Jetzt in Saison: Bärlauch richtig kaufen, lagern und zubereiten

Jetzt in Saison: Bärlauch richtig kaufen, lagern und zubereiten

… und 5 köstliche neue Rezepte

Lisa-Kristin Erdt

Lisa-Kristin Erdt

Food Editor bei Kitchen Stories

www.instagram.com/elkey.i/

Wie sollte man am besten Obst und Gemüse einkaufen? Natürlich saisonal! Genau deshalb widmen wir uns bei Kitchen Stories alle 2 Wochen einem neuen Obst oder Gemüse der Saison und zeigen dir 5 neue Rezepte damit. Der Markt wartet auf uns!

Ich bin in einem kleinen Dorf im Alpenvorland aufgewachsen, in dem die vielerorts unberührte Natur für mich eigentlich eher eine Bühne der Entdeckungen war. Wenn ich an unserem sogenannten Wäldchen, also einem breiten Waldstück mit einem kleinen Bach entlang ging, konnte ich den frischen Bärlauch schon meterweit entfernt riechen. Nicht selten landete genau dieses Wildkraut noch am selben Tag verarbeitet zu einem aromatischen Salat auf dem Abendbrottisch.

Der Duft des Lauchgewächses ist für mich purer Frühling. Besonders einprägsam ist das würzige, an Knoblauch erinnernde Aroma, das das Kraut Pestos, Salaten oder Bärlauchnudeln verleiht. Für diejenigen, die bisher einen Bogen um Bärlauch gemacht oder ihn im Supermarktregal schlicht übersehen haben, gibt’s jetzt gute Neuigkeiten: Die Anschaffung von Bärlauch lohnt sich nicht nur wegen seines Geschmackes, sondern auch, weil Liebhaber ihn ganz unkompliziertl im eigenen Garten vervielfachen können.

Das Wildkraut ist extrem ausbreitungsfreudig und vermehrt sich schnell. Du kannst eine Pflanzenzwiebel also einfach einpflanzen und bei günstigen Bedingungen und etwas Geschick ein ganzes Bärlauch-Meer im darauffolgenden Jahr erwarten. Am liebsten mag er es halbschattig und breitet sich auch auf feuchtem Boden problemlos aus.

Wenn ein grüner Daumen nicht zu deinen Stärken zählt und du das Anpflanzen lieber den Profis überlassen möchtest, kannst du bei deinem nächsten Frühlingsspaziergang an einer Aue oder einem Bachlauf ebenfalls Glück haben: Hier sind die Bodenbedingungen für Bärlauch optimal und lassen ihn fröhlich sprießen. Du hast keine Ahnung, wie Bärlauch nun genau aussieht? Die Verwechslungsgefahr mit giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen ist groß. Wenn Zweifel aufkommen, ob du auch wirklich das ungiftige Kraut vor dir hast, gilt eine einfache Regel: Immer der Nase nach – der knoblauchähnliche Geruch führt dich zum frisch-grünen Ziel!

1. Wann und wo du Bärlauch kaufen kannst

Bärlauch zählt zu den Kaltkeimern – das bedeutet, dass seine Samen Frost ausgesetzt sein müssen, damit sie beginnen, zu keimen. Demnach beginnt die Aussaat bereits in den Wintermonaten. Ganz so lange will es der Bärlauch dann aber doch nicht in der Kälte aushalten – erst bei wärmeren Temperaturen und leichtem Sonneneinfall zeigen sich die essbaren Blätter. Da haben der Bärlauch und wir Menschen einiges gemein, oder? Schneller noch geht die Anpflanzung der Bärlauchzwiebeln. Dies sollte dann geschehen, wenn Frost erwartet wird.

Bei beiden Varianten zählt der Frühling zur Glanzzeit des Bärlauchs. In der Regel ist er von März bis Mai im Supermarkt, auf Wochenmärkten oder in ausgewählten Feinkostgeschäften zu kaufen. Frische Blätter sind saftig grün und fest – von zu biegsamen, welken oder angegilbten Bärlauchblättern solltest du also die Finger lassen. Auch, wenn du bereits braune Stellen auf den Blättern entdecken kannst, sind sie wahrscheinlich nicht mehr ganz so frisch. Wenn du gleich einen ganzen Bund kaufen möchtest, sollten in ihm wenige bis keine Blüten vorhanden sein, da diese ein Anzeichen für schwächer werdendes Aroma sind.

2. Wie du Bärlauch vorbereitest

Bärlauch ist sowohl im Anbau als auch in der Vorbereitung relativ unkompliziert. Sortiere welke Blätter oder solche mit Flecken aus und wasche die übrigen anschließend gut ab. Durch die glatte Oberfläche der Bärlauchblätter befinden sich meist wenige Schmutzrückstände auf dem Kraut, sodass es genügt, sie gründlich unter fließendem Wasser abzuspülen. Für die Weiterverarbeitung schneidest du längere Stiele ab und zerkleinerst das Lauchgewächs dann nach Rezept oder Belieben in horizontale oder vertikale Streifen, hackst es oder verarbeitest es in einem Zerkleinerer zu Pesto.

Wer einmal in den Genuss der frischen, knackigen Blätter gekommen ist, kann sich schwerlich mit dem Gedanken an verwelkte Blätter abfinden. Aufgrund seines hohen Wasseranteils hält sich Bärlauch nämlich nur wenige Tage nach dem Kauf. Du solltest ihn also entweder sofort verarbeiten oder in einem feuchten Küchentuch eingewickelt im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb der nächsten zwei Tage aufbrauchen.

Natürlich kannst du die grünen Bärlauchblätter auch einfrieren: Wasche sie dafür gründlich ab und lege sie in einen Gefrierbeutel oder eine Plastikdose. Danach: Ab ins Gefrierfach! Als kleinen Pro-Tipp empfehlen wir dir, den Bärlauch für eine noch cleverere Zubereitung klein zu hacken, ihn in Eiswürfelförmchen zu füllen und diese mit Wasser oder Gemüsebrühe aufzufüllen. Gefroren ergeben sie dann die perfekte Würze in Würfelform für eine unkomplizierte Weiterverarbeitung. Getrockneter Bärlauch eignet sich dafür weniger gut, da beim Prozess des Trocknens seine Geschmacksintensiät verloren geht.

3. Wie du Bärlauch zubereiten kannst

Bärlauch wird nicht umsonst als wilder Knoblauch bezeichnet – so wie sein Verwandter hat es das Aroma des Wildkrauts in sich, hinterlässt allerdings keinen so starken Nachgeschmack (der in manchen Fällen auch für deine Mitmenschen ungewollt präsent sein kann – Problem gelöst). So macht er sich fein gehackt hervorragend auf einem einfachen Butterbrot oder als Garnierung für Suppen. Auch harmoniert er pur mit Kartoffeln, Fisch oder in Soßen. Schnittlauch oder Knoblauch als Bestandteile von Rezepten können für einen neuen Anstrich getrost auch mal durch Bärlauch ersetzt werden.

Durch seinen intensiven Geschmack eignet er sich auch prima, um verschiedene Gewürze für deine Küche herzustellen – beispielsweise Bärlauchsalz, Bärlauchöl oder ein herzhaftes Bärlauchpesto aus dem Wildkraut, Pinienkernen, Parmesan, Olivenöl und Meersalz (was das Kraut konserviert und länger haltbar macht – zwei Fliegen mit einer Klappe). Zusammen mit Pastagerichten oder als Brotaufstrich auf einer frischen Scheibe Sauerteigbrot ist es ein voller Genuss. Genauso gut kannst du aus gehacktem Bärlauch einen Kräuterfrischkäse oder Kräuterbutter herstellen und zu einem herzhaften Frühstück oder Abendessen servieren.

Generell gilt, dass Bärlauch, wenn er gehen könnte, wahrscheinlich einen großen Sprint um Herd und Backofen herum machen würde, da Hitze einiges an seinem Aroma einfordert. Deshalb solltest du das Lauchgewächs, wenn du es in warmen Gerichten integrieren möchtest, erst zum Schluss hinzufügen.

4. Was du jetzt ausprobieren solltest

Wir werden die ganze Woche über neue Rezepte mit Bärlauch auf Kitchen Stories mit dir teilen. Bis es soweit ist, kannst du dir mit folgenden Rezepten die Zeit vertreiben:

Gebackener Lachs mit Bärlauch-Salsa-Verde

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Risotto mit Bärlauch-Öl und grünem Spargel

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Fingerbrot mit Bärlauch-Öl

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Tagliatelle mit Bärlauchpesto

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Gegrillte Schweinefilet-Spieße mit Bärlauch-Chimichurri

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Lammkarree mit Bärlauch-Kartoffelpüree und Bohnen-Chorizo-Cassoulet

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Wie isst du Bärlauch am liebsten? Wir freuen uns über Inspirationen in den Kommentaren!

Verfasst am 19. April 2020

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