Lisa Schölzel

Redakteurin bei Kitchen Stories

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Nudelsalat und ich, das war nie die ganz große Liebe. Bei Nudelsalat denke ich sofort an traurige Pasta in Plastik verpackt, angetrocknete Mayonnaise, vergessen im hintersten Kühlschrankeck vom Bahnhofskiosk. Ich denke an matschige Nudeln, die ich nach einer Gabel an den Rand meines Tellers schiebe, damit Platz ist für das, was ich beim Grillen eigentlich essen möchte: gegrillten Mais, Camembert mit Knoblauchbrot oder Kartoffeln mit Butter und Salz. Und ich glaube, ich bin nicht die Einzige.
Ich habe das Gefühl, Nudelsalat wird öfter mit Attributen wie langweilig und überflüssig beschrieben als mit herrlich oder Gaumenschmaus. Und trotzdem: Er darf bei keinem Picknick oder Buffet fehlen.
Keine netten einführenden Worte für das Hauptthema in diesem Artikel, ich weiß. Und trotzdem: Lasst euch eines besseren belehren. Ich hatte keine Lust mich mit Nudelsalat zu beschäftigen – bis ich es dann doch getan habe. Es kann ja nur besser werden – und das wurde es tatsächlich. Ich bin jetzt Nudelsalat-Fan, weil ich Reste verwerten kann, er kein penibles Rezept braucht und ein kleines bisschen Nudelsalat-Wissen den großen Unterschied macht.

Nudelsalat: Darauf kommt es an

Nudelsalat ist nicht gleich Nudelsalat. Und wie immer gibt es Tipps und Tricks, auf die es ankommt. Nach ein paar erst enttäuschenden und dann sehr erhellenden Runden im World Wide Web, stand die Theorie für besseren Nudelsalat. In der Praxis wurde es ein bunter Mix aus allem, getoppt mit Parmesanspänen – auf den ersten Blick. Eigentlich jedoch war jede Zutat durchdacht und genau da wo sie sein sollte.

Die perfekte Pasta

Die richtige Nudelform ist der Schlüssel zu mehr Aroma pro Gabel. Am Besten sind solche, mit vielen Rillen und Kurven, damit Dressing, Käse und andere Zutaten bei jedem Biss dabei sind. Fusilli, Orecchiette, Farfalle oder kleine Muschelnudeln funktionieren super.

Bissfest sollte sie sein, die Nudel. Deswegen probiere die Pasta ruhig 2 Minuten bevor der Timer bimmelt. Schmeckt sie auch leicht salzig? Perfekt, dann hast du das Wasser genug gesalzen. Wie das Meer sollte es schmecken, so die Faustregel.

Abschrecken oder nicht?

Die Meinungen sind geteilt. Auf der einen Seite stoppt kaltes Wasser den Garvorgang und wäscht die oberflächliche Stärke ab, damit die Pasta nachher nicht wie Gummi schmeckt. Auf der anderen Seite wird eben viel Stärke abgewaschen, die eigentlich dafür sorgt, dass das Dressing besser haften bleibt. Ich halte es mit der ersten Version: Kurz abbrausen, gleich mit etwas Olivenöl oder dem Dressing vermengen, damit sie nicht aneinander kleben.

Durchziehen lassen! Je nach Temperatur im Kühlschrank oder auf der Arbeitsplatte. Und die Zutaten unter die noch warmen Nudeln mischen und würzen, so nehmen sie am besten Geschmack auf. Mit Salat oder knusprigem Brot bis kurz vor dem Essen warten, damit beides nicht direkt durchweicht. Und nach der Ziehzeit nochmal probieren. Du wirst vermutlich nachwürzen müssen und der Nudelsalat braucht noch mehr Öl und Säure.

Die leckeren Details

Die entscheidenden Details sind die vermeintlich kleinen Extras. Ohne die schönen überraschenden Kleinigkeiten wäre alles nichts. So verhält sich das auch mit Nudelsalat. Was sich bewährt hat:

Gemüse und Obst: Die B-Promis in deinem Salat. Weiche Nudeln und hartes Gemüse wie Brokkoli verträgt sich nicht unbedingt gut. Koche oder grille frisches Gemüse also lieber, gerne auch Obst (gegrillte Pfirsiche!). Eine Ausnahme: Geriebene rohe Karotten funktionieren super in Nudelsalaten. Und auch Tomaten mag ich frisch am liebsten. Oder, wenn ich nicht zusätzlich noch getrocknete Tomaten in Öl verwende, dann backe ich Cherrytomaten mit Salz, Pfeffer, Zucker und viel Olivenöl, das dann gleichzeitig als Dressing herhält (und übrigens auch auf frischer Pasta hervorragend schmeckt).

Klein hacken, würfeln oder fein schneiden. Und zwar alle Zutaten außer die Pasta und eventuell frischen Salat. Der tut sich auch grob zerrupft gut im Nudelsalat, weil er nach und nach Flüssigkeit aufnimmt und weicher wird. So verschwindet mit jedem Happen von allem etwas in deinem Mund.

Vertraue deinem Gefühl und spiele mit verschiedenen Kombinationen: Du hast noch ein paar Nektarinen, Erdbeeren oder Honigmelone zuhause? Dann schneide sie klein und verpasse deinem Nudelsalat einen süßen Touch. Auch getrocknete Feigen oder Cranberrys schmecken wunderbar in Nudelsalat. Und ganz generell lässt sich mit Nudelsalat – oder auch warmen Pastarezepten – super dein Gefühl für Zutaten, Mengen und Kombinationen (Stichwort Resteverwertung!) trainieren.

Nicht sparen! Nicht an Salz (kalte Gerichte brauchen mehr Würze als warme), nicht an Kräutern, nicht an Käse oder an der Zutatenmenge. Pack rein, was dir schmeckt. Ich bin davon überzeugt: Wenn man Nudelsalat zusammenstellt, weil man ihn wirklich mag und genießen möchte, dann wird er gut. Also trau dich ruhig.

Konserven und Eingelegtes schmeicheln jedem Nudelsalat. Versuche dich an salzigen Extras wie eingelegten Artischocken, getrockneten Tomaten, Bohnen, Kichererbsen, Cornichons, Kapern, eingelegten Zwiebeln oder Kalamataoliven.

Lass es knuspern, knacken und knistern! Pinienkerne, Mandeln, Walnüsse – röste sie ohne Öl im Ofen oder in der Pfanne, bis sie fantastisch riechen und goldbraun sind. Und dann röstest du zusätzlich noch Weißbrotkrümel mit Öl, Salz und Chilipulver in einer Pfanne, bis sie knusprig sind. Denk daran, beides erst kurz vor dem Servieren unterzumischen oder sogar nur ganz zum Schluss darüberzustreuen, damit sie nicht matschig werden, sondern schön knacken bei jedem neuen Biss.

Das Dressing: Öl, Joghurt oder doch Mayonnaise?

Ein paar Worte zum Dressing von Nudelsalaten: Du liebst deinen Nudelsalat mit Mayonnaise? Perfekt! Dann interessiert mich deine Nudelsalatversion brennend – teile sie gerne in den Kommentaren! Ich bin leider auf kein Rezept gestoßen, das sich für mich zum Nachmachen gelohnt hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass Joghurt dem Salat einen Frischekick gibt und eine Mischung aus beidem plus Senf macht ihn interessanter. Und das wollen wir ja schließlich erreichen. Ich zumindest.
Noch einfacher wird es, wenn du das schon gewürzte Öl aus dem Glas mit den getrockneten Tomaten oder Artischocken verwendest. Ich gieße es komplett über den Salat und ist es zu wenig, dann wird noch etwas mehr Olivenöl oder anderes Öl nachgekippt. Ich bin auch Fan von Pesto verdünnt mit Olivenöl. Du kannst aber natürlich auch vorher zum Beispiel ein Senfdressing mit viel Säure anrühren, damit der Salat eine gute Würze hat.

Kein Rezept nötig: Das Paradebeispiel

Wir bei Kitchen Stories lieben Rezepte. Aber ob wir privat immer danach kochen? Natürlich nicht. Die einfachsten Gerichte ohne viel Aufwand sind nämlich genau die Gerichte, die wir immer wieder kochen werden, wenn wir nicht genau wissen, was es heute wieder zum Abendessen geben soll. So wie folgenden Nudelsalat. Nachdem ich also zu Ende recherchiert hatte, baute ich mir meinen eigenen nicht-langweiligen neuen Lieblingsnudelsalat mit folgenden Zutaten:

Muschelnudeln
Cherrytomaten
Salatgurke
Rucola
Zitrone
Tomaten, getrocknet in Öl
Artischockenherzen, in Wasser
Kalamataoliven, entsteint
Kichererbsen aus der Dose
Mandeln, in der Pfanne geröstet
Weißbrot
Parmesan

Für eine große Schüssel Nudelsalat:

1. Nudeln nach Packungsanleitung kochen und etwas eher abgießen, damit sie schön bissfest sind. Cherrytomaten vierteln, Salatgurke würfeln (nicht unbedingt schälen oder entkernen, mehr Biss und Feuchtigkeit stören hier nicht), Oliven, Artischocken und getrocknete Tomaten (Öl für das Dressing aufheben) klein schneiden. Kichererbsen abtropfen.

2. Mandeln ohne Öl in einer Pfanne rösten und klein hacken. Das Innere von Weißbrot (ein ganzes Ciabattabrot ist eine gute Menge für eine große Schüssel Nudelsalat) herauspulen, fein auseinanderzupfen (oder nach und nach in einem Mixer zerkleinern, am besten mit der Pulsfunktion, so entsteht kein Teigbrei). Mit Olivenöl, Salz und etwas Chilipulver in einer Pfanne knusprig braten.

3. Nudeln abgießen in eine Schüssel geben, gleich noch warm mit den vorbereiteten Zutaten (außer Mandeln, Brotkrümeln, Rucola und Parmesan) und dem Öl von den getrockneten Tomaten vermengen, damit die Pasta nicht aneinander klebt. Die Zitrone über dem Nudelsalat auspressen, mischen. Salzen, pfeffern und eventuell Olivenöl nachgießen.

4. Jetzt lasst ihr euren Nudelsalat am besten eine Weile stehen und durchziehen. Kurz vor dem Essen Mandeln und Brotkrümel unterheben, damit sie so lange wie möglich knusprig bleiben. Rucola grob mit den Händen zerrupfen und dazugeben, Parmesan über den Salat hobeln. Fühl dich frei, frische Kräuter wie Petersilie unterzuheben. Ich kann mir auch Basilikum gut vorstellen. Manchmal ist mehr mehr. Guten Appetit!

Klassische Nudelsalatrezepte

Der Klassiker unter allen Nudelsalaten? Vermutlich der, den alle kennen: mit Hörnchennudeln, Erbsen, Gewürzgurken, Fleischwurst und cremiger Mayonnaise. Ob diese Version jeder mag, sei dahin gestellt. Ein Klassiker ist er allemal. Und trotzdem: Ich bleibe bei Öl-Dressings.

Nudelsalate ohne Mayo

Meine neue Lieblingskombination habe ich dir schon detailliert aufgeschrieben. Folgende probiere ich demnächst aus:

Orzo-Pasta mit Salatgurken (halbiert, entkernt, in Halbmonde geschnitten), entkernten Oliven, Feta, frischem Dill, Zitronensaft

Fusilli mit grünem Spargel, grünem Pesto, Pinienkernen (geröstet), Feta, Frühlingszwiebeln, Petersilie

Orecchiette mit einem senfigen Dressing, etwas Knoblauch, marinierte Artischockenherzen, Cannellinibohnen oder Kichererbsen aus der Dose plus frischem Mais direkt vom Kolben

Wenn du möchtest, dann mache deinen Nudelsalat noch reichhaltiger mit Thunfisch oder übrig gebliebenen Hühnchen.

Nudelsalat mit Spargel

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Bunter Nudelsalat für Kinder

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Mediterrane Nudelsalatrezepte

Ein paar aromatische, auf den Punkt gereifte Tomaten, kühle Gurken, Oliven, Feta, getrocknete Tomaten, rote Zwiebeln, getrocknete oder frische mediterrane Kräuter wie Oregano, Rucola, hauchdünn geschnittener Prosciutto – fertig ist dein Nudelsalat mit mediterranem Touch.

Italienische Nudelsalate

Einfacher mediterraner Nudelsalat

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Nudelsalat mit Pesto und Ofengemüse

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Italienischer Nudelsalat

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Griechischer Nudelsalat

Sommer-Nudelsalat mit Fetakäse und vegetarischen Würstchen

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Asiatische Nudelsalatrezepte

Bei Nudelsalat nach asiatischer Art denke ich an Glasnudeln, Mango, Minze, Thai-Basilikum, Erdnüsse, Karotten- und Gurkenstreifen und einem leichten Fisch- und Sojasauce-Dressing.

Bunter Nudelsalat nach asiatischer Art

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Thai Nudelsalat mit Rinderstreifen

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Vegane Nudelsalatrezepte

Die unbefriedigende Antwort zu “Wie macht man veganen Nudelsalat?” ist vermutlich diese: Lass einfach Käse und Mayonnaise weg – fertig! So einfach ist das aber dann doch wieder nicht. Wenn du mein “Rezept” von oben ausprobieren möchtest, aber vegan isst, also den Parmesan weglässt, dann schlage ich Folgendes als Alternative vor: Bereite die Brotkrümel wie oben beschrieben zu, plus 1 bis 2 Esslöffel Hefeflocken für einen käsigen Geschmack.

Nudelsalate mal anders

Meine Lieblingspasta ist am nächsten morgen nichts anderes als Nudelsalat – und kommt genau so, nämlich kalt, am Tag darauf in unserer Teamküche auf den Tisch. Das funktioniert vor allem gut mit öliger Pasta und schmeckt besonders lecker an warmen Sommertagen.

Frühlingspasta mit Erbsen und Minze

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Spaghetti mit Ofentomaten und Mozzarella

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Pasta mit Spinatpesto

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Pasta mit sonnengetrockneten Tomaten und Rucola

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