Suche

Team

Redakteure bei Kitchen Stories

Sie ist die Speise der Götter. Nein, die Rede ist nicht etwa von Nektar und Ambrosia, sondern von einer exotischen kleinen Frucht, die optisch ein bisschen an eine Tomate erinnert. Als asiatischer Importschlager hat die Kaki-Frucht vor allem im Winter den Siegeszug in unseren heimischen Supermärkten angetreten. Aber woher weiß man eigentlich, dass die süßen Früchte reif sind, wie bereitest du sie zu und wie isst man sie denn überhaupt richtig?

Kaki, Sharon & Persimone: ein- und dasselbe oder nur ähnliche Früchte?

Vielleicht hast du schon einmal ratlos vor dem Obstregal gestanden und dabei eine orange-rote Frucht in der Hand gehalten. Sie sieht aus wie eine Kaki, aber hat eine etwas andere Schattierung, außerdem kommt sie mal kugelförmig, mal oval, mal eher flach daher. Auch die Bezeichnungen auf dem Schild sind oft unterschiedlich, da heißt die Kaki-Frucht mal Kaki, mal Persimone, mal Sharonfrucht – aber was hat es damit auf sich?

Das Original ist die Kaki. Sie stammt ursprünglich aus Asien, wächst aber auch in Europa an warmen und sonnigen Orten. Kakis, die wir in unseren Supermärkten finden, sind häufig aus Italien. Wenn sie einmal reif sind, begeistern sie selbst kritische Kinder, die Obst sonst abgrundtief verabscheuen, mit süßem und mildem Geschmack. Allerdings haben sie einen herben Beigeschmack und enthalten Kerne, die aber mitgegessen werden können.

Persimone und Sharon sind Zuchtformen. Wenn du im Supermarkt um die Ecke Persimonen entdeckst, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass sie aus Spanien stammen. In ihrer Form sind sie etwas ovaler und erröten im reifen Zustand ein wenig.

Die Sharon-Frucht wird auf der gleichnamigen Ebene zwischen Tel Aviv und Haifa in Israel angebaut. Im Vergleich zu ihren Verwandten ist sie gelb-orange und etwas flacher. Nicht nur Form und Farbe machen den Unterschied, sowohl Persimone als auch Sharon sind im Geschmack weniger bitter und können deshalb etwas unreifer gegessen werden.

Woran erinnern die Kakisorten denn geschmacklich? Am ehesten lässt sich wohl dieser Vergleich heranziehen: Zuckermelone und Pfirsich treffen auf Tomate – und das Ganze mit leichter Vanillenote. Schwer zu beschreiben, schmeckt aber extrem gut und lässt sich in der Küche wunderbar vielseitig einsetzen.

Gesund, gesünder, Kaki? Wie gesund der Exot im Obstregal wirklich ist

Glaubt man, was man so liest, ist die Kaki-Frucht eine echte Bombe in Sachen Gesundheit. Nicht alles, was man so über sie hört, ist allerdings wissenschaftlich belegt. Da sie erst kurz vor Winteranbruch geerntet wird, sorgt sie auf jeden Fall während der kalten und tristen Jahreszeit für Abwechslung auf dem Speiseplan.

Und auch ansonsten gibt es gute Nachrichten, denn tatsächlich steckt im saftigen Fruchtfleisch jede Menge Vitamin A. Allerdings bestehen Kakis auch fast zu einem Fünftel aus Zucker – wie gesund sind sie also wirklich?

Kaki: Kalorien der süßen Frucht

Für ein Winterobst hat die Kaki vergleichsweise viel Kalorien. Während Kiwis, Orangen und Mandarinen nur je ca. 50 kcal pro 100 Gramm aufweisen, hat die süße Frucht mit der festen Schale ca. 70 kcal.

Macht aber nichts, denn für einen süßen Snack zwischendurch ist die Kalorienanzahl immer noch absolut im Rahmen.

Die Nährwerte und Inhaltsstoffe im Überblick

Was ist also alles enthalten in der Kaki auf deinem Teller? Zum einen ist da beinahe das gesamte Vitamin-ABC. Provitamin A haben wir bereits erwähnt. Pro 100 Gramm Frucht sind ca. 270 Mikrogramm davon enthalten. Außerdem ist die Kaki-Frucht reich an Vitamin B und C (wenn auch im Vergleich zu Orangen beispielsweise etwas weniger enthalten ist).

Dazu kommen: Kalium, Phosphor, Antioxidantien, Kohlenhydrate, Ballaststoffe.
Daraus ergibt sich dann eine Nährwertbilanz, die sich sehen lassen kann.

Das sind die Nährwerte pro 100 Gramm: Brennwert: 70 kcal, Eiweiß: 0,6 Gram, Fett: 0,2 Gramm, Kohlenhydrate: 16,5 Gramm, Ballaststoffe: 2,5 Gramm

Das tut die Kaki für deine Gesundheit

Ist die Kaki-Frucht also Wunderheilmittel und Superfood? Wenn man alten asiatischen Weisheiten Glauben schenken möchte, dann haben die Früchte der Götter wahre Heilkräfte, lindern Durchfall und Husten. Wissenschaftlich belegt ist das allerdings nicht.

Fakt ist: Vitamin A ist wichtig für die Augen, die Haut und die Schleimhäute. In der Erkältungssaison ist auch das enthaltene Vitamin C ein wichtiger Faktor, um gesund zu bleiben, selbst wenn um dich herum alle schniefen und husten. Und die Ballaststoffe sind tatsächlich gut für die Verdauung, allerdings regen sie die Darmbewegung eher an, als Durchfall zu lindern.

Gerade für Sportler ist die Kaki ziemlich perfekt geeignet, denn durch die natürliche Süße der Früchte wird der Glukosespeicher in Nullkommanichts wieder aufgefüllt. Auch im Rahmen einer Diät kannst du noch guten Gewissens in eine Kaki beißen, schließlich besteht sie zu ca. 80 % aus Wasser und selbst, wenn der Fruchtzucker nicht die Pfunde purzeln lässt, so hat eine Studie doch gezeigt, dass du zumindest durch die enthaltene Fructose nicht zunimmst und sogar etwas weniger Appetit hast.

Saisonal kaufen: Wann die orange Frucht ihre Hoch-Zeit hat

Auch das ist dir mit Sicherheit schon aufgefallen: Kakis sind nicht immer in den Regalen zu finden. Sie sind etwas anders als andere Früchte, denn geerntet werden sie erst dann, wenn die Blätter schon von den Bäumen fallen.

Wie gesagt, sie wachsen dort, wo das Klima warm ist und das auf allen Kontinenten. Für Kaki-Früchte aus Spanien und Italien ist von Oktober bis Januar Saison, die Sharon-Früchte aus Israel sind bis Ende Februar etwa erhältlich, brasilianische Kakis kannst du teils sogar bis in den Juli hinein finden und kaufen.
Hier haben wir für dich noch mehr Wissen rings um die Kaki-Saison gesammelt.

Reifeprüfung: Wie du einen pelzigen Mund vermeiden kannst

Wer schon einmal in eine unreife Kaki gebissen hat, der weiß, dass das alles andere als eine Geschmackssensation ist. Zumindest nicht im besten Sinne des Wortes. Schuld daran sind die Tannine in der orangenen Schale. Dabei handelt es sich um Gerbstoffe, die eine sogenannte adstringierende Wirkung haben.

Sie verändern die Eiweiße der Haut und Schleimhaut (also auch im Mund) und erzeugen so eine dünne Schicht, die sich darüber legt. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Der Effekt ist nämlich ganz einfach der, den wir gemeinhin als pelzige Zunge bezeichnen. Außerdem wird die Schale aus diesem Grund oft als bitter wahrgenommen.

Wie vermeidest du dieses unangenehme Gefühl, das über Stunden nicht so richtig verschwinden möchte? Die Zuchtformen Sharon und Persimone verfügen von Haus aus über weniger Tannine und können so selbst dann gegessen werden, wenn sie noch nicht ganz reif sind, ohne, dass die Zunge zu kribbeln beginnt.

Oder du unterziehst die Früchte einem Drucktest: Wenn du mit dem Zeigefinger leicht auf die Schale drückst, sollte sie nur leicht nachgeben, aber auf keinen Fall Druckstellen hinterlassen. Weder zu weich noch zu hart also.

Im Zweifelsfall lieber ein bisschen zu hart kaufen und zu Hause nachreifen lassen. Dazu kannst du sie einfach zum anderen Obst (am besten sogar in die Nähe von Äpfeln) in die Obstschale legen. Sind sie bei Zimmertemperatur noch einige Tage lang gereift, kannst du sie ohne Probleme essen.

Keine Sorge, wenn dir braune Stellen ins Auge stechen. Die entstehen schnell aufgrund des Zuckers. Trotzdem sind sie ein bisschen die Schwachstellen der Kakis, hier entsteht schnell Fäulnis, deshalb besser vorsorglich herausschneiden.
Übrigens: Sharon-Früchte können bis zu drei Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Geschält oder nicht geschält – das ist hier die Frage

Die Antwort lautet: Nach Belieben und Geschmack. Ähnlich wie bei einem Apfel kannst du die Kaki-Frucht schälen, musst du aber nicht. Für eine Kaki würden wir es fast trotzdem empfehlen, da viele die Bitterstoffe nicht sonderlich gern haben. Wenn die Schale schon fast durchsichtig geworden ist und das Fruchtfleisch durchschimmert, sind die Tannine fast verschwunden.

Sharon und Persimone vergeben allgemein etwas mehr und schmecken auch unreif süßer. Die Schale ist also kein Problem. Einfach mit kaltem Wasser gut abwaschen (Achtung: nicht zu fest drücken, sonst wird’s schnell matschig!), aufschneiden, harte Blätter entfernen und je nach Größe in vier oder acht Spalten teilen. Den Strunk in der Mitte kannst du übrigens getrost mitessen oder ebenfalls entfernen.

Oder aber du schneidest die Kaki einfach auf und löffelst sie wie eine Kiwi. Die vielleicht schnellste Möglichkeit, um an das saftige Fruchtfleisch zu kommen.

Bring Farbe in dein Leben: Der Allrounder in der Küche

In der Küche machen Kaki, Sharon und Co. eine richtig gute Figur. Sie sind die perfekte Ergänzung zu jeder Mahlzeit, ganz egal, ob süß oder herzhaft. Nach dem Workout sind sie genau die richtige Wahl für einen gesunden Snack. Mit oder ohne Schale, klein geschnitten oder direkt aus der Schale gegessen sorgen sie für einen wahren Energie-Boost.

Auf jeden Fall machen sie dein Essen bunt. Beim Frühstück kannst du sie mit etwas Joghurt genießen oder in ein Chai-Quinoa-Porridge packen.

Chai-Quinoa-Porridge mit Kaki

Chai-Quinoa-Porridge mit Kaki

→ zum Rezept

Oder du machst sie zum absoluten Star in deinen Salaten:

Süßkartoffel-Salat mit Haselnüssen, Kaki und Burrata

Süßkartoffel-Salat mit Haselnüssen, Kaki und Burrata

→ zum Rezept

Feldsalat mit gebackener Kaki und Ahornsirup-Senf-Vinaigrette

Feldsalat mit gebackener Kaki und Ahornsirup-Senf-Vinaigrette

→ zum Rezept

Unbedingt probieren solltest du auch, was passiert, wenn du die Speise der Götter als Backzutat verwendest. Kaki-Scones sind ein echter englischer Klassiker, aber eben mit Twist:

Kaki-Scones mit Walnüssen

Kaki-Scones mit Walnüssen

→ zum Rezept

Ein echtes Multitalent also, diese Kaki-Frucht. Während der kalten Jahreszeit sorgt sie für mediterranes Sommerfeeling.

Viel Spaß beim Genießen und Ausprobieren unserer Rezepte – erzähl uns doch auch, was du aus deinen Kakis so zauberst!

Mehr Köstlichkeiten für dich