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May Dang

Junior Food Redakteurin bei Kitchen Stories

Es gibt wenig auf der Welt das mir so viel Geborgenheit gibt, wie ein Teller mit einer dampfend-duftenden Portion Reis und Curry. Und ich rede nicht von irgendeiner Art von Curry – nein, ich rede von meinem liebsten Curry aller Lieblingscurrys: japanisches Karē Raisu. Nachdem ich das beste hausgemachte japanische Curry meines Lebens in einem kleinen Laden in Osaka kosten durfte, gab es kein Zurück mehr – mittlerweile habe ich immer ein Glas Fukujinzuke (eine Art von Relish, das oft mit japanischem Curry serviert wird) im Kühlschrank parat.

Aber heute geht es nicht um Karē Raisu. Heute geht es um das, was es ermöglicht hat, dass die leckersten Curry-Gerichte auf der ganzen Welt und an den unterschiedlichsten Orten existieren: Currypulver.

Sei es die berühmt-berüchtigte Currywurst aus Deutschland, Riz Casimir aus der Schweiz, Jamaikanisches Ziegencurry oder südafrikanisches Bunny Chow: Currypulver hat es international geschafft, sich in den unterschiedlichsten Küchen zu etablieren.
Und das zurecht: In diesem unscheinbaren, meist bräunlichen Pulver findet sich eine verblüffende Vielzahl verschiedener, unglaublich intensiver Aromen wieder, die dennoch wunderbar miteinander harmonieren. Neben Gewürzen wie Kurkuma, Koriandersamen, Kreuzkümmel und Bockshornklee findest du in Curry häufig auch


→ Cinnamon
→ Cloves
→ Black and green cardamom
→ Aniseed
→ Fennel seed
→ Mustard seed
→ Ginger
→ Nutmeg
→ Star anise

und viele mehr. Dabei gibt es nicht das eine Currypulver, sondern viele verschiedene Varianten, die meist aus Variationen der oben genannten Gewürze bestehen.

Doch was genau ist Currypulver – es ist doch indisch, oder etwa nicht?

Hier ein kleiner Auszug eines Dialogs mit meiner Arbeitskollegin Prerana – sie kommt aus Mumbai, Indien und wenn jemand Ahnung von indischem Essen hat, dann sie.

May: “Ist Currypulver eigentlich indisch?”Prerana: (lacht) “Currypulver gibt es gar nicht in Indien, und schon gar nicht in der Form eines gelben Pulvers, wie man es hier in Deutschland vorfindet. Es gibt fertige Gewürzmischungen, die auch häufig in der indischen Küche verwendet werden. Aber wir nennen diese nicht “Curry” sondern Masala. Das bekannteste, weit verbreitete und verwendete Masala ist Garam Masala. Es gibt jedoch noch viele andere verschiedene Gewürzmischungen. Das eine Currypulver gibt es allerdings nicht.”

Currypulver ist also doch nicht so indisch, wie wir womöglich alle dachten. Den Ursprung findet man an einem anderen Ort in der Weltgeschichte – im 18. Jahrhundert versuchten britische Köche indische Speisen, die sie auf ihren Handelsreisen in Indien vorgefunden hatten, nachzuahmen. Viele empfanden es jedoch als schwierig, die richtige Balance, die richtige Mischung der Gewürze und den authentischen Geschmack der indischen Gerichte zu replizieren. Bis 1784 das allererste britische Instant Currypulver von Crosse und Blackwell (C&B) auf den Markt kam. Das Produkt verbreitete sich, aufgrund der Vereinfachung des Kochprozesses, schnell in ganz Europa. Mit der steigenden Popularität begann auch der Export in fernere Länder, in welchen es auch schnell Anklang fand und im Laufe der Jahre viele weitere, internationale Curry Gerichte inspirierte.

Auch heute noch produziert C&B Currypulver. Currypulver ist also keine indische Erfindung, sondern eine von den Briten erfundene Neuschöpfung auf Basis der indischen Gewürzmischungen. Dass so ein Universalcurry nicht die Vielfalt der indischen Masalas abbilden kann ist selbstverständlich. Denn die tausenden verschiedenen Gewürzmischungen in Indien unterscheiden sich nicht nur je nach Gericht oder Region, sondern sogar je nach Haushalt oder Familie, die sie zubereiten.

Der Unterschied zwischen Currypulver & Currypasten

Wie ähnlich sind sich Paste und Pulver und sind sie austauschbar?

Der erste große Unterschied besteht in der Textur und wird schon im Namen deutlich: Paste und Pulver. Currypaste hat, aufgrund des in den verwendeten Zutaten enthaltenen hohen Feuchtigkeitsanteils (etwa in Chilis, Limetten und Galgantwurzel), eine andere Konsistenz. Currypulver hingegen besteht aus gemahlenen Gewürzen und ist somit eine trockene Gewürzmischung.

In der indischen Küche werden die Masalas (Gewürzmischungen) normalerweise zunächst ganz temperiert, das heißt geröstet oder in Öl gebraten, und dann anschließend zu Pulver zerkleinert oder in ganzen Stücken beim Kochen dazugegeben, während sie in Thailand beispielsweise aus frischen, rohen Zutaten gemischt und zerkleinert werden, bevor sie während dem Kochen in Öl angeröstet werden.

Dies führt auch dazu, dass das Geschmacksprofil von Paste und Pulver stark voneinander abweicht, auch wenn einige Zutaten übereinstimmen: In Currypasten findet man oft viele frische Chilis, welche für ordentliche Schärfe sorgen, sowie Knoblauch, Ingwer und Zitronengras, die dem Gericht einen besonders pikanten Kick geben. Currypulver schmeckt im Vergleich eher abgerundet und verfügt nicht über die stechende Würze der Pasten.

Wenn dir deshalb beim Kochen auffällt, dass dir eine der beiden Zutaten fehlt und du sie mit der anderen austauschen möchtest, sei dir der verschiedenen Zubereitungsarten und Geschmacksprofilen bewusst. Eine Anleitung für dein perfekt improvisiertes und personalisiertes Curry findest du hier.

3 Curry-Gewürzmischungen die du selbst machen solltest

Japanisches Currypulver für Kare Raisu

Wie oben bereits angesungen (ich könnte weitere zehn Seiten über dieses Gericht schreiben), ist japanisches Curry eines meiner Favoriten. Das Rezept für diese hausgemachte Gewürzmischung stammt von Sonoko Sakai, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein japanisches Curry ohne die Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe herzustellen, die in fertigen Currymischungen häufig enthalten sind. Hierzu die Gewürze anrösten und anschließend in einer Gewürzmühle zerkleinern. Für eine besonders feine Textur durchsieben und sofort in diesem leckeren Rezept für Curry-Udon-Nudeln mit Rindfleisch ausprobieren.

Chaat Masala

Chaat Masala (manchmal auch Chat Masala) wird in der Küche des indischen Subkontinents verwendet, hauptsächlich in der indischen, bangladeschischen und pakistanischen Küche. Es besteht typischerweise aus Amchoor (getrocknetem Mangopulver), Kreuzkümmel, Koriander, getrocknetem Ingwer, Salz (oft Kala Namak), schwarzem Pfeffer, Asafoetida (Asant) und Chilipulver. Oft wird es in Indien über Kartoffeln, Obst, Eiertoast und Salate gestreut gegessen. Straßenverkäufer mischen normalerweise ihr eigenes Chaat Masala, das sie auf gehacktes Obst oder frisches Gemüse (wie rohen weißen Rettich im Norden des indischen Subkontinents) geben.

Garam Masala

Die Zusammensetzung von Garam Masala ist regional sehr unterschiedlich. Da man Garam Masala nach persönlichem Geschmack zusammenstellen kann und jede Region in Indien eine eigene Version hat, gilt auch keines als authentischer als das andere. Die Bestandteile der Mischung werden auch hier geröstet und dann zusammen gemahlen. Garam Masala ist eines der Gewürzmischungen, das ich immer im Vorratsschrank parat habe.

Na, schon Hunger auf Curry bekommen?

Iss dich durch die Curries der Welt – für deine kulinarische Curry-Reise findest du hier ein paar Inspirationen. Viel Spaß beim Probieren und Nachkochen!

Butterhuhn in mild-würziger Tomatensoße

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→ zum Rezept

Blumenkohl-Curry mit Fünf-Gewürze-Mischung

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Rotes Thai Curry mit Hähnchen

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Curry Udon-Nudeln mit Rindfleisch

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Currywurst

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Grünes Muschel-Curry

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Rote Hähnchen-Curry-Suppe mit 5 Zutaten

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Cremiges Keto-Hühnchen-Korma

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