der über die Form hängt, kann einfach abgeschnitten werden, aber sei auch dabei großzügig, um das Schrumpfen auszugleichen.

Benutze ein Nudelholz oder Backpapier, um den Teig ohne Unfälle in die Form zu bekommen. Am besten hebst du den Teig nicht ohne Hilfsmittel hoch, dabei ist das Risiko, Löcher in den Teig zu reißen, einfach zu groß. Rolle den Teig lieber direkt auf dem Backpapier aus. Dann kannst du ihn in deine Form hineinstürzen und das Backpapier wieder abziehen. Tadaa! Das ist übrigens auch die Technik, die Hanna in ihrem neuen Rezept für gedeckten Apfelkuchen verwendet – denn gedeckter Apfelkuchen ist im Prinzip ebenfalls ein Pie! Eine weitere Option ist es, den Teig auf ein Nudelholz zu rollen und ihn dann direkt in der Backform wieder abzurollen.

Versuch’s mit Hannas neuem Rezept für gedeckten Apfelkuchen

Gedeckter Apfelkuchen

Gedeckter Apfelkuchen

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Matschige Teigkruste mit Blindbacken vermeiden

Hattest du auch schonmal eine Pie-Kruste, die irgendwie eher matschig als buttrig, knusprig und mürbe war? Je nachdem wie dick dein Teig ist, ist es wichtig, ihn vorher blind zu backen. Das bedeutet, dass du den ungebackenen Teig mit Backpapier auslegst, dann mit Blindbackkugeln oder getrockneten Bohnen füllst und ihn dann kurz anbäckst, bevor die richtige Füllung in den Teig hineinkommt. Normalerweise steht dieser Schritt aber im Rezept, wenn es notwendig ist.

Unsere Rezepte und Küchentipps für hausgemachten Teig

Diese anleitenden Videos enthalten einfache Grundrezepte für verschiedene Teige. Außerdem findest du in diesem Video zahlreiche Tipps für den ultimativen, buttrigen, knusprigen Blätterteig und ein paar Ideen, wie du mit Kräutern etwas mehr Geschmack in deinen Teig bringen kannst.

Schneller Blätterteig

Schneller Blätterteig

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Grundrezept Pie-Teig

Grundrezept Pie-Teig

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Einfache Dekorationen für hübsche Pies

1. Einfache Gitter-Pie-Kruste

2. Gewellte Pie-Kruste

3. Pie-Kruste mit Blattmuster

4. Geriffelte Pie-Kruste

Das Beste zum Schluss: unsere liebsten süßen und herzhaften Füllungen für Pie

Jetzt ist Zeit für die Entscheidung: Süß oder herzhaft? Egal, was du machen willst, wir haben viel Inspiration von schokoladigen Pekannuss-Pies bis hin zum klassischen britischen Pie mit Rindfleisch und Schwarzbier, in dieser Liste findest du alles.
Welchen Pie magst du am liebsten? Welchen willst du unbedingt ausprobieren? Erzähle es uns in den Kommentaren und zögere nicht, jede Frage zu stellen, die du noch zum Pie-Backen hast!

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