Die 6 häufigsten Fehler bei Aufläufen

Julia

Redakteurin

Im Prinzip könnte man immer Auflauf essen, doch in den kälteren Jahreszeiten bekommen sie das besondere Etwas. Wenn die Regentropfen gegen das Fenster schlagen und der graue Himmel einem die Stimmung vermiesen möchte, schmecken Aufläufe einfach besser. 

Zudem eignen sie sich wunderbar für mehrere Personen, lassen sich auf Vorrat einfrieren, sind variabel und einfach zuzubereiten. Es gibt sogar einige Menschen, die behaupten, man bräuchte für einen Auflauf nicht mal ein Rezept - schließlich wirft man doch nur ein paar Zutaten in eine Auflaufform und überbackt sie mit Käse. Doch so ganz stimmt das nicht und da stimmt uns bestimmt jeder zu, dem schon mal ein Auflauf misslungen ist.  

Schluss mit harten Nudeln und wässrigem Auflauf. Hier sind die 6 häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest, wenn du nächstes Mal einen Auflauf machst. 

1. Auflauf und Gratin ist doch das selbe

Beginnen wir mit der trockenen Theorie. Ja, es gibt einen Unterschied zwischen einem Auflauf und einem Gratin. Zwar wird beides im Backofen gebacken, aber ein Gratin ist eine spezielle Form eines Auflaufs. Bei ihm werden die Zutaten geschichtet statt vermengt. Sie werden in den meisten Fällen auch „nur“ als Beilage statt als eigenständige Hauptspeise gegessen und haben häufig eine Kruste, für die das Gratin überbacken (also gratiniert) wird. Daher gibt es Kartoffelgratins, jedoch sehr selten Nudelgratins. Eine Lasagne wiederum ist ein Gratin. So einfach, so gut.

Einfaches Kartoffelgratin

Einfaches Kartoffelgratin

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2. Der Auflauf schmeckt nach nichts

Hattest du auch schon mal einen faden Auflauf, den du auf dem Teller nochmal ordentlich nachwürzen musstest? Das passiert, wenn der Auflauf erst kurz vor dem Backen gewürzt wird. Stattdessen solltest du jeder Komponente deine volle Aufmerksamkeit schenken. Du machst einen Nudelauflauf mit Brokkoli und Sahnesoße? Dann salze die Nudeln ausreichend, schmecke die Sahnesoße ab und vergiss den Brokkoli nicht zu würzen. 

3. Die Nudeln sind noch ganz hart und wieso sammelt sich so viel Flüssigkeit in der Auflaufform?

Da hat man sich so lang auf den Auflauf gefreut, in der Wohnung duftet es schon, doch beim Essen merkst du, dass deine Nudeln noch leicht hart sind oder sich Flüssigkeit in der Form sammelt. Um das zu verhindern, solltest du Zutaten mit langen Garzeiten vorkochen. Bei Nudeln reichen oft 5 Minuten aus, für größere Kartoffelstücken solltest du ca. 10 - 15 Minuten einplanen. Auch Fleisch solltest du immer vorher anbraten. Alle anderen Zutaten mit kurzer Garzeit kannst du einfach klein schneiden, damit sie im Backofen weich werden. 

Es ist jedoch auch möglich, dünne Kartoffelscheiben für ein Gratin oder sogar Nudeln (z. B. Lasagne und Canneloni) ungekocht in den Backofen zu schieben. In diesem Fall solltest du ausreichend Flüssigkeit in Form der Soße dazugeben. Bei Gratins gilt grob das Verhältnis 1:3 von Sahnesoße zu Kartoffelmenge. Bei Nudelaufläufen sollten die Nudeln immer mit Soße bedeckt sein, damit sie nicht trocken werden oder gar verbrennen. Wenn du Kartoffeln und Nudeln jedoch vorkochst, gilt diese Regel nicht, denn sie können nur noch wenig Flüssigkeit aufsaugen.

Nudelauflauf Quattro Formaggi

Nudelauflauf Quattro Formaggi

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4. Die Käsekruste ist nicht knusprig

Wer nach dem Motto „Hauptsache mit Käse überbacken“ lebt, wird sich in der Welt der Aufläufe natürlich pudelwohl fühlen. Allerdings macht Käse allein die Kruste nicht knusprig. Zunächst einmal geht es darum, welchen Käse du benutzen solltest. Weiche Käsesorten wie Mozzarella oder Gouda schmelzen zwar wunderbar und ziehen tolle Fäden, knusprig wird die Kruste dadurch aber nicht. Hartkäsesorten wie Greyerzer, Parmesan und Emmentaler eignen sich da schon viel besser. Noch besser wird es, wenn du ein bisschen über den Käsetellerrand hinausschaust. Mische einfach ein paar Semmelbrösel, Röstzwiebeln oder gehackte Nüsse in den Käse und staune, wie schnell dir so die perfekte Käsekruste gelingt!

Mac & Cheese

Mac & Cheese

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5. Der Auflauf brennt oben an, ist aber noch gar nicht durch

Bevor es in den Backofen geht, ist vor allem die Temperatur entscheidend, damit am Ende auch der perfekte Auflauf auf den Tisch kommt. Vor allem bei Sahne-Aufläufen ist es wichtig, die Temperatur nicht zu hoch einzustellen. Beginne lieber bei ca. 180°C und stelle erst in den letzten 10-15 Min. die Temperatur nach oben, damit die Kruste auch goldbraun wird. Dafür kannst du auch die Grillfunktion deines Ofens verwenden. Falls du bemerkst, dass dein Auflauf zu schnell braun wird, decke ihn einfach mit Alufolie ab, drehe die Temperatur herunter und lass ihn in Ruhe durchgaren. 

6. Der Auflauf fällt beim Anschneiden auseinander

Hier noch der letzte Tipp vor dem Essen. Kurz vor der Ziellinie schneidest du deine Lasagne an, aber schon beim Überheben auf den Teller zerfällt das ganze Stück. So schwer es dir (und uns) auch fällt: Lass den Auflauf noch ein paar Minuten stehen bevor du ihn servierst, damit er anziehen kann. Ja, das werden vielleicht die schwersten 5 Minuten deines Lebens, aber der Auflauf und deine Zunge werden es dir danken. 

Vegane Lasagne mit Spinat und Pilzen

Vegane Lasagne mit Spinat und Pilzen

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