Ruby

Ruby

Redakteurin bei Kitchen Stories

Es gibt wohl wenige Dinge, die für einen geübten Hobbykoch eine größere Herausforderung darstellen, als das harmlos klingende Wort – Dinnerparty!

Dabei zählen die falsche Kalkulation der Essensmengen, eine zu anspruchsvolle Menüauswahl, die Koordination von Gästen und dem Essen, das auf dem Herd vor sich hin köchelt, zu den häufigsten Ängsten. Nicht zu vergessen ist auch der Fakt, dass die Kochkünste des Gastgebers im Laufe des Abends dann doch meistens von interessanten Gesprächsthemen überschattet werden.

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Ich lade fast jede Woche Freunde zum Essen in meine Wohnung ein. Mein Tipp: Bereite einfach ein leckeres Abendessen zu und lasse es nicht zu einer aufwendigen Dinnerparty ausarten. Natürlich kann auch das mal stressig werden: Häufig rühre ich noch mit einer Hand im Topf und begrüße mit der anderen meine Gäste – aber wenn sich alle satt und zufrieden auf den Weg nach Hause machen, weiß ich, dass sich meine Mühe gelohnt hat.

Freunde zu einem gemütlichen Abendessen einzuladen, sollte nicht nur auf die großen Feiertage und Anlässe reduziert werden. Ich bin sogar der Meinung, dass die Zeit der ausgefallenen Dinnerpartys mit Einladungskarten, Häppchen und Namensschildern längst nicht mehr im Trend sind. „Ich lade meine Freunde zum gemütlichen Abendessen ein“ – das klingt doch deutlich schöner und suggeriert eine herzliche Einladung. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Ganze ein Zuckerschlecken wird.

Um Nigella Lawson zu zitieren, deren erstes Buch How to eat von einer unbequemen Dinnerparty inspiriert ist, bei der der Gastgeber in Tränen ausbrach, weil das sorgfältig geplante Menü schief ging: "Du gibst den Leuten das Gefühl, in deinem Haus willkommen zu sein; du machst keine Show daraus." – Der Kerngedanke, für sich und seine Gäste zu kochen und einen stressfreien und gemütlichen Abend miteinander zu verbringen, anstatt eine inszenierte Show zu präsentieren, gefällt uns!

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Ob es nun ein nettes Abendessen unter der Woche ist, doch eher in einem festlichen Rahmen stattfindet oder eine größere Runde am Wochenende geplant ist – es gibt viele Möglichkeiten, um deine Gäste zu unterhalten. Wir präsentieren dir die ultimativen Dinner-Regeln, die nur dafür da sind, um gebrochen zu werden, sowie Menüvorschläge für verschiedene Essensgewohnheiten, Zeiten und Anlässe. Auf geht´s – Essen, Trinken, Spaß haben!

Die Dos und Don´ts

1. Bei Ankunft deiner Gäste solltest du nicht mehr am Herd stehen!

Dieser Tipp klang auch für mich schon immer etwas unrealistisch. Kochen braucht seine Zeit und es gibt immer etwas zu tun. Aber vergiss nicht: Du versuchst nicht, einen Restaurantbesuch zu imitieren. Egal, ob du nun in weiser Voraussicht kalte Vorspeisen, die leicht vorzubereiten sind, ausgewählt hast oder eben nicht – du wirst so oder so während des Abends Zeit in der Küche verbringen müssen.

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Falls du vorhast, eine besonders große Gruppe einzuladen, kann ein grober Zeitplan zur Koordination sehr hilfreich sein. Dabei sollten die aufwendigen Schritte am besten auf den vorherigen Tag oder den Morgen gelegt werden. Kleine Feinheiten können dann zum Ende hin noch ausgebessert werden. Solltest du nur ein paar Freunde zu Besuch haben, freuen sie sich bestimmt darüber, zusammen mit dir in der Küche einen kleinen Aperitif einzunehmen und dir ein wenig über die Schulter zu gucken.

2. Vorbereitung ist das A und O

Natürlich gibt es Zutaten und Komponenten, die frisch zubereitet und serviert werden müssen, wie beispielsweise Gemüsebeilagen, die den richtigen Garpunkt brauchen. Es lohnt sich allerdings, Salatzutaten im Vorhinein bereits zu waschen, abzutrocknen und - außer sie neigen wie beispielsweise Äpfel zum Verfärben - bereits kleinzuschneiden. Bis zum Anrichten kannst du sie mit angefeuchtetem Küchenpapier abdecken und im Kühlschrank lagern. Auch die Salatsoße kannst du vorbereiten und im einen Schraubglas bis zum Servieren aufbewahren.

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Es klingt vielleicht selbstverständlich, aber versuche, nach dem Erscheinen deiner Gäste so wenig wie möglich Verbessern, Nachwürzen und Abschmecken zu wollen. Wir zeigen dir im Folgenden einige unserer Rezeptvorschläge!

3. Jeder Gast sollte etwas mitbringen

Du kannst es uns glauben oder nicht, aber kein Gast taucht gerne mit leeren Händen beim Gastgeber auf. Aber: Solltest du nicht geplant haben, ein Buffet planen, zu dem jeder etwas mitbringt, kann es schnell passieren, dass du mit zwei Camembert, mehren Tupperdosen mit Hummus und vier Tüten Chips dastehst. Natürlich ist dagegen nichts einzuwenden, aber es geht auch anders.

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Einer der wertvollsten Tipps für Dinnerpartys, die ich je gehört habe, ist: Aufgaben verteilen! Ja, das mag dem einen oder anderen – auch mir, nicht besonders leichtfallen, aber das Mitbringen einer Flasche Sekt, von etwas Baguette oder eben eines Camemberts, ist praktisch und erspart dir Arbeit.

4. Ein 3-Gänge-Menü ist Pflicht

Ein solcher Ablauf wird dich den Großteil des Abends an den Ofen fesseln. Deshalb bin ich ein großer Fan von gemischten Vorspeisen, die in mehreren Schüsseln auf dem Tisch verteilt und im Laufe des Abends durch die passenden Bestandteile des Hauptgerichts ergänzt werden. So passt zum Beispiel der marinierte Feta, der bei Ankunft der Gäste bereitsteht, hervorragend zum folgenden Endiviensalat. Dieser wiederum ergänzt das gegrillte Hähnchen der Hauptspeise. So kannst du ganz einfach die Hauptspeise nach und nach zu den Vorspeisen auf dem Tisch integrieren. Ein Tisch voller leckerer Gerichte erleichtert dir nicht nur den Ablauf deiner Dinnerparty, sondern regt auch neben dem Herumreichen der Schüsseln Gespräche an. Zusätzlich ist bei der Vielzahl an Gerichten für jedermann etwas Passendes dabei.

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Denke auch immer daran, wie du selbst gerne isst und kochst – schließlich bist du der Gastgeber und dein Stil soll zum Vorschein kommen. Ich konzentriere mich daher am liebsten auf die Vorspeisen und Hauptgerichte und verzichte auf ein üppiges Dessert. Wer sagt etwas gegen ein Stück qualitativ hochwertiger Schokolade zum Nachtisch? Auch ein leckerer Digestif zum krönenden Schluss kann nicht schaden – bisher hat sich zumindest noch niemand beschwert.

5. Kein Brot zum Sattessen

Jeder Gast liebt jedoch einen vollgedeckten Tisch mit Snacks und Fingerfood. Oliven, verschiedene Sorten Käse, ein leckerer Dip, Cracker oder ein paar Scheiben gutes Brot sind nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten. Die kleinen Appetithappen sind der perfekte Start in einen schönen Abend, beschäftigen die Gäste zu Beginn und ergänzen den ersten Drink!

6. Je exquisiter, desto besser!

Eine Zeit lang war ich großer Fan von Zitronentarte mit Baiserhaube – sie sind mir fast immer gelungen - also betrachtete ich mich als Profi! Da ich allerdings hohe Ansprüche an mich hatte, habe ich fast jedes Mal etwas am Rezept geändert. Als nun einer dieser berühmten Dinnerpartys anstand, wusste ich nicht mehr, welche Methode die beste war und es endete in einem klebrigen Baiser-Desaster.

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Wenn du zu den Menschen gehörst, die nichts so schnell aus der Fassung bringt, dann traue dich etwas! Wichtig ist es, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen – und Übung macht bekanntlich den Meister. Ich verspreche dir, dass ein dir bekanntes Rezept, das du bereits mehrfach gekocht hast, der richtige Weg ist! Es gibt nichts Schlimmeres, als außerhalb seiner Komfortzone zu versagen und mit den eigenen Bemühungen nicht zufrieden zu sein. Vergiss nicht, dass meistens die ganz simplen Gerichte die Lieblinge der Gäste sind!

7. Du brauchst ausreichend Geschirr & Besteck

Mein Motto: Je mehr Gewirbel und Bewegung, desto entspannter und erfolgreicher der Abend. Anstatt eine große prunkvolle Tafel zu decken, bevorzuge ich die etwas interaktivere Variante. Teller werden neben den Willkommenssnacks platziert, Gläser werden um die Weinflaschen verteilt, und das Besteck kann sich jeder Gast selbst aus einem Glas nehmen.

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Fehlende Tische und Stühle? Ich habe bereits Picknicks auf dem Fußboden in der Wohnung meiner Schwester veranstaltet und meine Freunde aus einer Auflaufform Tiramisu am Wohnzimmertisch essen lassen, als ich weder genug Teller, noch Stühle hatte. Nicht perfekt, aber es macht Spaß! Solange es genug Essen gibt, wird sich mit Sicherheit niemand beschweren.

8. Der Wein muss fließen

Eine der bekanntesten Regeln: „Lasse keinen deiner Gäste auf dem Trockenen sitzen!“. Auch, wenn das stimmen mag, sollten es nicht immer alkoholische Getränke sein. Unabdingbar ist, ausreichend Wasser (am besten aus wiederbefüllbaren Glasflaschen) zur Verfügung zu stellen. Neben den klassischen alkoholischen Getränken ist eine Auswahl an innovativen nicht-alkoholischen Varianten die Aufgabe eines jeden guten Gastgebers.

9. Der Gast ist König

Ja, das stimmt, aber etwas Hilfe hat noch nie jemandem geschadet und lockert sogar so mache angespannte Situation auf. Solltest du beispielsweise nicht der Experte im Tranchieren sein, ist es vielleicht einer deiner Freunde, und bist du gerade mit den warmen Beilagen beschäftigt, kann sich in der Zwischenzeit jemand um den Salat kümmern. Bestimmt gibt es unter deinen Gästen auch einen guten Barkeeper, der die Gäste mit Drinks versorgt, während du in der Küche für den Feinschliff des Desserts sorgst.

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10. Spiele gehören nicht an den Esstisch

Blödsinn! Viele der Abende haben mit einem mittlerweile sehr bekannten Spiel geendet – Activity! Einige werden die “professionelle Variante“ bestimmt kennen. Für die, die es nicht kennen: Jeder schreibt ein wahlloses Wort auf ein kleines Stück Papier - von Trüffelsalami bis Skischuhe, Ron Weasley bis Existenzialismus – faltet es und wirft es in eine Schüssel. Jetzt brauchst du eine Stopuhr: Der Topf wird reihum weitergegeben, jeder zieht nacheinander einen Begriff und hat 30 Sekunden Zeit diesen zu beschreiben. Wer die meisten errät, hat die erste Runde gewonnen! In der zweiten Runden werden die Begriffe allerdings pantomimisch dargestellt und in der letzten Runden darf das Wort nur mit einem anderen assoziierbaren Wort beschrieben werden.

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Am besten spielt man dieses Spiel nach dem Essen und Themen aus interessanten Konversationen des Abends können in die Wörter mit einfließen. Für kleinere Gruppen gibt es noch eine Vielzahl anderer Spiele, zum Beispiel: Wer bin ich?

Das perfekte Menü planen

Solltest du als alleiniger Gastgeber deine Gäste bekochen und gleichzeitig unterhalten müssen, reduziere deine Zeit in der Küche auf ein Minimum und wähle gut vorzubereitende Gerichte.

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Deine Checkliste

1. Überprüfe deine Utensilien: Wie viele Leute kannst du bekochen? Solltest du etwas mitbringen lassen?

2. Wer steht auf der Gästeliste: Wer kommt? Gibt es Besonderheiten im Essverhalten oder Allergien? Gibt es Gäste, die keinen Alkohol trinken, sich vegan oder vegetarisch ernähren, kein Gluten oder Milchprodukte vertragen?

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3. Kreiere ein ausgeglichenes Menü: Vermeide, Zutaten in den verschiedenen Gerichten zu wiederholen und kombiniere ein paar herzhafte Rezepte mit ein paar leichten Gerichten, die nicht so schwer im Magen liegen.

4. Checke deinen Getränkevorrat: Falls du keine Cocktails anbieten möchtest, leite den Abend mit etwas Spritzigem ein und plane dafür ca. 1-2 Flaschen ein. Ein ungefährer Richtwert liegt bei einer Flasche Wein pro Person. Das hört sich zwar eher nach garantierten Kopfschmerzen an, aber lieber etwas mehr auf Vorrat haben, als zu wenig, um zu vermeiden, mitten in der Nacht den nächstliegenden Spätkauf ausfindig machen zu müssen.

5. Orientiere dich an einem groben Zeitplan: Einen Tag, bevor du mit dem Kochen beginnst oder spätestens am Morgen der Dinnerparty hilft ein grober Zeitplan dabei, für das Einkaufen, Kochen und Aufräumen bestimmte Zeiten festzusetzen. Zu wissen, was wann an dem Tag an für Arbeit ansteht, wird dein Stresslevel senken.

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Menüvorschläge für 4 verschiedene Anlässe

Lass dich von unseren Vorschlägen inspirieren und kombiniere die verschiedenen Rezepte so miteinander, dass es deinen Geschmack – und den deiner Gäste, trifft.

Menü für ein Abendessen mit Freunden unter der Woche:

Zeit ist für ein Abendessen unter der Woche ausschlaggebend: Serviere Kleinigkeiten und Fingerfood als Vorspeise, um Zeit zu sparen und komme direkt zum Highlight – der Hauptspeise!

Pasta mit Salsiccia, Fenchel und Erbsen

Pasta mit Salsiccia, Fenchel und Erbsen

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Fenchel-Orangen-Salat mit Burrata

Fenchel-Orangen-Salat mit Burrata

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Erdnussbutterkekse mit 3 Zutaten

Erdnussbutterkekse mit 3 Zutaten

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Menüvorschläge für Kurzentschlossene:

Eine Kombination aus bekannten Zutaten, die zu einem beeindruckenden Menü zusammengestellt werden können – wenn die Zeit knapp ist!

Kichererbsen-Pfannkuchen mit 5 Zutaten

Kichererbsen-Pfannkuchen mit 5 Zutaten

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Geschmortes Hähnchen und Radicchio mit 5 Zutaten

Geschmortes Hähnchen und Radicchio mit 5 Zutaten

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Kalabresischer Walnusskuchen mit 3 Zutaten

Kalabresischer Walnusskuchen mit 3 Zutaten

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Das vegetarische Menü (ebenfalls für Veganer geeignet):

Eine Kombination, die allen gefällt!

Röst-Blumenkohl mit Joghurtdip

Röst-Blumenkohl mit Joghurtdip

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Vegane Lasagne mit Spinat und Pilzen

Vegane Lasagne mit Spinat und Pilzen

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Tomatensalat mit Basilikum-Vinaigrette

Tomatensalat mit Basilikum-Vinaigrette

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Schokokuchen mit Süßkartoffel-Schokoladen-Creme

Schokokuchen mit Süßkartoffel-Schokoladen-Creme

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Das Menü zum Teilen:

Statt aufwendigen Gängen werden mehrere kleine Gerichte zusammen serviert.

Focaccia mit Zwiebeln

Focaccia mit Zwiebeln

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Zucchini-Parmesan-Puffer mit Frischkäse-Dip

Zucchini-Parmesan-Puffer mit Frischkäse-Dip

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Radicchio-Salat mit karamellisierten Birnen und Blauschimmelkäse

Radicchio-Salat mit karamellisierten Birnen und Blauschimmelkäse

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Geschmorter Schweinenacken auf Brot mit Haselnuss-Gremolata

Geschmorter Schweinenacken auf Brot mit Haselnuss-Gremolata

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Das Sonntagsmenü: Planbare Gerichte für einen entspannten Zeitplan.

Ricotta-Kirsch-Toasts

Ricotta-Kirsch-Toasts

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Rollbraten vom gefüllten Schweinebauch mit Cranberrysauce

Rollbraten vom gefüllten Schweinebauch mit Cranberrysauce

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Cremiges Knoblauch-Kartoffelpüree

Cremiges Knoblauch-Kartoffelpüree

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Marinierte grüne Bohnen mit Bohnenkraut und Zwiebeln

Marinierte grüne Bohnen mit Bohnenkraut und Zwiebeln

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No Bake Honig-Zitronen-Tarte

No Bake Honig-Zitronen-Tarte

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Unsere Lieblingsdrinks:

Die Bar ist eröffnet!

Elderflower Gin Tonic

Elderflower Gin Tonic

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Wermut Tonic

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Aperol Betty

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Himbeer-Eistee-Sour mit Rosmarin

Himbeer-Eistee-Sour mit Rosmarin

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Was sind deine Dos und Don´ts für ein stressfreies Abendessen mit Freunden? Lass‘ es uns in den Kommentaren wissen!

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