Suche

Xueci Cheng

Food Redakteurin bei Kitchen Stories

instagram.com/scharf.xueci/

Dieser Artikel ist Teil unserer Monatsausgabe “#ThrowbackNovember”, in der wir verschiedene Aspekte unserer Kindheitserinnerungen durch die Brille des Essens betrachten. Auf Basis dieser Erinnerungen haben wir neue, spannende Gerichte für euch vorbereitet und mit unserem Team einen Haufen unterhaltsamer Videos produziert, die ihr schauen, teilen und mit euren eigenen nostalgischen Anekdoten kommentieren könnt. Für eine Übersicht über alle unsere wöchentlichen Themen, Artikel, Rezepte und mehr, schaut hier nach.

Eine Rückblende: Ich sitze mit meinen Eltern am beengten Stand eines Straßenhändlers, wir teilen den Tisch mit Fremden. Frittierte Teigstangen werden frisch an unseren Tisch gebracht, serviert mit einer Schale dampfend heißer Sojamilch. Meine Finger prickeln von der Hitze der Teigstangen, als ich sie in Stücke reiße. Ich tauche die Stange, gleichzeitig knusprig und luftig, in die Sojamilch. Es ist wichtig, sie nicht zu lange einzutauchen, damit sie nicht matschig wird. An Wochenenden haben wir das Essen zum Mitnehmen bestellt, die heiße Milch in Plastikbeuteln. Rückblickend betrachtet war das nicht die beste Idee.

Youtiao sind frittierte Teigstangen, eine Art langer Donut, die in China und in anderen Teilen Asiens häufig gegessen werden. Sie sind Bestandteil diverser, regional unterschiedlicher Frühstücksaufgebote und haben es sogar auf die lokale KFC-Speisekarte geschafft. Jahre später, als ich elegante Franzosen dabei beobachtete, wie sie ihre Croissants in Kaffee tauchten, fühlte ich mich an die lärmende Rush Hour beim dampfend heißen, chinesischen Frühstück erinnert – auch, wenn das Welten entfernt ist vom entspannten französischen Café. Ich glaube, ich bekomme langsam einen Ruf für meine wiederholten chinesisch-französischen Vergleiche.

Tatsächlich haben wir Youtiao nie zu Hause gemacht. Meine Eltern, zu Hause eher unterqualifizierte Köche, hatten kein besonderes Interesse daran, zu frittieren oder zu backen. Ein Grund dafür war sicherlich, dass das Frühstück, wie an vielen anderen Orten auch, draußen so leicht zu bekommen war. Außerdem hatten wir eine altmodische Freude daran, unseren Tag an einem Ort und mit einer Mahlzeit zu beginnen, die sich schon so lange bewährt hatte. In späteren Jahren galt unser traditionelles Frühstück, Youtiao oder Reisnudeln, als ungesund. Faul, wie wir waren, haben wir sie trotzdem jeden Morgen gekauft. Manchmal haben wir dann ein Ei dazu bestellt, als Ausgleich.

Zwei Jahrzehnte später, nach fünf Jahren in Deutschland, bin ich auf Haferbrei und die vielen verschiedenen deutschen Laugengebäcke umgestiegen. Trotzdem sehne ich mich manchmal danach, mein Youtiao in Sojamilch zu tauchen. Im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich versucht, es zu Hause zuzubereiten und siehe da: Es ist gar nicht so schwer. Ein bisschen Backpulver (das ist die Magie, mit der sie so luftig werden), Mehl, Eier. Während meiner Küchenexperimente reichte schon der Geruch aus, um mich in die Morgenstunden zu Hause zurückzuversetzen.

Youtiao (Chinesische frittierte Teigstangen)

Youtiao (Chinesische frittierte Teigstangen)

→ zum Rezept

Sobald du deine luftigen, goldenen Youtiao zubereitet hast, kannst du sie auch in anderen Rezepten verwenden:

- als Topping für Congee oder Reisnudelsuppe
- gebraten mit Fleisch, wie in unserem süß-sauren Hähnchen
- als Füllung für Jianbing, Klebreisrollen oder gedämpfte kantonesische Reisnudelrollen

Oder du tauchst sie direkt in heiße Sojamilch!


Was ist dein liebstes Frühstück aus deiner Kindheit? Erzähl es uns in den Kommentaren.

Mehr Köstlichkeiten für dich