Lisa-Kristin Erdt

Redaktionsassistent bei Kitchen Stories

Allein beim Anblick von zartem, rosa-rot gebratenem Roastbeef mit einer Prise grobkörnigem Salz läuft den meisten das Wasser im Mund zusammen. Nur, wie kreiert man eine solche Delikatesse in den eigenen vier Wänden? Wie du bei der Zubereitung von Roastbeef nichts dem Zufall überlässt, erfährst du hier.

Roastbeef bzw. Beiried: Welches Stück Fleisch ist das überhaupt?

Alles auf Anfang! Bevor wir dir zeigen, wie du deine Gäste mit einem saftigen Stück Roastbeef dahinschmelzen lassen kannst, klären wir ein paar grundlegende Dinge: Roastbeef gehört zum zartesten Teilstück des Rindes. Es stammt aus dem Hinterviertel und wird auch Zwischenrippenstück genannt. Es wird besonders wegen seines kräftigen Rindfleischaromas sehr geschätzt. Wenn du Roastbeef einmal genauer unter die Lupe nimmst, fällt dir sofort die marmorierte Struktur auf. Die Fettschicht auf dem Fleisch schützt es beim Braten vor dem Austrocknen und hält das Fleisch in Form.

Roastbeef zubereiten: Die große Kunst ganz simpel

Roastbeef eignet sich gut, um es im Ganzen zu Braten oder zu Grillen, es kann aber auch portioniert als Steak serviert werden. Über die richtige Zubereitung eines Steaks kann man beinahe genauso gut fachsimpeln, wie über die hohe Kunst der Mathematik. Es soll von außen leicht gebräunt, von innen aber leicht rosa, zart und besonders saftig sein. Wie du das perfekte Steak zubereiten kannst, erfährst du hier.

In der englischen Küche serviert man Roastbeef traditionell mit Bratensaft und Yorkshire-Pudding, was das Gericht zu einer deftigen Delikatesse werden lässt. Um erst einmal das Fleisch knusprig und saftig zuzubereiten, musst du es mit Küchenpapier trocken tupfen und die Fettschicht mit einem Messer von beiden Seiten diagonal einritzen, sodass kleine Rauten entstehen. Heize den Backofen auf 240 Grad Celsius vor.

Im Backofen am Stück braten: Achte auf die Kerntemperatur

Streiche ein Backofengitter mit Öl ein und schiebe ein Backblech darunter. Lege das Fleisch mit der Fettschicht nach oben darauf. Reibe es mit Salz und Pfeffer ein und lasse es im vorgeheizten Ofen etwa 15 Minuten garen. Reduziere die Temperatur auf 220 Grad Celsius und lasse das Roastbeef weitere 25 bis 30 Minuten braten. Nun sollte es außen knusprig und in der Mitte zart rosa sein. Prüfen kannst du es, in dem du die Daumenprobe anwendest: Gibt das Fleisch beim Eindrücken nach, ist aber elastisch, dann ist es rosa. Sollte es nachgeben und weich sein, ist es noch blutig. Elastisches Fleisch ist durchgebraten. Nachdem du es abkühlen lassen hast, kannst du es mit Beilagen deiner Wahl servieren

Roastbeef garen auf Niedrigtemperatur bei 80°C

Viele Fleischstücke, auch das Roastbeef, lassen sich bei Niedrigtemperatur im Backofen schonend garen. So erhältst du ein besonders zartes, saftiges Endergebnis. Dabei muss das Fleisch vorher 10 Minuten in einer heißen Pfanne von jeder Seite angebraten werden, damit sich aromatische Röststoffe bilden. Dann garst du es bei konstanten 80 Grad Celsius im Ofen. So können Proteine gerinnen, die Aromen und der Saft bleiben aber erhalten. Nach 2 Stunden und 30 Minuten kannst du das Roastbeef entnehmen. Hast du einen Umluftherd, verkürzt sich die Garzeit, weil sich die Hitze dann gut verteilen kann. Die Innentemperatur sollte stets 55 Grad Celsius betragen – das prüfst du am besten regelmäßig mit einem ofenfesten Thermometer.

Grillen für mehr Röstaromen

Der Sommer naht, und damit auch die Zeit der Röstaromen. So kannst du auch Roastbeef auf glühender Grillkohle zubereiten, um tolle Aromen zu erhalten. Grillt man es als Ganzes, kann man die große Masse an Fleisch nur auf wenig Oberfläche garen und die Röstaromen treten in den Hintergrund. Schneide das Stück Fleisch deshalb in etwa 3 Finger dicke Medaillons. Grille sie von beiden Seiten für ca. 90 Sekunden an, versetze sie für das typische Grillmuster und lasse sie für weitere 90 Sekunden garen. Lege die Medaillons weg vom direkten Feuer und lasse sie bis zu einer Innentemperatur von 55 Grad Celsius ziehen.

Roastbeef Sous-vide garen

„Sous vide“ kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt „unter Vakuum“. Sie ist die Meistertechnik des Roastbeef-Garens. Das Fleisch ist dabei unter Vakuum eingeschweißt und wird im Wasserbad bei Niedrigtemperatur bei maximal 60 Grad Celsius gegart. Roastbeef am Stück (ca. 1 Kilogramm) braucht ungefähr 55 Minuten, geschnitten ist es nach ca. 30 Minuten fertig. Nachdem es im Wasserbad vorgegart wurde, kannst du es aus dem Beutel nehmen und in einer heißen Pfanne mit etwas Pflanzenöl scharf anbraten. Mit Salz und Pfeffer gewürzt ist das delikate Roastbeef bereits servierbereit

Beilagen und Saucen zu Roastbeef

Neben dem klassischen, englischen Yorkshire Pudding passt zu Roastbeef auch Rotkohl, Rosenkohl, Knödel (oder alle anderen Möglichkeiten, Kartoffeln zu genießen), ganz vorzüglich. Auf keinen Fall darf natürlich die Bratensoße dazu fehlen. Hier zeigen wir dir, wie du schnell und einfach eine Bratensoße kreieren kannst. Klassische Rezepte mit schmackhaftem Roastbeef findest du hier:

Rinderfilet mit Orange

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→ zum Rezept

Sauerbraten

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→ zum Rezept

Du magst es etwas fruchtiger? Sieh‘ dir unseren Rinderschmorbraten mit Cranberrysoße an:

Rinderschmorbraten mit Cranberrysoße

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→ zum Rezept

Einkauf, Preis und Lagerung von Roastbeef

Achte immer darauf, dass du frisches Fleisch kaufst, am besten direkt vom Metzger. Qualitätsmerkmale eines Roastbeefs sind Struktur und Zartheit des Fleisches. Es sollte gut marmoriert sein und eine leichte Fettschicht haben.

Je nachdem, wo du das Fleisch kaufst, solltest du mit einem Preis von 30 bis 40 Euro für ein Kilogramm Roastbeef rechnen – das reicht für etwa vier Personen. Denke dabei einmal an einen Restaurantbesuch im Steakhaus: Wenn du die Delikatesse zu Hause zubereitest, kannst du nicht nur unglaublich viel Geld sparen, sondern das Fleisch auch ganz nach dem Belieben von deinen Gästen und dir zubereiten.

Als Ganzes ist Roastbeef im Kühlschrank etwa 7 Tage haltbar. Hast du es vorher in Scheiben geschnitten, solltest du es innerhalb von 3 bis 4 Tagen verbrauchen. Rohes Roastbeef lässt sich in dünne Scheiben geschnitten auch gut einfrieren. Dazu legst du am besten ein Stück Butterbrotpapier zwischen die einzelnen Lagen und frierst es ein. Dasselbe ist auch möglich, wenn nach dem Zubereiten etwas Fleisch übrig geblieben ist. Möchtest du es danach wieder verarbeiten, solltest du es langsam auftauen lassen, am besten im Kühlschrank.

Als Steak oder doch als Ganzes – wie bereitest du dein Roastbeef am liebsten zu? Lasse es uns in den Kommentaren wissen!

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