Julia

Redakteurin

Oft sind die einfachen Dinge im Leben auch die besten – das gilt genau so beim Kochen. Wer mit nur wenig Zutaten und geringem Aufwand ein sättigendes, vielseitiges und leckeres Gericht auf den Tisch bringt, hat definitiv ein anerkennendes Klopfen auf die Schulter verdient. Wenn ich selbst keine Zeit für ein aufwändiges Abendessen habe, gibt es eine Reihe an Rezepten, auf die ich mich dabei immer verlassen kann – eines davon ist Ofengemüse.

Obwohl ich Backofengemüse in unterschiedlichen Varianten das ganze Jahr über esse, schmeckt es im Herbst mit all seinem frischen Gemüse der Saison besonders gut und landet mindestens einmal pro Woche auf meinem Teller. Kein Wunder, schließlich isst man selten eine so große Portion Gemüse auf einmal und kann das Gericht mit unterschiedlichen Gewürzen und Toppings so vielseitig verändern, dass es nie langweilig wird. Wer sein Gemüse zudem nicht in Öl ertränkt, kocht ein Abend- oder Mittagessen mit wenig Kalorien, das dennoch lange satt macht.

Doch obwohl man für Backofengemüse schon fast kein Rezept benötigt, gibt es ein paar Tricks, mit denen es besonders lecker wird und die man immer beachten sollte. Los geht’s – in fünf Schritten zum perfekten Ofengemüse.

Schritt 1: Das Gemüse

Ofengemüse ist nicht nur leicht und schnell gemacht, sondern kann auch mit jeglichen Gemüsesorten zubereitet werden – du kannst dich entweder auf eine einzelne Sorte konzentrieren oder ein buntes Blech mit mehreren Gemüsesorten in den Backofen schieben. Du wirst nicht glauben, was leicht karamellisierte Röstaromen mit Gemüsesorten machen, die du normalerweise nicht gern isst. Ich bin beispielsweise kein großer Fan von Rosenkohl, aber wenn er geröstet aus dem Backofen kommt, könnte ich ein ganzes Blech davon verdrücken.

Ein Klassiker sind natürlich Ofenkartoffeln, die nicht mehr als ein bisschen Rosmarin, Salz, Pfeffer, Knoblauch und gutes Olivenöl benötigen. Die Wahl der Kartoffeln ist deinem Geschmack überlassen: Wenn du knusprige Kartoffeln mit leichtem Biss magst, nimmst du vorwiegend festkochende Kartoffeln, wenn du die Kombination aus weichem Kern und krossem Mantel magst, greif lieber zu mehlig kochenden Kartoffeln.

Hausgemachte Rosmarinkartoffeln

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Gebackene Artischocken sind ein italienischer Klassiker, den du unbedingt probieren solltest. In Kombination mit einer guten Portion Knoblauch, Chiliflocken und Oregano bekommen sie einen kräftigen Geschmack, der einen tollen Kontrast zum sonst zarten Artischockenfleisch bildet. Keine Sorge, wenn du dich bisher nicht an die Zubereitung von frischen Artischocken getraut hast – dieses Rezept ist wirklich kinderleicht!

Gebackene Artischocken nach italienischer Art

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Mit diesem Rezept für einen deftigen Röst-Blumenkohl im Ganzen konnte ich schon einige „Blumenkohl-Hasser“ überzeugen. Der frische Joghurt-Dip mit Kräutern, Mandelmus und Zitrone sorgt für eine harmonische Balance zur würzigen Marinade des Blumenkohls. Und wenn du noch nie gebackene Radieschen probieren konntest, hast du wirklich etwas verpasst.

Schritt 2: Wie macht man Ofengemüse?

Die grundsätzliche Zubereitung von Gemüse aus dem Ofen ist unglaublich leicht und gelingt jedem. Das Gemüse wird klein geschnitten und entweder direkt auf dem Backblech oder vorab in einer Schüssel mit Öl beträufelt und ganz nach Geschmack gewürzt. Auf dem Backblech geht es dann bei ca. 200°C in den Backofen – die Garzeit variiert nach Gemüsesorte und Dicke der Stückchen. Während des Backens kannst du das Gemüse ein- oder zweimal „wenden“, damit es von alle Seiten gleichmäßig bräunt und knusprig wird.

Ofengemüse mit Senfsoße

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Hier sind ein paar Tipps, die für den kleinen, aber feinen Unterschied sorgen:

- Nimm nicht zu viel Öl! Du solltest immer nur so viel Öl verwenden, um das Gemüse rundum damit einreiben zu können -mit den Händen geht das Wenden übrigens viel einfacher und schneller als mit einem Löffel oder Gummispatel. Das Gemüse sollte niemals im Öl schwimmen! Durchschnittlich reichen 2 EL pro Backblech vollkommen aus.

- Das passende Backblech: Für Ofengemüse eignen sich flache Backbleche, denn der hohe Rand eines tiefen Backblechs fängt den entweichenden Wasserdampf des Gemüses auf. Genau dieser sorgt jedoch dafür, dass dein Gemüse dämpft statt zu rösten und somit nicht knusprig wird. Je nachdem wie gut beschichtet dein Backblech ist, reicht es in der Regel vollkommen aus, das Gemüse direkt ohne Backpapier oder Aluminiumfolie aufs Blech zu legen. Natürlich sorgt diese Unterlage jedoch dafür, dass du später schneller und einfacher sauber machen kannst.

- Die richtige Einstellung: Ofengemüse wird knuspriger, wenn du den Backofen auf Umluft eingestellt hast, denn dann bläst die heiße Luft dem austretenden Wasserdampf entgegen und das Gemüse bräunt gleichmäßiger und schneller.

- Gib deinem Gemüse Platz: Statt einen Berg Gemüse auf ein Backblech zu geben, solltest du lieber mehrere Backbleche verwenden. Jedes Gemüse sollte Kontakt zum Backblech haben und nicht zu eng zum restlichen Gemüse liegen. Zu viel Nähe sorgt dafür, dass der Wasserdampf am benachbarten Gemüse hängen bleibt – dadurch dämpfst du das Gemüse statt es zu backen und es wird nicht knusprig.

- Wie lange ist Ofengemüse haltbar? Am besten schmeckt Ofengemüse natürlich frisch, aber ich liebe es, mir zum Abendessen Ofengemüse zu machen und die Reste am nächsten Tag zum Beispiel in einer Salad Bowl mit Dinkel oder Reis und frischem Sesamdressing als Mittagessen mit ins Büro zu nehmen. Ofengemüse hält sich luftdicht verschlossen ca. 2 – 3 Tage im Kühlschrank. Du kannst das übrig gebliebene Ofengemüse aber auch pürieren und als Pastasoße weiterverarbeiten oder es für ein Curry verwenden.

Schritt 3: Wie lange braucht das Gemüse im Ofen?

Die Garzeit deines Gemüses hängt sowohl von der Gemüsesorte selbst, als auch davon ab, wie groß oder klein du es schneidest. Wenn du dich auf ein Gemüse auf dem Blech beschränkst, kannst du die Garzeit natürlich wunderbar kontrollieren und einhalten, aber was passiert bei 5 Gemüsesorten mit 5 Garzeiten?

Hier hast du mehrere Möglichkeiten: Entweder gibst du die Gemüsesorten nacheinander auf das Backblech (die Sorte, die am längsten gart, kommt zuerst, usw.) oder teilst das Gemüse auf mehrere Bleche auf und schiebst sie entsprechend der Garzeit erst später in den Backofen. Alternativ kannst du aber auch einfach das Gemüse, das länger gart, kleiner schneiden, beziehungsweise Gemüsesorten mit einer kürzeren Garzeit in dickere Stücke schneiden.

In unserer Tabelle haben wir unterschiedlichen Garzeiten für dich zusammengetragen. Die Zeiten sind natürlich nur als Durchschnittswert zu betrachten und hängen u.a. auch von deiner eingestellten Ofentemperatur ab.

Schritt 4: Welche Öle und Gewürze passen zu Ofengemüse?

Gewürze und Kräuter

Salz und Pfeffer sollten bei deinem Gemüse vom Blech nie fehlen, doch sie sind natürlich erst der Anfang. Getrocknete Kräuter kannst du je nach Geschmack auswählen und genau wie gemahlene Gewürze (z.B. Paprikapulver, Curry, Zimt, Muskat, Cayennepfeffer, usw.) zusammen mit dem Öl direkt ans Gemüse geben und mitgebacken. Bei frischen Kräutern dürfen harte Kräuter wie Rosmarin mit in den Backofen, während du zarte Kräuter wie frische Petersilie oder Minze erst danach dazugegeben solltest, weil sie sonst verbrennen und keinen Geschmack abgeben.

Statt eine Gewürzmischung für das ganze Blech zu verwenden, kannst du dich auch jedem Gemüse einzeln widmen – würze den Kürbis beispielsweise kräftiger als die Paprikaschoten und verwende den getrockneten Rosmarin ausschließlich für die Kartoffeln.

Muss es immer Olivenöl ein?

Olivenöl von guter Qualität ist natürlich der Klassiker für Ofengemüse, aber du kannst auch bei der Wahl des Öls experimentieren. Wichtig ist, dass es einen guten Eigengeschmack mit sich bringt – verwende beim nächsten Mal zum Beispiel geschmolzenes Kokosöl, Nussöl oder Avocadoöl.

Von Käse bis zu Nüssen...

Mit ein paar kleinen Extras verfeinerst du dein Ofengemüse. Manche von ihnen können mitgebacken werden, während andere erst danach dazugegeben werden sollten.

Beim Backen: Käsesorten wie Mozzarella und Feta kannst du ca. 10 - 15 Minuten vor Schluss auf dein Backblech zum Gemüse geben, sie benötigen nicht die komplette Backzeit. Auch Nüsse wie Haselnüsse, Walnüsse oder Kürbiskerne sorgen für einen zusätzlichen Biss und bekommen wunderbare Röstaromen, wenn du sie in den letzten 5 Minuten mit in den Backofen gibst.

Nach dem Backen: Frische Oliven, Kapern oder eingelegte Jalapeñoscheiben verbrennen schnell und kommen deshalb erst nach dem Backen zum Gemüse.

Schritt 5: Was passt zu Ofengemüse?

Dips, Dips, Dips!

Ofengemüse verdient es, mehr als nur eine Beilage zu sein. Kombiniere es mit einem frischen Dip und schon ist dein Abendessen fertig! Dieser Honig-Senf-Dip unterstreicht das karamellisierte Aroma des Ofengemüses, während deine Gemüsechips nur darauf warten, in diesen cremigen Feta-Joghurt-Dip getunkt zu werden. Salsa Brava ist das perfekte Date zu spanischen Bratkartoffeln und wenn du Fisch liebst, ist dieser Forellendip mit Meerrettich genau die richtige Wahl für dich.

Ofengemüse mit Forellendip

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Oder wie wäre es mit weißer BBQ-Sauce, cremigem Zwiebel-Dip oder argentinischer Chimichurri-Sauce – noch mehr Rezepte für hausgemachte Dips findest du hier. Und wenn dir Guacamole, Mayo und Hummus mal zu langweilig werden, haben wir hier ein paar Ideen für dich, wie du ihnen neuen Pfiff gibst.

Rezepte mit Ofengemüse

Natürlich kannst du Ofengemüse auch als klassische Beilage servieren, zum Beispiel zu Cevapcici. Es macht sich aber auch wunderbar in lauwarmen Salaten. Bei diesem Herbstsalat mit Senf-Dressing sorgt Kürbis aus dem Ofen neben gerösteten Kichererbsen für eine sättigende Komponente.

Herbstsalat mit Senf-Dressing

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Falls du dich schon immer gefragt hast, wie du den außergewöhnlich aussehenden Romanesco verarbeiten kannst: ab in den Ofen damit! In diesem Salat mit einer leicht säuerlichen Granatapfel-Aioli macht er eine richtig gute Figur!

Gefülltes Ofengemüse

Statt dein Gemüse allein in den Ofen zu schieben, kannst du es auch mit Fleisch, Getreide oder noch mehr Gemüse füllen! Ein paar Ideen gefällig? Dann versuche doch diese mit Hackfleisch gefüllten Zucchini, mit Spinat und Käse gefüllte Champignons oder fülle deinen gebackenen Auberginen mit Couscous und eine gebackene Süßkartoffel mit frischem Kraut und Gemüse!

Gefüllte Süßkartoffel mit Avocado

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Wie isst du Ofengemüse am liebsten und welches Gemüse und welche Kräuter oder Gewürze kommen bei dir aufs Blech? Verrate es uns in den Kommentaren!

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