Kathrine

Kathrine

Redaktionsassistentin

Wie sollte man am besten Obst und Gemüse einkaufen? Natürlich saisonal! Genau deshalb widmen wir uns alle 2 Wochen bei Kitchen Stories einem neuen Obst oder Gemüse der Saison und zeigen dir 3 neue Rezepte damit. Der Markt wartet auf uns!

Cranberrys sind wohl am bekanntesten als treue Begleiter von Truthahn-Gerichten zu den Feiertagen. Manchen erscheint in diesem Zusammenhang vielleicht auch ein Bild der gleichnamigen irischen Rockband aus den 90ern. Sobald die Cranberry-Saison vorbei ist, betrachten die meisten von uns die Wunderbeere nur noch als getrocknete, eingetütete Frucht, versunken in den hintersten Ecken unserer Küchenschränke.

Das heißt nicht, dass wir dich nicht mögen, liebe getrocknete Cranberry, aber heute wollen wir deinen frischen Kollegen unsere Aufmerksamkeit schenken. Wir zeigen dir, wo du sie am besten kaufen kannst, wie du sie lagern und zubereiten kannst. Außerdem decken wir Fakten zu ihrer Herkunft, dem Anbau und ihren heilenden Eigenschaften auf.

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1. Hallo, mein Name ist Cranberry

Als eine von nur drei in Nordamerika heimischen Früchten wird fast die gesamte weltweite Produktion von Cranberrys (Vaccinium macrocarpon) in den nördlichen Bundesstaaten der USA sowie in den zentralen und nördlichen Provinzen Kanadas angebaut und produziert. Viele glauben, dass die roten Früchte in Wasser wachsen. Dieses Missverständnis ist auf den Nassernte-Prozess zurückzuführen, bei dem das Feld (auch Moor oder Sumpf genannt) in der Nacht vor der Ernte mit Wasser geflutet wird, damit sich die Beeren vom Stamm lösen können und auf der Wasseroberfläche schwimmen. So können sie dann einfach abgeschöpft werden. Geschickt, nicht wahr?

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Nordamerikanische Cranberrys werden oft mit einigen ihrer europäischen Verwandten innerhalb ihrer Familie der Heidekrautgewächse verwechselt, die auch als europäische Cranberrys bekannt sind. Unter ihnen sind die Elchbeeren (Viburnum opulus) oder Rauschbeeren (Vaccinium oxycoccos) am häufigsten, die beide auf der Nordhalbkugel in freier Natur wachsen. Sie zu verwechseln kann eine bittere Erfahrung sein, da europäische Cranberrys viel säuerlicher schmecken.

2. Worauf du beim Kauf achten solltest

Die Cranberry-Ernte erfolgt von Mitte September bis Mitte November. In den Supermärkten dekorieren sie die Regale von Anfang Oktober bis Ende Dezember. Wenn du vor hast, deinen Vorrat an Cranberrys aufzustocken, solltest du nach festen, prallen Beeren Ausschau zu halten, die wie ein Ball hüpfen, wenn du sie fallen lässt. Gehe sicher, dass sich keine schrumpeligen oder matschigen Beeren unter deiner Auswahl verstecken. Wenn du doch welche gefunden hast, solltest du sie umgehend entfernen, da sie sonst deine gesamten Cranberrys verderben können.

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Je dunkler die Beere, desto nährstoffreicher ist sie, da antioxidative Proanthocyanidin-Verbindungen mit der Pigmentierung zusammenhängen. Obwohl reifere und dunklere Beeren saftiger sind, bleiben Zuckergehalt und Süße im Gegensatz zu den meisten anderen Beeren unberührt. Cranberrys können im Kühlschrank bis zu drei Wochen aufbewahrt werden und bleiben sogar bis zu einem Jahr frisch, wenn du sie einfrierst.

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3. Wie du Cranberrys am besten genießen kannst

Cranberry-Saison ist gleichzeitig Thanksgiving-Zeit. Das passt gut zusammen, denn keine Festtafel kommt an den Festtagen ohne eine saftig-süße Cranberry-Soße aus. Es scheint, als wäre dies der einzige Zweck ihrer Existenz. Wenn der Feiertagstrubel vorbei ist, greifen die meisten von uns aus Bequemlichkeit auf die ganzjährig verfügbaren getrockneten oder konservierten Beeren zurück. Getrocknete Cranberrys eignen sich großartig dazu, Gebäck und Salaten eine fruchtige Süße zu verleihen und üppige, fettigere Gerichte mit einer ausgleichenden Säure zu versehen. In getrockneter oder konservierter Form verlieren Cranberrys jedoch den größten Teil ihrer gesunden Inhaltsstoffe. Außerdem erhöht sich der natürliche Zuckergehalt, da die Beeren bei der Verarbeitung häufig zusätzlich gesüßt werden.

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Wegen seiner heilenden Wirkung wird Cranberrysaft als wohltuendes Superfood beworben, obwohl ihm Unmengen an Zucker und Zusatzstoffen beigefügt werden. Aber mit dieser desillusionierenden Nachricht lassen wir dich natürlich nicht im Regen stehen - es ist nämlich ganz einfach, sich seinen eigenen Cranberrysaft aus frischen oder tiefgefrorenden Beeren herzustellen. So kannst du ganz allein bestimmen, wie viel Zucker enthalten sein soll: Fülle dieselbe Menge an Wasser wie Cranberrys in einen Topf, bringe alles zum Kochen und lasse es für 25 Min. köcheln. Streiche die Masse durch ein feines Sieb und füge dann Zucker ganz nach deinen Wünschen hinzu. Wie du deinen hausgemachten Saft verwendest, ist ganz dir überlassen: Ob du nun den klassischen Cosmopolitan auf ein neues Level hebst oder ob du es dir mit einem würzigen Cranberry-Cider während der kalten Wintermonate gemütlich machst.

Da man frische Cranberrys gut einfrieren kann, kannst du dir von ihnen genau so leicht einen Vorrat anschaffen, wie bei getrockneten oder konservierten Beeren. Da sie einen hohen Säuregehalt haben, eignen sie sich hervorragend als Füllung oder dazu, herzhaften Eintöpfen oder Braten eine gewisse Herbe zu verleihen.

4. Die heilende Wirkung von Cranberrys

Du bist wahrscheinlich mit der berühmtesten Anwendung von Cranberrysaft vertraut: Durch einen großzügigen Konsum kannst du ordentlich entwässern und so wiederum können Blasenentzündungen verhindert werden. Die Behauptung ist nicht ganz falsch, denn die Forschung legt nahe, dass der Wirkstoff in Cranberries - Proanthocyanidine (auch bekannt als PAC) - verhindert, dass E. coli-Bakterien an der Schleimhaut des Harnwegs haften bleiben. Dieser ist die Hauptursache für Infektionen. Die Konzentration von PAC in diesem jahrhundertealten Hausmittel hat sich jedoch als zu niedrig erwiesen, um wirklich heilend oder vorbeugend zu wirken .

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Trotzdem gibt es viele Gründe, das Heilpotenzial der Cranberry als antioxidatives Kraftpaket zu würdigen - insbesondere wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften, des hohen Gehalts an Vitamin A, K und vor allem C sowie des geringen Kaloriengehalts. Das reicht doch aus, um die Cranberry über eine reine Thanksgiving-Attraktion hinaus zu achten, oder?

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5. Was du jetzt kochen solltest

In dieser Woche werden wir einige neue Rezepte mit Cranberrys veröffentlichen, also schau immer mal wieder vorbei! Anfangen kannst du schon mit diesem Rezept:

Gebeizter Lachs mit Cranberrys, Gin und Dill

Gebeizter Lachs mit Cranberrys, Gin und Dill

→ zum Rezept

Rollbraten vom gefüllten Schweinebauch mit Cranberrysauce

Rollbraten vom gefüllten Schweinebauch mit Cranberrysauce

→ zum Rezept

Gebackene Berliner mit Cranberryfüllung

Gebackene Berliner mit Cranberryfüllung

→ zum Rezept

Und wie bereitest du Cranberrys am Liebsten zu? Erzähle uns davon in den Kommentaren, lade ein Foto deiner Kreationen hoch oder schicke dein Lieblingsrezept an community@kitchenstories.com!

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