Julia Stephan

Redakteurin bei Kitchen Stories

Wenn du die wichtigsten Utensilien in deiner Küche benennen müsstest, welche wären es? Töpfe? Pfannen? Schneidebrett und Messer? Vielleicht sogar deine Küchenmaschine? Wir befürchten, dass die wenigsten Menschen dabei an das bescheidene, große Backblech denken, das sein Küchenleben eher versteckt im Ofen führt. Sobald Weihnachten vor der Tür steht, fragen wir uns, warum wir nicht noch fünf weitere Bleche besitzen, um all unsere Plätzchen möglichst schnell zu backen. Den Rest des Jahres benutzen wir es ehrlich gesagt viel zu selten.

Dabei ist ein Backblech (d)ein treuer Begleiter in allen kulinarischen Belangen! Blechkuchen, Ofengemüse und knuspriges Focaccia sind nur die ersten drei guten Gründe, warum das Backblech ab sofort wieder regelmäßig zum Einsatz kommt. Hier sind noch viele weitere, sowie hilfreiche Tipps und unsere liebsten Rezepte vom Blech für diesen Herbst!

1) Aus One-Pot wird One-Blech

Als der One-Pot-Trend seine Hochsaison erlebte, wollten alle sofort Pasta mit Gemüse in den Topf werfen, um zu sehen, wie dieses Küchenwunder funktioniert. Mit einem Backblech funktioniert es aber genauso gut: Zutaten aufs Blech und ab in den Ofen – viel mehr Arbeit ist nicht nötig, damit du dich in kurzer Zeit an aromatischen und sogar knusprigen Gerichten erfreuen kannst. Ganz nebenbei teilt das Kochen vom Blech auch noch einen weiteren Vorteil mit One-Pot-Rezepten: Es spart Abwasch!

2) Der Ofen macht das schon…

Selbst wenn du noch ein eher ängstlicher Anfänger in der Küche bist, wird dir das Kochen vom Blech gelingen – versprochen! Mit 180°C im Backofen machst du prinzipiell nichts verkehrt und kannst entspannt mit deinen ersten Rezepten beginnen. Sobald du ein paar Erfahrungen gesammelt hast und dich besser mit den Garzeiten deiner Zutaten auskennst, kannst du dich auch an das Kochen ganz ohne Rezept trauen und selbstbewusst mit Gewürzen und neuen Kombinationen experimentieren.

3) Kommt nie aus der Mode: Ofengemüse

Selbst die größten Fleisch-Liebhaber*innen greifen bei Ofengemüse immer gern zu. Es ist wohl eines der gesündesten Wohlfühlessen, saisonal variabel und damit ein Gericht fürs ganze Jahr. Im Frühlings gibt’s Spargel vom Blech, im Sommer rösten saftige Tomaten mit Knoblauch im Ofen und für diesen Herbst haben wir uns die besten Gemüsesorten für einen bunten Mix ausgesucht: von Fenchel und Möhren bis hin zu  Kürbis und Rote Bete.

Um daraus ein sättigendes Abendessen für die ganze Familie zu zaubern, kannst du das Ofengemüse mit einem aromatischen Knoblauchbrot servieren, das du 10-12 Minuten vor dem Ende der Garzeit ebenfalls auf das Backblech legst. Das Knoblauch Brot von MEGGLE ist so groß, dass es die ganze Familie satt macht und praktischerweise halbiert. Dadurch bietet es ausreichend Fläche für einen Aufstrich. In der restlichen Backzeit kannst du deshalb ein frisches und schnelles Basilikumpesto zubereiten, das sowohl als Brotaufstrich als auch als Dip zum Ofengemüse schmeckt.

Ofengemüse mit Pesto-Knoblauchbrot

Ofengemüse mit Pesto-Knoblauchbrot

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4) So leicht geht Meal Prep

Auch der Meal-Prep-Trend verhalf dem Backblech wieder zu mehr Aufmerksamkeit. Schließlich könnte keine Pfanne groß genug sein, um in nur einem Schwung ein ausgewogenes Gericht mit mehreren Komponenten zuzubereiten – egal ob gegart, gebräunt oder sogar leicht karamellisiert. 

Unser Rezept für Ofenhähnchen mit Rosmarinkartoffeln eignet sich hervorragend zum Vorkochen deines Mittagessens für die nächsten Tage. Du kannst es aber natürlich auch genauso gut als Familienabendessen oder zu einem Dinner mit Freunden servieren. Vergiss dabei nur nicht die Kräuterbutter, die im Ofen auf den Hähnchenbrustfilets schmilzt und ihnen dadurch eine Kräuternote verleiht und sie besonders zart garen lässt. Sie eignet sich auch toll zum Servieren, um den warmen Ofenkartoffeln den finalen Feinschliff zu geben

Mediterranes Ofenhähnchen mit Rosmarinkartoffeln vom Blech

Mediterranes Ofenhähnchen mit Rosmarinkartoffeln vom Blech

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5) Schritt für Schritt zum ausgewogenen Abendessen

Eine ausgewogene Mahlzeit sollte aus einer Portion Protein, Gemüse und Kohlenhydraten bestehen. Während du üblicherweise z. B. Hähnchen in der Pfanne brätst, während die grünen Bohnen im Topf blanchieren und das Brot im Toaster knusprig wird, gelingt dir auf dem Backblech alles auf einmal. 

Allerdings braucht nicht jede Zutat die gleiche Garzeit im Backofen, weshalb du Schritt für Schritt vorgehst. Beginne mit den Zutaten, die am längsten brauchen – Schweinekotelett gart ca. 30 Minuten, während ein Hähnchenbrustfilet nur ca. 15 Minuten und Lachs sogar nur ca. 10 Minuten benötigt. Kartoffeln, Romanesco, Rote Bete, Karotten und Kürbis brauchen ca. 30-35 Minuten, während Zucchini, Brokkoli, Paprika und Tomaten schon nach 15 Minuten weich sind. 

Ein Extratipp: Damit du nicht ständig den Ofen öffnen musst, um neue Zutaten aufs Backblech zu legen, kannst du die Zutaten, die länger garen, in kleinere Stücke schneiden als diese, die eine kürzer Garzeit haben. Die Kartoffeln schneidest du z. B. in kleine Würfel, die Paprika dafür in breite Streifen – schon hast du die Garzeiten ausgeglichen.

6) Backblech ist nicht gleich Backblech

Die wenigsten Menschen haben schon einmal ein separates Backblech gekauft, schließlich werden sie ja meistens direkt mit dem Ofen geliefert. Doch ist dir schon mal aufgefallen, dass nicht jedes Backblech gleich ist? Es gibt Backbleche aus Schwarzblech, emailliert, mit schrägen Kanten, hohem Rand, und mehr! Es gibt Backbleche, die so groß sind, dass du sie direkt in deinen Backofen schieben kannst und kleine Varianten, die man auf ein Rost legt. 

Welches Backblech ist also das richtige für dein Gericht? Backbleche mit hohem Rand eignen sich besonders für süße und herzhafte Blechkuchen, weil der Teig so ganz leicht nach oben backen kann. Kekse und Plätzchen freuen sich hingegen über ein Blech mit schrägen Kanten, damit sie problemlos vom Blech geschoben werden können. Ofengemüse wird auf einem flachen Backblech besonders knusprig, weil ein hoher Rand den entweichenden Wasserdampf auffangen würde und das Gemüse so eher dämpft als röstet. 

Je größer das Backblech, desto mehr Platz haben natürlich auch deine Zutaten. So liegen sie nicht übereinander und der Wasserdampf kann entweichen – sie werden knusprig. Kleinere Backbleche hingegen sind perfekt für kleine Portionen oder für Kekse, die vor dem Backen noch im Kühlschrank oder Gefrierschrank ruhen müssen.  

7) Unser Geheimtipp: Backblech vorheizen!

Die meisten Rezepte verwenden ein kaltes Backblech, das im  Backofen gemeinsam mit den Zutaten erhitzt wird. Allerdings kannst du auch dein Backblech beim Vorheizen im Backofen lassen und es dann vorsichtig mit Topflappen herausnehmen und das heiße Blech belegen. Es funktioniert im Prinzip wie mit einer heißen Pfanne: Deine Zutaten beginnen direkt mit dem Garen und werden so auch besonders knusprig.   

8) Egal ob Fleisch, Fisch oder nichts von beidem

Egal ob Geflügel oder Tofu: Auf dem Backblech kannst du jede Art von Protein zubereiten, hier sind ein paar Optionen für dich:

Fleisch: Von Geflügel bis Schweine- oder Rindfleisch kannst du dich für eine Fleischsorte deiner Vorliebe entscheiden. Besonders einfach gelingt die Zubereitung auf dem Blech natürlich mit dünneren Fleischzuschnitten, z. B. Hähnchenbrustfilets und Rindfleischstreifen aber auch Rippchen, Würstchen oder Fleischbällchen, die du direkt neben deinem Gemüse auf dem Backblech garen kannst. Auch ein Krusten- oder Rippenbraten kann mehrere Stunden direkt auf deinem Backblech garen – zum Ende der Zubereitungszeit kannst du auch dafür die Gemüse- und Kartoffelbeilage direkt mit aufs Blech geben.

Sesam-Hähnchen mit Gemüse vom Blech

Sesam-Hähnchen mit Gemüse vom Blech

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Fisch: Wer Fisch im Backofen zubereiten möchte, kann sich von Lachs und weißen Fischfilets wie Kabeljau und Seebarsch bis hin zu Garnelen an einer breiten Auswahl bedienen. Eine der Lieblingskombinationen unserer Köchin Hanna: Garnelen mit Knoblauch, Zitrone und Basilikum. Sie empfiehlt außerdem, Fisch im Backpapier-Päckchen zu garen, damit die Aromen verschlossen bleiben und der Fisch besonders zart wird. Du kannst ihn aber auch offen aufs Backblech legen. In beiden Fällen wird er am geschmackvollsten, wenn du ihn direkt auf ein Bett aus Aromaten legst, z. B. Zitronenscheiben, frische Kräuter oder wie in diesem Rezept auf Frühlingszwiebeln.

Lachs vom Blech mit Frühlingszwiebeln und Knoblauchbutter

Lachs vom Blech mit Frühlingszwiebeln und Knoblauchbutter

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Fleischlose Alternativen: Vegetarische und vegane Optionen wie Tofu, Tempeh und Seitan haben den Vorteil, dass sie keinen Garpunkt besitzen, den du unbedingt erreichen musst. Bei ihnen  geht es eher darum, sie im Ofen knusprig und geschmackvoll zuzubereiten. Für die Knusprigkeit eignen sich vor allem Tempeh und Seitan, die an sich schon relativ wenig Flüssigkeit besitzen. Tofu solltest du vorher in Küchenpapier wickeln, zwischen zwei Teller legen und beschweren. So lässt du ihn ca. 30 Minuten stehen, damit er Feuchtigkeit verliert und trockener wird. Alle genannten pflanzlichen Produkte haben von sich aus nicht viel Geschmack, weshalb du sie vor dem Backen kräftig würzen oder am besten sogar marinieren solltest. Je nach Größe brauchen sie ca. 15-30 Minuten im Ofen und sollten immer mit ausreichend Platz zueinander auf dem Blech verteilt werden und niemals neben Zutaten liegen, die Wasser verlieren.

9) 1001 Möglichkeiten

Die ersten Tipps haben es sicher schon deutlich gemacht: Ein Backblech ist wie eine weiße Leinwand, auf der du dich austoben kannst. Von zarten Lachsfilets auf Zitronenscheiben und rustikalen Bauernpfannen-Varianten bis hin zu einem Blech voller Tex-Mex-Fajitas ist alles möglich – entscheidend dafür ist natürlich auch, wie du deine Zutaten würzt. 

Grundsätzlich spielen Fette, Gewürze und Kräuter eine wichtige Rolle. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer kannst du nichts falsch machen – sie sind so etwas wie die Grundlage der Blech-Gerichte. Aber experimentierte auch mit anderen Ölen wie Kokos-, Erdnuss- oder Traubenkernöl. Oder traue dich an kräftige Aromen, Marinaden oder Gewürz-Rubs. Und wenn du es ganz bunt magst, kombiniere sie sogar auf einem Blech und würze einzelne Gemüsesorten oder Hähnchenbrustfilets unterschiedlich.

10) Natürlich lassen wir dich nicht ohne dieses Rezept gehen

Nachdem wir dir nun ausreichend gesunde und ausgewogene Rezepte mit mehreren Komponenten gezeigt haben, wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass ein Backblech perfekt für Pizza und herzhafte Varianten wie Zwiebelkuchen ist. 

In den USA ist die auf dem Backblech gebackene Pizza auch als “Grandma Pizza” bekannt. Sie hat einen wunderbar fluffigen Boden und wird trotzdem auf dem Blech von unten knusprig. Oder du beginnst direkt mit dem Klassiker der südwestdeutschen Küche: Zwiebelkuchen! Nach nur 30 Minuten strömt ein so unwiderstehlich köstlicher Geruch durch deine Wohnung, dass es dir schwer fallen wird, den Zwiebelkuchen nicht direkt allein zu verdrücken. 

Zwiebelkuchen vom Blech

Zwiebelkuchen vom Blech

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Wie oft benutzt du dein Backblech? Hast du noch mehr Rezeptideen für uns? Schreib sie uns doch in den Kommentaren!

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