Lisa Schölzel

Senior Food Redakteurin bei Kitchen Stories

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In meiner kleinen Gefriertruhe befindet sich, neben einer großen Portion Veggie-Bolognese für karge Kühlschranktage und den obligatorischen Eiswürfeln für den Eiskaffee am Nachmittag, auch immer Eiscreme, im Sommer wie im Winter. Meistens ist es eine wilde Geschmacksrichtung mit Keksstücken, Schoki, Erdnussbutter-Swirls also viel Chichi und Crunch, ganz nach dem Motto “mehr ist mehr”.

Jetzt kann man natürlich Eis und Cookies separat voneinander essen. Oder man kombiniert die beiden Besten aus dieser Welt und fügt sie zusammen. Geboren ist das Eiscreme-Sandwich.

Macht man dieses Rezept nach meiner Idealvorstellung, dann dauert der ganze Prozess von Cookie-Teigherstellung bis zum fertigen Eissandwich drei Tage. Hast du aber noch ein paar Kekse übrig, lässt sich dieser gekühlte Snack in ein paar Minuten direkt zubereiten. Aber von vorne.

Der Keks ist die Basis

Dem Cookie, der dein Lieblingseis umhüllt, müssen wir besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Er darf nicht zu hart sein, damit du dir die Zähne nicht ausbeißt, soll aber auch nicht alt und weich schmecken und anfühlen. Das hört sich erstmal etwas kompliziert an, ist aber, wenn man ein paar Dinge beachtet, einfach zu bewerkstelligen.

Der Zucker

Im Rezept werden zwei verschiedene Arten verwendet. Einmal der weiße Haushaltszucker, der für die Knusprigkeit und den Biss sorgt, und dann eine dunkle Sorte, z. B. Muscovado, die uns hilft, einen Cookie zu backen, der einen weichen Kern hat.

Schokolade im Teig – ja oder nein?

Prinzipiell ist die Antwort zu einer Frage, die das Wort Schokolade beinhaltet, ja. In diesem Fall ist bei meinen Testdurchläufen herausgekommen, dass sich Eiscreme-Sandwiches ohne Chocolate Chips im Teig leichter essen lassen. Vermutlich verträgt das Fett in der Schokolade die Backhitze und dann die Eiseskälte im Gefrierschrank nicht und wird bockelhart.

Die lange Ruhezeit

Der Keksteig geht idealerweise über Nacht, mindestens 12 Stunden. In dieser Zeit hat das Mehl die Chance die Flüssigkeit, also das Öl im Teig, gut aufzunehmen. Auch das sorgt für einen weichen, „chewy“ Keks, der trotzdem gut zusammenhält.

Die Backzeit

Egal, was im Cookie-Rezept steht, ich starte beim ersten Blech prinzipiell, auch wenn ich das Rezept schon mehrmals gebacken habe, mit einer sehr niedrigen Backzeit. Meistens starte ich bei 5 Minuten und taste mich dann Minute um Minute vor. Ich möchte unbedingt knusprige Ränder, aber eine weiche Mitte. Das schafft man meistens dann, wenn die Ränder leicht braun sind und alles andere noch fast roh aussieht.

Die lange Gefrierzeit

Auch die fertigen Eiscreme-Sandwiches schlafen bestenfalls eine Nacht in der Tiefkühltruhe. Die Kekse ziehen so noch mehr Feuchtigkeit aus der Eiscreme, damit du später leichter reinbeißen kannst. Geduld und Zeit ist also auch hier wieder ausschlaggebend.

Das Rezept

Ich habe ein veganes Chocolate Chip Rezept von Ovenly als Inspiration hergenommen, um jedem dieselbe Ausgangssituation zu bieten, umgewandelt und eine Version ohne Schokolade daraus gemacht. Experimentiere ruhig, füge der einen Hälfte des Teiges Schokolade hinzu (wie ich) und schaue, was dir besser schmeckt und taugt. Es gibt natürlich überhaupt keinen Grund (außer vielleicht, dass das Rezept nicht unbedingt auf einen weichen Cookie ausgelegt ist), warum du nicht dein eigenes Lieblingscookierezept als Basis verwenden solltest – oder dieses hier, das, dieses oder das hier.

Lisa macht Eiscreme-Sandwiches

Lisa macht Eiscreme-Sandwiches

→ zum Rezept

Die kalte und vielfältige Füllung

Hier gibt es nicht viel zu beachten, außer, dass es dir schmecken soll. Ansonsten bieten sich Sorten oder Marken an (oder du machst zuerst dein eigenes Eis!), die nicht zu fest und nicht zu cremig sind. Klassisches Vanilleeis ist immer eine gute Wahl. Ich habe mich außerdem für Pistazieneis entschieden, weil ich es sehr gerne mag und es auch farblich toll aussieht. Hole (schneide) das Eis deiner Wahl aus seinem Behälter, zerkleinere es grob mit einem Messer und gebe es in eine Schüssel. Nach fünf Minuten, sobald es angetaut ist, mit einem (Holz-)Löffel cremig rühren und nochmal in die Gefriere geben, damit es wieder etwas fester werden kann. Die Idee dahinter: Du brauchst eine cremige Masse, die du schön gleichmäßig zwischen jeweils zwei Keksen verteilen kannst.

Deine Eiscreme-Sandwiches

Sobald du also komplett abgekühlte Cookies vor dir liegen hast und die Eiscreme deiner Wahl die Konsistenz von dickem, zähen Teig hat, kann es losgehen. Gebe mit einem Esslöffel immer etwas Eiscreme zwischen zwei Kekse und drücke sie leicht zusammen. Drücke die Seiten in Krokant, fein gehackte Schokolade oder Pistazien oder zerkleinerte Salzbrezeln oder, oder, oder. Arbeite schnell und lege zur Not jedes fertige Eis-Sandwich direkt in die Gefriere. Falls das Verlangen zu groß ist und du (und die Süßmäuler um dich herum) nicht noch eine Nacht warten möchtest wie oben und im Rezept beschrieben, würde ich die fertigen Sandwiches trotzdem kurz anfrieren lassen, damit das Eis nicht direkt davon läuft. Die fertigen Sandwiches in einer Box oder einzeln einpacken. Lass es dir schmecken!

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