Kristin Bothor

Redaktionsmanagerin bei Kitchen Stories

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Wie sollte man am besten Obst und Gemüse einkaufen? Natürlich saisonal! Genau deshalb widmen wir uns alle 2 Wochen bei Kitchen Stories einem neuen Obst oder Gemüse der Saison und zeigen dir 3 neue Rezepte damit. Der Markt wartet auf uns!

Ich könnte diesen Artikel nicht besser beginnen, als mit einer kleinen Anekdote über meine erste (schmerzhafte) Begegnung mit Meerrettich. Ich muss etwa fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, saß gerade in der Küche meiner Großeltern und sah meiner Oma bei den Vorbereitungen für das Mittagessen zu: Kartoffelklöße mit Meerrettich-Soße und Tafelspitz sollte es geben, bis heute mein liebstes Kindheitsessen.

Kurz nachdem die harmlos scheinende Wurzel in der Moulinette frisch geraspelt wurde, fiel meiner Oma auf, dass sie noch etwas in der Speisekammer vergessen hatte und ließ mich mit den mahnenden Worten zurück: “Geh bloß nicht an den Meerrettich – und schon gar nicht dran riechen!”. Dass sie mit dieser Ansage bei kindlicher Neugier eben genau das Gegenteil bewirkte, wurde ihr offensichtlich erst klar, als sie mich schluchzend und mit tränenden Augen auf dem Küchenfußboden fand. Natürlich hatte ich daran gerochen.

Da in der unscheinbar wirkenden Meerrettichwurzel aber noch deutlich mehr steckt als geballte Schärfe, werfen wir heute einen genaueren Blick auf ihre Inhaltsstoffe, die richtige Ernte und Lagerung – und haben natürlich wieder neue Rezepte für dich dabei.

1. Hallo, mein Name ist Meerrettich

Nicht umsonst ist Meerrettich seit dem Mittelalter in der Pflanzenheilkunde bekannt und beliebt: Die scharfe Wurzel mit dem kresseähnlichen Geschmack enthält einen nennenswerten Anteil an Vitamin C (114 Mikrogramm pro 100 Gramm), aber auch einen vergleichsweise hohen Gehalt an B-Vitaminen, Kalium, Calcium, Eisen und ätherischen Ölen.

Mit diesem breiten Spektrum an essentiellen Nährstoffen kann Meerrettich gute Dienste für unsere Gesundheit leisten. Am bedeutungsvollsten sind allerdings seine enthaltenen Senfölglykoside, deren antivirale und antimikrobielle Wirkung bereits wissenschaftlich belegt werden konnte. Nur ein Grund, genau jetzt Meerrettich zu kaufen (oder zu ernten)!

2. Wann (und wie) du den perfekten Meerrettich findest

Wenn du Meerrettich selbst anbauen möchtest, solltest du das bereits im Frühjahr angehen. Sobald die Blätter der Meerrettichpflanze beginnen abzusterben, ist das Wurzelwachstum beendet und der Meerrettich kann aus der Erde gestochen werden. Die Erntezeit beginnt meist ab Oktober, bis in den Februar hinein können die Meerrettichwurzeln geerntet werden.

Auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt kannst du Meerrettich ebenfalls ab Oktober kaufen, hier solltest du jedoch genau hinschauen, da er der Petersilienwurzel zum Verwechseln ähnlich sieht.

3. Wie du Meerrettich richtig lagerst

Meerrettich lässt sich problemlos im Kühlschrank lagern, dort hält er sich etwa vier Wochen. Ist die Meerrettichwurzel bereits angeschnitten, ist sie noch etwa zwei Wochen haltbar. Wenn du Meerrettich einfrieren möchtest, kannst du ihn dort gut sechs Monate aufbewahren – entweder im Ganzen oder fein gerieben, zum Beispiel in Eiswürfelbehältern.

Auf diese Weise kannst du den Meerrettich auch schon als Würzmittel für Suppen und Soßen vorportionieren. Leider verliert er beim Einfrieren jedoch auch ein wenig an Geschmack. Möchtest du sein volles Aroma auskosten, solltest du die Meerrettichwurzel daher direkt weiter verarbeiten, wenn sie frisch aus der Erde kommt.

4. Wie du Meerrettich zubereiten kannst

Am besten wird Meerrettich zunächst geschält und anschließend fein gerieben oder geraspelt, du kannst dafür auch einen Zerkleinerer verwenden. An dieser Stelle noch einmal ein Tipp aus eigener Erfahrung: Die Meerrettichwurzel ist unverarbeitet zwar geruchlos, hat es aber ziemlich in sich, sobald sie gerieben oder geschnitten wird.

Verantwortlich dafür ist das sogenannte Allylsenföl, das bei der enzymatischen Umsetzung aus dem enthaltenen Senfölglykosid Sinigrin entsteht und für einen stechenden Geruch sorgt. Hast du den Schritt des Reibens nun ohne tränende Augen hinter dich gebracht, kannst du den Meerrettich zum Würzen von Dips und Soßen einsetzen. Sehr beliebt sind auch beispielsweise Meerrettichsuppe und Meerrettichsahne.

Generell passt Meerrettich toll zu Fisch und Meeresfrüchten, verschiedenen Gemüsesorten wie rote Bete, Kartoffeln, Sellerie und Rucola sowie frischen Kräutern wie Schnittlauch, Dill und Petersilie. Wenn du es nicht ganz so scharf magst, kannst du den Meerrettich auch kochen oder trocknen, auf diese Weise verliert er ein wenig an Schärfe.

5. Was du jetzt kochen solltest

Wir werden die gesamte Woche neue Rezepte mit Meerrettich veröffentlichen, also schau am besten immer mal wieder vorbei! Mit diesen Rezepten kannst du direkt starten:

Selleriesuppe mit Lachs

Selleriesuppe mit Lachs

→ zum Rezept

Omelett-Wrap mit Lachs und Rucola

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Ofengemüse mit Forellendip

Ofengemüse mit Forellendip

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Low Carb Pizza aus Blumenkohl mit geräuchertem Lachs

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Kartoffelsuppe mit Meerrettich

Kartoffelsuppe mit Meerrettich

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Heringssalat

Heringssalat

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Herzhafter Pfannkuchen aus dem Ofen mit geräuchertem Lachs

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→ zum Rezept

Gerösteter Bunte-Bete-Salat mit Meerrettich und Kürbiskernen

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→ zum Rezept

Kartoffel-Meerrettich-Püree mit Fleischbällchen

Kartoffel-Meerrettich-Püree mit Fleischbällchen

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