Carolin Roitzheim

Redaktionsassistentin bei Kitchen Stories

Zu heiß zum Kochen? We feel you! Das Letzte, worauf wir im August (Hochsommer!) Lust haben: in der Küche zu schwitzen. Damit du deine Zeit in der Sonne (oder im Schatten) optimal nutzen kannst, konzentrieren wir uns in diesem Monat auf Rezepte, die schnell zuzubereiten sind und fast ganz ohne Kochen und Backen auskommen. Das Monatsthema: Too Hot to Cook. Um auf dem Laufenden zu bleiben, klicke hier rein für eine vollständige Liste unserer neuesten Rezepte und Artikel und vergiss nicht, uns auf Instagram zu folgen!

¡Gazpacho! Schon mal probiert? Ich habe das Gefühl, man gehört entweder zu den überzeugten Fans oder kritischen Skeptikern der kalten Suppe. Ich für meinen Teil bin absoluter Gazpacho-Ultra! Vor allem an besonders heißen Tagen, wie sie in Berlin zwar nicht allzu häufig, aber doch gelegentlich vorkommen, kann man sich mit Hilfe einer eiskalten Gazpacho direkt in den letzten (Spanien-)Urlaub zurück träumen. Als ich damals meinen ersten Urlaub, alleine mit meinen besten Freundinnen nach Málaga machte und das Budget ziemlich knapp war, ernährte ich mich dort eigentlich jeden Mittag am liebsten von dem 1-Liter-Tetrapack-Gazpacho aus dem Supermarkt. Vielleicht nicht die abwechslungsreichste Ernährung, aber für nicht mehr als 3 Euro vom Taschengeld durchaus erschwinglich. So herrlich erfrischend war die Suppe in der brühenden Hitze der Stadt und nicht zuletzt bildete ich mir eine heilende Wirkung gegen den Sangria-Hangover ein. Von der schnellen Suppe aus dem Tetrapack habe ich mich nicht nur der Umwelt zu Liebe verabschiedet, sondern auch, weil ich mittlerweile der klaren Meinung bin, dass eine Gazpacho, die ursprünglich aus Andalusien, also dem Süden Spaniens kommt (Gazpacho analuz), doch viel mehr Anerkennung und Klasse verdient und selbstgemacht natürlich einfach am besten schmeckt!

Ein Gericht mit Geschichte

Gazpacho ist vermutlich DIE kalte Suppe überhaupt (auch wenn gegen eine köstliche kalte Gurkensuppe, wie Okroschka, natürlich nichts einzuwenden ist). Sie wird aus einer Basis von roten Tomaten, Paprika und Gurke zubereitet. Wurden in der Römerzeit angeblich Gurke, Öl und Brot von betrunkenen römischen Soldaten in ihren sauren Wein getunkt, um diesen schneller Trinken zu können, so hat die Gazpacho seit dieser Zeit (zum Glück) noch einige kulinarische Änderungen durchlaufen und wurde stetig adaptiert und weiterentwickelt. 
So richtig interessant wurde es laut der Geschichte der Gazpacho Andaluz erst, als Kolumbus mit Tomaten und Paprika aus Amerika kam, das Ganze so langsam etwas Farbe annahm und sich zu der frischen, leckeren Köstlichkeit entwickelte, wie wir sie heute kennen.

Was gehört in eine klassische Gazpacho?

Die Tomaten

Der wahre Schlüssel zum Erfolg, welcher sich über die Jahre bewährt hat, ist unumstritten die Reife und die Qualität der Tomaten. Am besten eignen sich hierfür die reifsten, saftigsten Exemplare, welche im Supermarkt oft schon als “überreif” verschmäht werden. Kurz gesagt: Tomaten sollten für dieses Rezept Hochsaison haben. Falls du jedoch kein Glück hast und Tomaten erwischst, die noch nicht so reif sind oder gerade keine Saison ist, kannst du eine Prise Zucker hinzufügen, um trotzdem die gewünschte Süße zu erhalten.

Der Sherryessig

Besonders authentisch wird deine Gazpacho durch einen Schuss Sherryessig (vermutlich ein Überbleibsel bei der Übermittlung des Rezepts, der betrunkenen römischen Soldaten). Da Andalusien für seinen fabelhaften Sherry bekannt ist, darf dieser natürlich auch im Gazpacho, als Aushängeschild der andalusischen Küche, auf keinen Fall fehlen. Falls du jedoch keinen Sherryessig in deinem Supermarkt oder Vorratsschrank findest, kannst du diesen zur Not auch durch Rotweinessig ersetzen um die nötige Säure in dein Gericht zu bringen.

Trocken Brot

Was sich ebenfalls über die Entwicklung der Suppe hinweg durchgesetzt hat, ist das Brot. Weißbrot, am besten übriggebliebenes vom Vortag, verleiht der Suppe eine schöne sämige Textur, hilft sie leicht zu verdicken und zu binden und rundet die Aromen zusätzlich ab. Dadurch kommt man hier auch ganz ohne Sahne, Frischkäse oder ähnliches aus und ohnehin ist die Gazpacho übrigens traditionell vegetarisch und sogar vegan. 
Je nach Rezept kommt das Brot entweder direkt mit in den Mixer und damit in die Suppe (wenn du es vorher in etwas Wasser einweichst, verbindet es sich leichter), manchmal wird es in Form von Croûtons als Topping verwendet, für den geliebten Crunch. Du kannst es allerdings auch einfach auf beide Arten integrieren, so wie es auch in unserem Rezept der Fall ist. Egal wofür du dich entscheidest, das Brot verwandelt deine Gazpacho von etwas Erfrischendem, zu einer Erfrischung die auch noch satt macht.

Die Toppings

In unserem Rezept geben wir zum Servieren (neben den bunten Gemüsewürfeln, die wir am Anfang vor dem pürieren beiseite gestellt haben) noch ein paar frische Kräuter auf unsere Suppe. Hierfür eignen sich am besten weiche Kräuter, wie Basilikum oder Petersilie. Entgegen des klassischen Gazpacho Andaluz Rezepts, haben wir uns außerdem für Dill entschieden, da sein pikanter und herber, gleichzeitig etwas süßlich und sehr frischer Geschmack wunderbar mit dem der Tomaten harmoniert.

Klassische Gazpacho

Klassische Gazpacho

→ zum Rezept

So wird Gazpacho zubereitet

Klassischerweise wird das Gemüse roh verwendet, was die Suppe so herrlich erfrischend und hydrierend macht. Verwendest du die Zutaten direkt aus dem Kühlschrank, sparst du dir im Nachhinein etwas Zeit, in welcher die Suppe am besten gut durchgekühlt werden sollte.
Wie die meisten kalten Suppen, ist auch die Zubereitung einer Gazpacho recht simpel: Alle Zutaten grob schnibbeln und ab in den Mixer damit. Da das Gemüse und alle weiteren Zutaten klassischerweise roh verwendet werden, ist keine weitere Vorbereitung, wie vorkochen oder -garen nötig. Der Herd kann also getrost aus und der Ofen kalt bleiben. Besonders gut hat mir die Beschreibung von Green Kitchen Stories gefallen, welche die Zubereitung einer Gazpacho ziemlich treffend formulieren: “A little chop chop and a little whizz whizz with the blender and it is ready.”
Und das ist eigentlich schon alles. Wichtig ist also, die Zutaten nach dem schneiden ordentlich durchzupürieren. Durch das Pürieren im Mixer oder mit dem Pürierstab können sich die Geschmäcker noch feiner verbinden und du erhältst die gewünschte Sämigkeit und eine herrlich cremige Textur (ganz ohne Sahne oder dergleichen!). 
Nun muss sie nur noch gut durchkühlen, am besten abgedeckt im Kühlschrank über Nacht (mindestens jedoch 2-3 Std.), damit sich die Aromen entfalten können und sie zur optimalen Abkühlung in der Sommerhitze wird.

Was passt dazu? Gazpacho in verschiedenen Variationen und Kombinationen

Neben der klassischen, Gazpacho Andaluz, gibt es noch weitere abgewandelte Varianten der kalten spanischen Suppe, die es durchaus wert sind probiert zu werden. Genau genommen sind diese vielleicht keine klassische Gazpacho mehr, aber mindestens genauso lecker und erfrischend. Der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt und so können die Basis (probiere es doch mal mit Wasser- oder Cantaloupe-Melone oder Mais als Hauptzutat), die Farben der Zutaten oder etwa die Toppings nach Lust, Laune und Geschmack variiert werden. Wie wäre es statt Croutons zum Beispiel mit gegrilltem Halloumi oder Grillspießen mit Feta. Für die nicht-vegetarische Version, passen auch Garnelen- oder Hühnchen-Spieße toll zur Suppe und sind nicht nur optisch und geschmacklich eine tolle Ergänzung, sondern machen das Ganze erst recht zu einer vollwertigen Hauptspeise. In jedem Fall ist auch ein Glas eiskalter Weiß- oder Roséwein die perfekte Begleitung und sorgt für doppelte Erfrischung. 

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Hier kommen 10 frische Zutaten, die sich ganz hervorragend als Basis von Sommersuppen eignen.

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