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Das 1x1 der veganen Küche mit Nadine und Jörg von Eat This!

Das 1x1 der veganen Küche mit Nadine und Jörg von Eat This!

Pflanzlich seit 2006: Die beiden verraten ihre besten Tipps und Rezepte

Carolin Roitzheim

Carolin Roitzheim

Food Editor bei Kitchen Stories

Eat this! – das sind Nadine und Jörg aus Ulm, die bereits seit vielen Jahren mit ihrem prämierten Foodblog (und ihren Büchern) davon überzeugen, dass die vegane Küche super einfach, vielseitig und extrem lecker ist und es dabei keineswegs primär um Verzicht geht. Vorurteile adé und ganz nach unserem Motto: Anyone can cook – vegan!
Nach diesem Leitsatz kreieren die beiden übrigens auch ihre Rezepte: Diese sind nämlich nicht ausschließlich für Veganer*innen gedacht, sondern für alle, die Lust auf gutes, gesundes und vor allem leckeres Essen haben.

Wir hatten vor ein paar Jahren schon einmal das Vergnügen, sie zu treffen und uns dazu auszutauschen, wie man einfach, lecker und vegan kochen kann. Umso begeisterter waren wir deshalb, dass die beiden uns und euch nun zum Anlass des Veganuary erneut mit Rat und Tat – oder viel mehr mit ihrer veganen Expertise und köstlichen Rezepten – zur Seite stehen.

11 Fragen an… Nadine und Jörg von Eat This!:

1. Hey ihr beiden! Lasst uns doch direkt mal mit dem gegebenen Anlass starten: Was sind eure Gedanken zum Veganuary? Habt ihr damals vielleicht auch damit begonnen?

Der Veganuary ist klasse! Vor allem, dass die Aktion gerade in den vergangenen Jahren so viel Medienaufmerksamkeit und Traktion bekommt. Zu unseren veganen Anfangszeiten gab es die Kampagne leider noch nicht.

2. Euren Blog gibt es seit 2011 und vegan seid ihr sogar seit 2006 – damit kann man euch quasi zu den “veganen Pionieren” zählen. Was war der Grund, warum ihr euch schon damals für eine vegane Ernährung entschieden habt?

So “platt” es vielleicht klingen mag, tatsächlich war die Tierliebe, also der ethische Aspekt der ausschlaggebende Punkt. Dass eine rein pflanzliche Ernährung für uns selbst, aber auch für die Umwelt weitere Vorteile mit sich bringt, war damals sozusagen schönes “Beiwerk”.

3. Stimmt es eurer Erfahrung nach, dass die vegane Ernährung teurer ist als eine omnivore?

Unserer Meinung, aber auch Erfahrung nach, ist das Quatsch. Veganer ernähren sich nicht nur von teurem Mandelmus und exotischen Superfoods. Im Gegenteil. Saisonales, vielleicht sogar regionales Gemüse sollte den Geldbeutel sogar schonen. Allerdings fällt auch uns auf, dass das “Vegan”-Label häufig auch mit einem “Vegan”-Bonus daherkommt, obwohl sich die Produkte in Bezug auf Herstellung und Rohstoffe kaum oder womöglich gar nicht von den “konventionellen” unterscheiden. Außerdem hoffen wir darauf, dass die Politik auch in Hinblick auf die steuerliche Behandlung veganer Produkte umdenkt. Es darf absolut nicht sein, dass Sojamilch mit dem höheren Mehrwertsteuersatz von 19% belegt wird.

4. Habt ihr handfeste Tipps für Menschen, die sich jetzt im Januar pflanzenbasiert ernähren möchten? Verratet ihr eure besten für den Anfang?

Der beste Tipp ist, sich nicht zu verkopfen und einfach anzufangen. Wir können es wirklich nicht oft genug wiederholen, wie einfach es eigentlich ist, auf eine vegane Ernährung umzustellen. Das Studieren von Verpackungsrückseiten geht schnell in die Gewohnheit über, heute sind vegane Produkte häufig ohnehin bereits sichtbar gekennzeichnet und wenn dann doch mal versehentlich etwas unveganes im Einkaufswagen landet, wird einem nicht gleich der “Kopf abgerissen”.

5. Wenn wir schon bei Gewohnheiten sind: Welche Top 3 veganen Go-to-Gerichte sollte man eurer Meinung nach unbedingt im Repertoire haben, wenn man gerade beginnt, sich vegan zu ernähren? 

Oh, Standardgerichte herauszupicken ist gar nicht so einfach. Was natürlich auf keinen Fall fehlen darf im Kochrepertoire ist eine richtig gute vegane “Bolo”. Die kann mit Sojagranulat als Hackfleischersatz, aber auch mit Berglinsen zubereitet werden. Am besten im größten vorhandenen Topf. Denn ganz nach Bolognese-Tradition hat man lieber zu viel davon im Kühlschrank, als zu wenig.
Rahmchampignons zählen zumindest für uns zu den absoluten Comfort-Food-Klassikern. Und sie sind so einfach und so schnell gemacht, auch “in vegan”.
Wir würden außerdem noch eines unserer liebsten Tofugerichte ins Rennen schicken. Der vietnamesisch inspirierte Tomaten-Tofu überzeugt auch wirklich noch die letzten Tofu-Skeptiker.

6. Kommen wir von den liebsten Standards zum Showstopper: Was kommt bei euch auf den Tisch, wenn ihr damit richtig Eindruck schinden möchtet? 

Eindruck schinden wir am liebsten mit Rezepten, die entweder an “unvegane” Gerichte erinnern oder mit solchen, die vermeintlich total einfach sind, geschmacklich aber total überzeugen. Unsere “Mock Duck” aus Seitan mit unserer veganen Bratensauce kommt beispielsweise immer gut an Festtagen an und für “Lib el Kousa”, einem Zucchini-Knoblauch-Dip aus der Levante, müssen wir regelmäßig das Rezept herausrücken.

7. Und was kocht ihr, wenn es richtig schnell gehen muss? 

Eines unserer absoluten Lieblingsgerichte, wenn der Hunger regelrecht nagt, sind unsere schnellen cremigen Tofu-Nudeln. 10 Minuten, ein paar Standardzutaten aus dem Asialaden und ein guter Mixer, mehr braucht es nicht. Der Tofu sorgt für die Extraportion Proteine.

8. Selbst wenn mal nicht das Leibgericht vor einem steht – welche Gewürze bzw. Würzmittel schaffen es bei euch, jedem Gericht noch das gewisse Etwas zu verleihen?

Wir würden da sogar eher frische Kräuter ins Rennen werfen. Ein bisschen fein gehackte Petersilie, Basilikum oder Schnittlauch wirken immer Wunder.

9. Nicht nur die Würze, auch die Textur ist natürlich ausschlaggebend. Welche Zutaten können veganen Gerichten besonders viel Cremigkeit verleihen und was bringt den besten Crunch?

Eingeweichte und pürierte Nüsse, vor allem Mandeln und Cashews sorgen nicht nur für eine tolle Cremigkeit, sie geben auch viel Geschmack und Umami an sonst eventuell etwas fade Creme-Suppen. Aber auch fertig zu kaufende Produkte wie Hafersahne oder vegane Frischkäse sind in den letzten Jahren wirklich sehr gut geworden.
Auch in Sachen Crunch sind kurz geröstete und dann als Topping über das Essen gestreute Nüsse und Saaten unsere Nummer 1.

10. Da wir in Gedanken nun quasi schon in eurer Küche stehen, gebt uns doch mal einen Einblick in eure Speisekammer: Welche Zutaten finden wir da, was habt ihr eigentlich immer zu Hause?

Greifen wir doch direkt noch mal die Nüsse und Saaten auf. Cashews, Mandeln, Hasel- und Walnüsse sind immer da, genauso Sesam, Leinsamen und Sonnenblumenkerne. Frische Kräuter ebenso und ganz wichtig sind auch immer ein paar Dosen gekochte Kichererbsen. Und natürlich scharfe Saucen, wie beispielsweise unsere heißgeliebte Sriracha. Aber ganz ehrlich: Unsere Speisekammer sieht nicht so viel anders aus als die in “unveganen” Haushalten.

11. Danke für die vielen wertvollen Ratschläge und Einsichten! Zum Abschluss interessiert uns einer aber noch ganz besonders: Habt ihr einen Tipp, wie man auch nach dem Veganuary weiterhin motiviert und im besten Fall sogar vegan bleiben kann?

Am besten sucht man sich Rezepte, die man sowieso schon mag und wandelt sie ganz einfach ab. Wer Rosenkohl auf den Tod nicht ausstehen kann und dann gleich übertrieben gesagt mit drei Rosenkohl-Rezepten einsteigt, dem wird das keinen Spaß machen. Aber die veganen Varianten alter Lieblingsrezepte nachzukochen und zu merken, dass das mindestens genauso gut schmeckt, hält einen sicherlich ein Weilchen sehr gut beschäftigt – auch über den Januar hinaus.

Nadine und Jörgs vegane Rezept-Empfehlungen:

Vegane Lasagne Bolognese

Vegane Lasagne Bolognese
zum Rezept

Cremige, vegane Rahmchampignons

Cremige, vegane Rahmchampignons
zum Rezept

Vietnamesischer Tomaten-Tofu

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zum Rezept

Lib el Kousa – der vermutlich leckerste Zucchini-Knoblauch-Dip

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zum Rezept

Schnelle cremige Tofu-Nudeln

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zum Rezept

Hier findest du weitere Eat This!-Rezepte auf Kitchen Stories oder natürlich auf ihrem Blog. Viel Spaß beim Nachkochen und veganen Genießen!

Verfasst am 16. Januar 2023

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