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Ruby Goss

Senior Food Redakteurin bei Kitchen Stories

instagram.com/ruby.goss/

Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem Kochbuch "Anyone Can Cook", das am 12. Oktober bei Penguin erscheint und das du hier bereits vorbestellen kannst. Den ganzen Monat lang findest du bei uns exklusive Einblicke in unser Kochbuch sowie zahlreiche neue, vielseitige Rezeptideen, auf die du fürs Abendessen unter der Woche zurückgreifen kannst.

Wenig Zeit? Kein Problem! Schon in 30 Minuten gelingt dir ein sättigendes, köstliches Curry mit wenigen Zutaten, das am nächsten Tag sogar noch besser schmeckt. Die folgenden Ideen sind inspiriert von Geschmackskombinationen, deren Ursprünge weitreichend sind – vom indischen Subkontinent bis Südostasien. Hier sind die Grundbausteine deines “Curry-Baukastens”, mit denen du dich Schritt für Schritt an dein Abendessen herantasten kannst.

Die wichtigsten Gewürze, die du zur Hand haben solltest

Für die Geschmacksbasis deines Currys kannst du natürlich auf eine Gewürzmischung zurückgreifen. Ich gebe zusätzlich gerne eine Zimtstange oder ein paar zermörserte Kardamomkapseln dazu. Natürlich kannst du auch bereits gemahlene Gewürze verwenden, doch was viele nicht wissen (oder gern verdrängen): Je länger man sie aufbewahrt, desto mehr verlieren sie an Geschmacksintensität. Kaufe sie daher am besten immer nur in kleinen Mengen, die du auch wirklich verbrauchst. 

Wenn du einen Mörser und Stößel besitzt, empfehle ich dir definitiv, auf Gewürzsamen zurückzugreifen, die du je nach Rezept ganz verwendest oder frisch mahlen kannst. Gewürze, die du für ein spontanes Curry immer zu Hause haben solltest, sind: Kreuzkümmel, Koriandersamen, Garam Masala, geräuchertes Paprikapulver, Zimtstangen, Chilipulver, Kardamomkapseln, Currypulver und gemahlene Kurkuma. Zusätzlich gehören eine grüne oder rote Currypaste zur Grundausstattung – diese kannst du auch selbst herstellen. Püriere dafür z.B. frische Kräuter, getrocknete oder frische Chilis, Knoblauch, Ingwer und Gewürze.

Warum du Gewürze anrösten solltest

Das Rösten von Gewürzen bei niedriger bis mittlerer Hitze ist das A und O zum Beginn deiner Curry-Zubereitung. Sowohl trockene Gewürzmischungen als auch Gewürzpasten (selbstgemacht oder gekauft) werden am besten zusammen mit Zwiebeln angeschwitzt. Durch diesen Zubereitungsschritt entfalten sie ihre Aromen optimal. Im Englischen wird dieser Prozess “blooming” genannt.

Hülsenfrüchte aus deinem Vorratsschrank

Getrocknete Hülsenfrüchte (zum Beispiel schwarze Bohnen und Kichererbsen) und robustere Linsenarten mit Schale (zum Beispiel braune Linsen oder Urdbohnen) solltest du am besten über Nacht einweichen lassen. Dadurch verkürzt sich nicht nur ihre Garzeit, sie werden auch bekömmlicher. Am nächsten Tag werden die eingeweichten Hülsenfrüchte abgegossen, in einem großen Topf mit Wasser bedeckt und ca. 15 Min. gekocht, bis sie weich sind. Sie sind gar, wenn du sie leicht zerdrücken kannst. Lasse sie in einem Sieb abtropfen und verwende sie nun für dein Rezept. Rote oder gelbe Linsen können genau wie alle Hülsenfrüchte aus der Dose direkt verwendet werden.

Das Gemüse

Deiner Fantasie sind bei der Auswahl der Gemüsesorten keine Grenzen gesetzt. Zu meinen Favoriten gehören (Süß-)Kartoffeln, Karotten, Blumenkohl, Brokkoli, Bohnen, Aubergine, Kürbis und Spinat (den solltest du aber erst kurz vor dem Servieren dazugeben). Das Einzige, worauf du achten solltest, ist die längere Garzeit von härteren Gemüsesorten. Sie sollten dementsprechend zuerst in deinem Topf landen.

Zusätzliche Aromen

Es gibt viele Möglichkeiten, deinem Curry noch mehr Geschmack oder Textur zu verleihen. Für ein cremiges Curry kannst du Kokosmilch, Sahne oder Joghurt kurz vor dem Ende der Kochzeit unterrühren. Wenige Esslöffel Tomatenmark sorgen gleichzeitig für Süße und Säure. Gib es direkt zu angeschwitzter Zwiebel, Knoblauch und Ingwer und erhitze das Tomatenmark ein paar Minuten, bis es dunkler wird und leicht karamellisiert. Dein Curry bekommt so ein besonders tiefes Aroma und eine tolle Farbe. Für Frische sorgt ein geriebener oder gewürfelter Apfel, den ich auch in meinem Rezept für Kichererbsen-Dal verwende. Wenn du ein südostasiatisch inspiriertes Curry kochen möchtest, bringt Fischsauce Umami und Limettensaft eine erfrischende Würze in dein Gericht.

Der Top-Tipp: Noch ein kleiiiines bisschen Geduld

Für das optimale Geschmackserlebnis solltest du das fertig gekochte Curry ca. 5 Min. vor dem Servieren ruhen zu lassen und es nicht heiß essen. Die perfekt warme Temperatur sorgt dafür, dass du, auch bei einem schnellen Curry, alle Aromen herausschmecken kannst. 

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