Mary-Linh Tran

Redaktionsassistent bei Kitchen Stories

Als ich vor Kurzem durch die Supermarktgänge schlenderte, wurde mir erst bewusst, wie viele verschiedene Chipsarten es mittlerweile doch gibt. Es scheint so, als würde man heutzutage alles zu Chips verarbeiten können. Längst sind die Zeiten der einfachen Kartoffel und Maischips vorbei. Es ist also an der Zeit, über den Tellerrand hinaus in die weite Welt der Süßkartoffel-, Rote Bete- und Pastinaken-Chips zu schauen.

Gemüsechips haben etwas Verlockendes. Vielleicht sind es die vielen Farben – ein Medley aus Pinot-Noir-Violett und Sonnenuntergangs-Orange, wie ein impressionistisches Gemälde. Oder vielleicht ist es einfach die Tatsache, dass Gemüsechips, zumindest die hausgemachten, im Gegensatz zu den klassischen Kartoffelchips einen eher gesunden Ruf genießen. Was gibt es Besseres?

Was auch immer der Grund sein mag, weshalb wir Chips so lieben, eine Sache ist sicher: Die Zubereitung von Gemüsechips ist eine tolle und einfache Möglichkeit, mehr Gemüse in deine Ernährung zu integrieren. Sollt dich also plötzlich das Verlangen nach salzigen und kohlenhydratreichen Snacks überkommen, dann wirf doch mal einen Blick in deine Speisekammer statt in den nächsten Supermarkt zu laufen – du wirst überrascht sein, wie einfach du knusprige Gemüsechips zuhause machen kannst.

Das beste Gemüse für selbstgemachte Chips

Obwohl man quasi aus jedem Gemüse Chips herstellen kann, eignet sich Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Pastinaken, Yamswurzel, Karotten und Rüben am besten. Natürlich kannst du auch mit anderem Gemüse experimentieren, wie zum Beispiel Zucchini, Kochbananen, Kürbis und Auberginen.

Dünne Scheiben sind das A und O

Je dünner die Scheiben, desto leichter kann das Wasser verdunsten und du erhältst hauchdünne und knusprige Chips. Ein Gemüsehobel garantiert, dass deine Chips alle einheitlich groß und perfekt dünn sind. Außerdem sparst du so viel Zeit. Wenn du aber keinen Gemüsehobel zuhause hast, funktioniert auch ein sehr scharfes Messer. Allerdings ist diese Variante etwas aufwendiger und du solltest beim Schneiden mehr Geduld haben.

Einweichen oder nicht?

Es gibt viele Rezepte, bei denen das Einweichen der Scheiben vor dem Backen ausgelassen wird, aber nach meiner Erfahrung ist es unerlässlich. Bei Kartoffeln und anderem stärkehaltigem Gemüse hilft das Einweichen einen Teil der Stärke freizusetzen, so dass sie im Ofen herrlich knusprig werden. Zu viel Stärke bewirkt genau das Gegenteil und macht deine Chips weich und zäh.

Um dein Gemüse einzuweichen gibst du die Scheiben einfach in eine Schüssel mit eiskaltem Wasser und lässt sie für etwa 20 Minuten ruhen. Die Gemüsescheiben anschließend gut abtropfen und dann mit einem Papiertuch abtrocknen. Versuche vor dem Backen soviel Feuchtigkeit wie möglich zu entfernen.

Die richtige Würze

Hier beginnt der Spaß. Im Gegensatz schon fertigen Chips sind dir beim Würzen deiner eigenen Gemüsechips keine Grenzen gesetzt. Hast du zum Beispiel Lust auf einen herben und scharfen Geschmack? Dann marinier das Gemüse mit einem Chipotle-Limetten-Salz. Oder bist du eher auf der Suchen nach traditionellen Aromen? Dann ist die klassische Kombination aus Meersalz und Essig genau richtig für dich. Wirf einfach einen Blick in deinen Gewürzschrank und lass dich inspirieren. Wichtig: Nicht vergessen das Gemüse ordentlich mit Öl zu beträufeln, damit deine Chips die Gewürze auch annehmen. Ich spiele da eher im Team Olivenöl, aber du kannst theoretisch jedes Speiseöl verwenden.

Die richtige Temperatur für knusprige Chips

Es genügt den Backofen auf 150°C vorzuheizen. Es mag zwar niedrig erscheinen, es geht aber eher darum, das Gemüse zu dehydrieren anstatt es zu backen. Beim Erhitzen auf niedriger Temperatur entweicht die Feuchtigkeit langsam und so werden deine Chips schön knusprig ohne zu verbrennen.

Lege die Gemüsescheiben in einer einzelnen Schicht auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backrost. Anschließend werden sie für etwa 30 Minuten gebacken. Nach der Hälfte der Zeit werden die Chips einmal gewendet. Alle Gemüsearten haben einen unterschiedlichen Stärke- und Wassergehalt. Wenn du also verschiedene Gemüsesorten verwendest, solltest du sie im Blick behalten, damit nicht alles verbrennt.

Nicht zu vergessen: Blattgemüse

Ja, auch Grünkohl, Mangold und Spinat lassen sich hervorragend zu Chips verarbeiten. Das Blattgemüse dafür einfach mit viel Olivenöl einreiben und ab in den Ofen damit. So bekommst du im Handumdrehen zarte und knusprige Blätter zum knabbern oder für den nächsten Salat.

Unsere vier Lieblingsrezepte zum ausprobieren

Zweierlei Grünkohl-Chips

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Rote-Bete-Chips mit Feta-Joghurt-Dip

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Jalapeño-Käse-Chips

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Zucchinis 2.0

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