Suche

Andreas Strauch

Food Redakteur bei Kitchen Stories

Eine beinahe universell geteilte Erinnerung ist wohl die Enttäuschung, nach der Schule nach Hause zu kommen und die grausame Entdeckung zu machen, dass es Gemüsesuppe zum Mittagessen geben wird. Die einzige Ausnahme für mich: Minestrone. Denn mit einem Haufen Parmesan und Olivenöl schmeckt mir bis heute alles gut. Ein paar Jahre später sieht es mit der Wertschätzung für jede Art von Gemüseeintopf und saisonalen Kohlsorten bei mir schon anders aus. Dieser Guide für die perfekte Minestrone führt dich ein in das Grundrezept mit ihren vielen saisonalen und regionalen Variationen.

Viele Gesichter einer Gemüsesuppe

Wer jetzt aber trotzdem nach dem einen, authentischen Rezept fragt, die oder den muss ich leider enttäuschen. Minestrone bedeutet nichts weiter als Gemüseeintopf auf italienisch und Rezepte gibt es daher vermutlich so viele, wie es Familien in Italien gibt. Und auch Jahreszeit und Region spielen eine große Rolle. In die winterliche Minestrone kommt mehr Wirsing, Wurzelgemüse und Mangold; im Sommer dagegen landen eher Zucchini, Aubergine und aromatische Tomaten im Topf. Die Genoveser Variante enthält weniger Kohl und wird mit Pesto serviert, in Apulien kommt Rübstiel hinzu und in der Toskana der regionale Schwarzkohl sowie eine große Handvoll weiße Cannellini Bohnen (am nächsten Tag mit einigen Scheiben Brot und Dosentomaten eingekocht wir sie dann zur würzigen Ribollita, einer toskanischen Brotsuppe). 

Die Seele der Minestrone

Eines haben jedoch alle Varianten gemein: Es werden die frischesten, saisonalen Zutaten verwendet, jedes Gemüse ist auf den Punkt gegart und man serviert sie mit einer ordentlichen Portion Parmesan oder Pecorino. Und natürlich sind keine Brühwürfel oder andere fertige Gewürzmischungen involviert. Alles wird bestenfalls von Grund auf selbst zubereitet. Fenchel, Rosmarin, Thymian, Lorbeerblätter oder Salbei in der Brühe sorgen stattdessen für einen intensiven, herzhaften Geschmack. Für eine sehr herzhafte Version kannst du die Suppe mit Pancetta (luftgetrocknetem Speck) oder getrockneten Steinpilzen zubereiten, die du am Anfang in Olivenöl mit abrätst.

Um dir den Einstieg zu erleichtern, hat meine Kollegin Lisa ein Grundrezept für Minestrone entwickelt, das du nach Belieben mit den Zutaten abwandeln kannst, die du am liebsten magst, gerade auf dem Markt oder in deinem Kühlschrank findest:

Grundrezept Minestrone

Grundrezept Minestrone

→ zum Rezept

Schritt-für-Schritt

Wichtig ist nur, dass alle Zutaten nur so lange gegart werden, dass sie am Ende noch Biss haben – denn nichts ist schlimmer als matschiges Gemüse. Wir haben dir auch eine praktische Grafik erstellt, die dir hoffentlich als Überblick dient, wann welches Gemüse in den Topf kommt und wie du das Rezept variieren kannst. Die verschiedenen Zutaten werden, je nach Garzeit, nacheinander in den Topf gegeben:

Zuerst werden Wurzelgemüse und Zwiebeln angedünstet. Neben den Klassikern Kartoffel, Karotte und Sellerie eignen sich auch Pastinaken und Petersilienwurzel oder sogar Butternusskürbis.

Danach werden Wirsing, Lauch und Fenchel hinzugegeben. Bei den Kohlsorten steht dir alles offen: Egal ob Grünkohl, Spitzkohl oder Schwarzkohl, so ziemlich jede Sorte macht sich gut in Minestrone. In diesem Schritt käme auch Stangensellerie und Kohlrabi in den Topf.

Darauf folgen Gemüse mit mittler Garzeit, in unserem Basisrezept etwa Zucchini, Grüne Bohnen, Blumenkohl und Brokkoli. Stattdessen kannst du natürlich auch Aubergine, hübschen Romanesco oder sogar abgetropfte weiße Bohnen dazugeben.

Zuletzt sind zarte Zutaten wie Tomaten, Erbsen oder Mangoldgrün an der Reihe. Du hast gerade keine Cherrytomaten da? Grob gewürfelte Fleischtomaten oder abgetropfte Dosentomaten eignen sich auch super. Ebenso lässt sich das Mangoldgrün durch frischen Spinat ersetzen.

Natürlich darf das Topping nicht fehlen. Das Pesto, der Parmesan oder ein anderer kräftiger Hartkäse sorgen für einen herzhaften Geschmack, weiche Kräuter wie Basilikum oder Petersilie für eine frische Note und Weißbrot oder gekochte Nudeln für eine Extraportion Kohlenhydrate.

Und jetzt, deine eigene Kreation

Beim Variieren musst du keine Angst vor Gemüse haben das nicht sehr italienisch scheint: Auch “deutsche” Gemüse wie Grünkohl, Pastinaken oder Kohlrabi fügen sich sehr gut in eine Minestrone ein. Auf die richtige Mischung kommt es an! Suche dir einige Sorten aus jeder Kategorie aus, achte auf etwas Abwechslung – zu viel Kohl und Bohnen machen die Minestrone herb und erdig, zu viel Wurzel- und Zwiebelgemüse zu süßlich –, schneide sie in mundgerechte Stücke und fange an zu improvisieren. Gutes Gelingen!

Du hast ein altes Familienrezept für Minestrone? Oder dein letztes Experiment war super lecker? Lade dein Rezept über unsere mobile App hoch und teile es mit der Welt!

Mehr Köstlichkeiten für dich