Andreas Strauch

Community Mitglied

Dieser Artikel ist Teil unseres Pizza-Monats, der sich ganz um DAS Fast Food überhaupt dreht (das eigentlich kein Fast Food ist). Wir haben spannende Rezepte im Gepäck, erkunden, welche Utensilien du wirklich brauchst (oder eben nicht!), welche Toppings wir alle mögen (und bei welchen wir uns uneinig sind) und wir beantworten all deine Fragen, die du und wir zum Thema Pizza haben. Sei dabei und nehme teil an unserer virtuellen Pizza-Party im April: Mit diesem Link verpasst du keine aktuellen Rezepte und Stories. Folge uns auf Instagram und Pinterest für den Blick hinter die Kulissen und noch mehr (Pizza)!

Wer in den letzten Tagen unserer Pizzaausgabe aufmerksam gefolgt ist, wird sich vielleicht fragen, warum ein ganz bestimmter Begriff noch nicht gefallen ist, nämlich Pizza Hawaii! Für die einen ist die Hawaii-Pizza ein geliebter Klassiker der italo-deutschen Küche, für andere – unter anderem für italienische Pizzaioli – das absolute Sakrileg.

Aber wir wären nicht Kitchen Stories, wenn wir nicht eine Lösung dafür hätten, denn wir sind der Meinung, es kommt nur auf die richtige Kombination an!

Wie du Ananas und andere ungewöhnliche Beläge gekonnt auf Pizza kombinierst und viele leckere Inspirationen aus der Kitchen Stories Redaktion und unserer Community erfährst du jetzt!

Pizzabeläge sind eine sehr individuelle Sache. Erzähl uns doch von deinen persönlichen Favoriten in den Kommentaren!

Unsere besten Ideen für Pizzabeläge

Meine erste Begegnung mit Belägen auf Pizza abseits von Margherita, Salami und Prosciutto e Funghi geht sehr weit zurück: In meiner Kindheit gingen meine Eltern am liebsten in ein italienisches Restaurant im Nachbarort. Pizza gab es dort eigentlich gar nicht auf der regulären Speisekarte, sondern nur für uns Kinder. Hin und wieder wurden wir aber mit einer ungewöhnlichen Eigenkreation für den ganzen Tisch zur Vorspeise überrascht. Dann gab es eine Pizza, die der Wirt Zia Teresa – Tante Teresa – getauft hatte. Es war eine kleine, sehr knusprige Pizza belegt mit Tomatensoße, salzigem Gorgonzola, dünnen Zwiebelringen, scharfer Peperoniwurst – und Apfelspalten.

Für unsere sensiblen kindlichen Geschmacksknospen war das nichts und es hat bei mir einige Jahre und viele Überzeugungsversuche gebraucht, bis ich meine Liebe für diese Geschmackskombination fand. Heute mache ich sie oft selbst, auch wenn ich die scharfe Salami des Originals gerne durch einen würzigen Speck wie Pancetta oder Südtiroler Schinken ersetze.

Für Zweifler: Ananas auf Pizza

Dieses positive Geschmackserlebnis aus meiner Kindheit ermöglichte es mir, mich einer weiteren Herausforderung zu stellen. Denn ähnlich wie für viele Italiener war für mich lange Zeit Ananas auf Pizza unvorstellbar. Ich muss zugeben, für die “klassische” Pizza Hawaii mit Ananas aus der Dose, Kochschinken und mildem Käse kann ich mich immer noch nicht begeistern, dafür aber für meine ganz eigene Version.

Ich finde die leicht säuerliche Süße von Früchten braucht auf einer Pizza einen Mitspieler, der eine ähnlich intensive, salzige und würzige Note dagegen setzt – ich habe mich für Nduja entschieden, eine scharfe Streichwurst aus dem Süden Italiens. Sie ist stark genug, um die Süße der Ananas zu durchdringen, und harmoniert geschmacklich sehr gut. Wo wir schon dabei sind: Ich benutze gerne frische Ananas, die ich in ca. 5 mm dicke Stücke schneide oder vorgeschnittene Stücke aus der Tiefkühltruhe, die über mehr Aroma, Säure und eine schönere Farbe verfügen, als die Variante aus der Dose. Und wer es wie ich gerne sehr scharf mag, träufelt über die fertige Pizza noch etwas hausgemachtes Chiliöl.

Diese Herangehensweisen funktionieren übrigens auch mit vielen anderen Obstsorten, zum Beispiel mit Trauben und Brie oder Birne und Ziegenkäse, wie ich es in der Community entdeckt habe.

Kombiniere bei deinen Pizzabelägen süße und saure Früchte mit würzigen und scharfen Zutaten, schau was passiert und lass uns in den Kommentaren wissen, wie es geschmeckt hat!

Warum grünes Gemüse vorher in die Pfanne gehört

Eine andere in Deutschland wenig beliebte Variante ist Pizza mit Kohlgemüse. In Neapel wird beispielsweise unter dem Namen Carrettiera traditionell Rübstiel mit Salsiccia und geräuchertem Scamorzakäse als Pizzabelag kombiniert. Da man den zarten Rübstiel hier selten zu kaufen bekommt, eignen sich als Ersatz gut die schlanken Broccolini, die es inzwischen in vielen Märkten gibt. Oder du benutzt wie unser Community-Mitglied Lisa-Marie ganz saisonal grünen Spargel.

Damit diese Gemüse auf der Pizza gar werden und ihren vollen Geschmack entfalten können, sollte man sie aber vorher kurz in Salzwasser blanchieren, oder noch besser, mit etwas Olivenöl durch die heiße Pfanne schwenken. Wer will, kann bei der Gelegenheit noch etwas Knoblauch und frische Chili mit in die Pfanne geben, um das Gemüse zu aromatisieren.

Ähnlich hält es sich mit Schwarzkohl, der sich hier in der Kitchen Stories Redaktion größter Beliebtheit erfreut. Mit etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer angebraten und einem Schuss weißen Balsamico abgelöscht, gesellt er sich auf der Pizza zu Gorgonzola und Walnüssen, wo er nach dem Backen ein intensives Aroma und die beinahe schwarze Farbe annimmt, die ihm seinen Namen gibt.

Auch andere Blattgemüse wie Grünkohl oder Radicchio machen sich gut als Pizzabelag, wenn man sie vorher kurz sautiert, denn sonst werden sie oft nicht gar oder verlieren so viel Flüssigkeit, dass die Pizza durchweicht. Diese leicht herben Geschmäcker passen sehr gut zu würzigem (Blauschimmel-) Käse und Nüssen.

Weiße Pizza und alternative Basissoßen

Pizza ohne Tomatensoße scheidet regelmäßig die Geister, denn für viele wird Pizza erst durch die Kombination von süß-säuerlichen Tomaten und zerlaufenem Käse wirklich zu einer Pizza. Das hat meine Kollegin Ruby nicht davon abgehalten, ein Rezept für eine Pizza zu veröffentlichen, die zwar “weiß” ist, bei der aber zumindest noch der fadenziehende Käse in großer Menge als Belag vorhanden ist.

Ich gehe einen Schritt weiter und sage: Pizza kann auch ohne einen klassischen Pizzakäse unglaublich lecker sein. Ausgehend von einem Glas von Devans geschmorten Pilzen in meinem Kühlschrank habe ich mich gefragt, wie ich diese sehr geschmackvollen Pilze am Besten als Belag auf einer Pizza unterbringen könnte. Die Antwort: eine weiße Basis aus Ziegenfrischkäse, angerührt mit frischem Grün wie Bärlauch, Frühlingszwiebel oder Schnittlauch, auf der sich die geschmorten Pilze und etwas von dem Öl, in dem sie gegart wurden, sehr wohl fühlen. Abgerundet wird das Ganze durch Haselnüsse und etwas frisch geriebenen Pecorino oder Parmesan, der aber erst nach dem Backen drüber gestreut wird.

Aber auch ein Pizzabelag ganz ohne Käse oder Tomaten und komplett vegan ist möglich. Als Basis eignet sich beispielsweise das Auberginenmus Baba Ghanoush, das ich für die Pizza etwas flüssiger und säuerlicher als im Originalrezept zubereitet habe. Darauf kommen noch eine Hand voll Pinienkerne, nach dem Backen Granatapfelkerne und einige Kleckse Tahini.  

Vegane Pizza kannst du aber natürlich auch ganz klassisch mit Tomatensoße machen, wie das Rezept von Lena aus unserer Community gut zeigt.

“Weiße” Pizza “Ja, bitte!” oder eher nicht, was meinst du?

Und wenn du unsere ungewöhnlichen Geschmackskombinationen immer zur Hand haben willst, speicher’ dir gleich unsere Infografik ab!

Deine Lieblingspizza hat es nicht in die Liste geschafft? Oder einen bestimmten Pizzabelag kannst du dir beileibe nicht vorstellen? Erzähl uns doch von deinen Favoriten – oder auch deinen abenteurlichsten Experimenten mit Pizzabelägen – in den Kommentaren!

Und wenn du ein Pizzarezept hast, das einfach mit der ganzen Welt geteilt werden muss, lad’ es direkt über unsere App oder Webseite hoch!

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