Lisa-Kristin Erdt

Redaktionsassistent bei Kitchen Stories

„Unsterblich“ – das bedeutet Amaranth wörtlich übersetzt. Nicht ohne Grund wird es als Wunderkorn bezeichnet, das zwar kein Getreide ist, aber genauso verwendet werden kann. Amaranth ist in vielen Gerichten der pure Genuss: Gepufft sorgt es für einen Knusper-Effekt in Müslis und Salaten gleichermaßen. In unserem Artikel erfährst du alles über die Verwendung von Amaranth und über seine Inhaltsstoffe.

Was ist Amaranth genau und wie schmeckt das Pseudogetreide?

Die kleinen Amaranth-Kügelchen mögen dich an herkömmliches Getreide erinnern, das zu Mehl verarbeitet vielseitig einsetzbar ist. Aber du irrst dich, denn Amaranth gehört botanisch gesehen nicht zur Familie der Süßgräser, sondern zu den Fuchsschwanzgewächsen. Aus diesem Grund wird es auch Pseudogetreide genannt – klingt irgendwie verräterisch, oder?

Amaranth verfügt über wertvolle Inhaltsstoffe und kann somit den Nährstoffgehalt von herkömmlichem Getreide weit übertreffen. Deshalb gehörte es bereits vor tausenden Jahren zu den Grundnahrungsmitteln der Inkas und Azteken. Wunderst du dich noch, warum diese Völker für ihre widerstandsfähige Gesundheit bekannt waren?

Die gepuffte Variante des Wunderkorns wird in Gerichten besonders gern eingesetzt, da es leicht nussig und knusprig schmeckt. So kann Amaranth perfekt in Müslis, Powerriegeln oder sogar Aufläufen eingesetzt werden. Mit einem Amaranth Smoothie kannst du auch gleich gesund in den Tag starten:

Chia-Porridge

Chia-Porridge

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Mehr zur Amaranth-Pflanze

Du hast einen Garten oder ein Stück Grünfläche, dass du mit prachtvollen Pflanzen bestücken willst? Sehr gut, denn die Amaranthus-Pflanze kann dir nicht nur deine eigenen Amaranthsamen liefern, sondern deinen Vorgarten mit einer Blütenpracht in einem leuchtenden Rot-Orange aufwerten.

Amaranth gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt und wird vorwiegend in Süd- und Mittelamerika sowie in Europa angebaut. Ihre Ansprüche an den Boden sind gering, sie sollte aber genügend Sonne ausgesetzt sein. Amaranthkörner sind kleiner als Senfkörner. In einer einzigen Pflanze können bis zu 50.000 Körner heranwachsen – genug für einen Vorrat, der dich durch den Winter bringt.

So verwendest du Amaranth in der Küche

Verständlich, dass du in deinem Garten nicht ewig auf das Reifen der Amaranthsamen warten möchtest. Schneller geht es, wenn du sie in Reformhäusern, Drogerie- oder Bioläden besorgst. Hast du das Wunderkorn erst einmal zu Hause, kannst du variieren: Willst du sie in herzhaften Pfannengerichten, Obstsalaten, Aufläufen oder anderen Desserts in Szene setzen?

Selbst die Blätter der Pflanze, die an Spinat erinnern, können in Gemüsegerichten oder für Salat eingesetzt werden. Vorzugsweise solltest du dafür die jüngeren Blätter hernehmen, da die älteren bitter schmecken können. Wir geben dir einige Anreize, letztendlich entscheidet natürlich dein feiner Gaumen – und dein Bauchgefühl.

Amaranth puffen für Pops, Müsli, Riegel und Co.

Wer liebt es nicht, Popcorn selbst herzustellen und sehnsüchtig auf das Aufpoppen des Maises zu warten? Ähnlich amüsant verhält es sich mit dem Puffen von Amaranth. Die Samen werden einfach in einem Topf erhitzt und schon geht das fröhliche Puffen los! Es ist ratsam, einen Deckel griffbereit zu haben, damit du einzelne Körner nicht erst beim Frühjahrsputz in den verwinkeltsten Ecken deiner Küche wieder findest.

Gepuffter Amaranth hat einen vorzüglichen Geschmack und lässt sich prima in Süßspeisen oder Müsli einbinden. Sieh dir hier an, was du damit anstellen kannst:

Schokoladen-Tahini-Riegel mit 3 Zutaten

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Granatapfel Smoothie Bowl

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No-bake Brownies

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Gesunde Pfannkuchen

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Wie und wie lange muss man Amaranth kochen?

Amaranth kann gekocht als köstliche Beilage zu Gemüse serviert werden. Empfehlenswert ist, die Körner vor der Zubereitung eine Nacht in Wasser einweichen zu lassen. Alternativ solltest du sie vor dem Kochen gründlich mit Wasser abwaschen. Die Zubereitung ist ähnlich wie die von Reis: Koche die Samen mit der doppelten Menge Wasser und lasse sie bei geringer Hitzezufuhr für ungefähr 25 Minuten köcheln. Wundere dich nicht: Im Anschluss ist Amaranth eher breiartig und kann deshalb auch als Füllung für Paprika oder Zucchini, alternativ auch als Pudding verwendet werden.

Gepufft oder gekocht: Amaranth für Salat zubereiten

Sowohl gepuffter als auch vorgekochter Amaranth lässt sich zu frischen Salaten verarbeiten. Hast du schon mal was von Taboulé, Bulgur- oder Couscoussalat gehört? Der traditionelle arabische Salat wird üblicherweise mit Bulgur, Couscous, Quinoa oder Hirse zubereitet, Amaranth bringt allerdings nicht nur eine tolle Note, sondern auch eine geballte Ladung an wichtigen Inhaltsstoffen mit. Koche oder puffe das Pseudogetreide dafür wie oben beschrieben und vermenge es mit Gemüse wie Frühlingszwiebeln, Tomaten und Gurken. Garniere den Salat anschließend mit gehackter Petersilie und Minze oder folge gleich unserem Rezept für Taboulé:

Taboulé

Taboulé

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Wie gesund ist Amaranth? Alles zu Inhaltsstoffen und Co.

Schon die Inka und Azteken wussten es: Amaranth ist ein wahres Powerkorn. Es enthält viele gesunde Inhaltsstoffe wie Lysin, das durch die Produktion von Kollagen für straffe Haut, gesunde Knochen und eine Leistungssteigerung des Gehirns sorgt. Es ist außerdem reich an Calcium, Eisen und Magnesium sowie an wertvollen Fettsäuren, Ballaststoffen und Proteinen. Besonders Sportler profitieren von dem hohen pflanzlichen Eiweißgehalt, der die Muskelbildung unterstützt. Veganer und Vegetarier können mit dem Verzehr auch einen Mangel an tierischem Eiweiß ausgleichen.

Glutenfreie Sättigungsbeilage

Da Amaranth glutenfrei ist, ist es besonders für Zöliakiebetroffene gut bekömmlich. Es enthält, anders als Getreide, kein Klebereiweiß, das vielen gesundheitliche Probleme bereitet. So kann es wie Getreide verwertet werden und eröffnet damit viele Möglichkeiten, glutenfreie Gerichte aufzuwerten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Amaranth-Salat (siehe unten)?

Amaranth zum Abnehmen

An alle Ernährungsbewussten, die ein paar Pfunde loswerden wollen: Der Anteil an Ballaststoffen in Amaranth ist auffallend hoch, sodass es lange sättigt und sich positiv auf die Darmflora auswirkt. Und wenn das Sättigungsgefühl lange anhält, muss weniger auf Zwischenmahlzeiten zurückgegriffen werden – klingt zum Abnehmen logisch, oder? Auch der geringe Anteil an Kohlenhydraten ermöglicht eine Low-Carb-Ernährung und erleichtert den Abnehmprozess.

Wie viel Amaranth darf es täglich sein?

Amaranth enthält Antinutritiva – das klingt komplizierter, als es ist. Als Antinutritiva bezeichnet man Stoffe, die der Verwertung von Nährstoffen im Wege stehen können. Deshalb wird die gesundheitliche Wirkung von Amaranth immer wieder in Frage gestellt. Neuen Studien zufolge ist der Einfluss dieser Stoffe aber sehr gering, sodass Entwarnung gegeben werden kann. Durch das Einweichen in Wasser vor der Verwendung wird der Gehalt zudem deutlich reduziert, weshalb ein täglicher Verzehr einer Portion Amaranth unbedenklich ist.

Hast du Amaranth bereits auf deinem Speiseplan? Wie bereitest du es am liebsten zu? Verrate es uns in den Kommentaren!

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