Kristin Bothor

Redaktionsmanagerin bei Kitchen Stories

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Weihnachten ist nur noch zwei panische Last-Minute-Einkäufe und fünf Meter Schleifenband entfernt. Bestimmt hast du die berauschende Vorweihnachtszeit bereits voll ausgekostet, hast dich mit lieben Freunden und alten Kollegen verabredet – und sicher war auch die ein oder andere Tasse Glühwein im Spiel, hab ich Recht?

Das ist kaum überraschend, schließlich zählt der zeitlose Klassiker zu den beliebtesten Getränken der (Vor-)Weihnachtszeit und das rituelle Glühweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt hat sich mittlerweile zu einer Art Pflichtveranstaltung etabliert – völlig egal, ob es einem nun schmecken mag oder nicht.

Denn zwischen glühendem Genuss und krachsüßem Fusel liegen manchmal nur Nuancen. Und die machen sich vor allem am nächsten Tag in Form von hämmernden Kopfschmerzen und flauem Magen bemerkbar (glaub mir, ich weiß, wovon ich rede). Trotzdem möchte man diese heißgeliebte Weihnachtstradition nicht missen.

Ich erkläre dir heute, worauf es bei einem richtig guten Glühwein ankommt und warum du ihn unbedingt selber machen solltest!

Kleine Zeitreise: Woher kommt der Glühwein eigentlich?

Man nimmt an, dass sein Ursprung bereits bis in das Antike Rom zurückzuführen ist. Natürlich – wo von Wein und Genuss die Rede ist, können die Römer nicht weit sein. Damals soll der Wein mit allerlei Gewürzen und Zucker aromatisiert worden sein, um ihn einerseits länger haltbar, aber auch genussvoller zu machen.

Als erstes kommerzielles, in Flaschen abgefülltes Produkt brachte der deutsche Winzer Rudolf Kunzmann den Glühwein jedoch erst im Winter 1956 auf den Markt – und kassierte dafür erstmal eine saftige Bußgeldstrafe. Der Zusatz von Zucker war nach damaligem Weinrecht nämlich noch streng untersagt. Glücklicherweise änderte sich die Rechtslage ziemlich schnell – und das einst verbotene Rauschmittel entwickelte sich in rasender Geschwindigkeit zu einem weihnachtlichen Kultgetränk.

Glühwein selber machen (aber richtig!)

Wenn ich eine Sache im Laufe der Jahre gelernt habe, dann diese: Kaufe niemals trinkfertigen Glühwein, ganz egal, wie hochwertig die Flasche aussieht oder wie sehr dich die schillernden Bezeichnungen wie “Wintertraum” auch ansprechen mögen. Wenn du wirklich guten Glühwein zubereiten möchtest, gibt es 5 Regeln, die du beachten solltest.

1. Wähle einen passenden Wein

Fruchtbetonte Qualitätsweine sind für Glühwein die beste Wahl. Durch die Erwärmung kommen die enthaltenen Weinaromen, die zum Beispiel an Kirschen oder Johannisbeeren erinnern, besonders gut hervor. Empfehlenswert sind unter anderem Spätburgunder, Dornfelder, Portugieser, Trollinger, Merlot, Zweigelt und Montepulciano.

2. Sei vorsichtig mit der Menge der Gewürze

Ohne Gewürze, kein Glühwein! Gewürznelken, Zimt, Sternanis und Orangenschale sind ein absolutes Muss. Je nach Geschmack werden auch gern Kardamom, Wacholderbeeren, Piment und Lorbeer zugegeben. Das Motto “Je mehr, desto besser” gilt hier jedoch nicht. Zu hoch dosiert, können die Aromen der Gewürze schnell zu dominant werden und die Fruchtaromen des Weines überdecken, schlimmstenfalls ist dein Glühwein am Ende ungenießbar.

Geh also lieber etwas sparsamer mit den verwendeten Gewürzen um. Falls du dir nicht ganz sicher bist, schau dir einfach unsere Anleitung für hausgemachtes Glühweingewürz an!

3. Gehe sparsam mit der Süße um

Auch bei der Zugabe von Zucker bzw. Honig ist Vorsicht geboten. Zum einen mutiert der Glühwein dadurch zu einer gnadenlosen Kalorienbombe (Alkohol an sich steuert ja schon eine Menge Energie bei). Zum anderen bewirkt der Zucker – insbesondere in Kombination mit Wärme – dass der Alkohol besonders schnell vom Körper aufgenommen wird. Die Kopfschmerzen am nächsten Tag gibt’s dann auch gleich gratis dazu.

Wenn du es gerne süß magst, wähle zum Beispiel einen lieblichen Wein als Grundlage, dann musst du meist gar nicht mehr so viel Zucker zusätzlich zugeben. Letzten Endes ist es natürlich eine Frage des Geschmacks.

4. Achte auf die optimale Temperatur

Erhitze deinen Glühwein niemals zu stark. Ab einer Temperatur von 78°C entweicht der Alkohol, und das will nun wirklich niemand riskieren. Darüber hinaus können die Fruchtaromen verloren gehen und Bitterstoffe entstehen, die den Geschmack beeinträchtigen.

5. Nimm dir Zeit

Damit sich sein volles Aroma entfalten kann, sollte der Wein mindestens 15 bis 20 Minuten bei niedriger Hitze mit den Gewürzen köcheln. Das deutsche Weininstitut empfiehlt sogar, den Glühwein nach dem Erhitzen für mehrere Stunden, bestenfalls aber über Nacht ziehen zu lassen.

Jetzt bist du mit den wichtigsten Regeln vertraut und kannst dich an unser Glühwein-Rezept wagen! Noch mehr Wissenswertes zur richtigen Zubereitung erfährst du in diesem Artikel.

Wärmender Glühwein

Wärmender Glühwein

→ zum Rezept

Übrigens: Wenn du Glühwein selber machen, das Weihnachtsmarkt-Flair jedoch nicht vermissen willst, habe ich noch einen heißen Tipp für dich – meine Kollegin Julia verrät dir in diesem Artikel, wie du deinen eigenen Weihnachtsmarkt zu Hause veranstaltest!

Heiße Sache: Glühwein-Variationen für jeden Geschmack

Neben dem Klassiker auf Rotweinbasis landen natürlich noch unzählige weitere köstliche Abwandlungen im Glühweinbecher. Das sind unsere 5 Favoriten:

1. Milder Genuss: Weißer Glühwein

Auch die weiße Variante ist auf den Wintermärkten aus keinem Glühweintopf wegzudenken. Etwas milder und weniger süß, ist weißer Glühwein die perfekte Wahl für alle, denen die klassische Version nicht so ganz zusagt.

2. Extra kräftig: Glühwein mit Schuss

Der “Schuss” steuert deinem Glühwein nicht nur ein paar extra Umdrehungen, sondern vor allem ein kräftigeres Aroma bei. Je nach Geschmack kannst du hier zum Beispiel zwischen Amaretto, Rum, Whisky und Orangenlikör wählen.

3. Neuer Weihnachtstrend: Glüh-Gin

Gin ist in! Und darum hat sich die beliebte Spirituose auch ihren Weg in die Herzen der Weihnachtsfans gebahnt. Anstelle von Wein wird bei dieser Variante zu Gin und einem Saft nach Wahl gegriffen, zum Beispiel Apfel-, Cranberry- oder Grapefruitsaft. Nun kommen Zitrusaromen und Gewürze, manchmal auch Kräuter wie Rosmarin, ins Spiel – leicht erwärmen und fertig ist das Trendgetränk!

4. Fruchtiges Highlight: Bratapfel-Glühwein

Etwas weniger verbreitet und trotzdem ein absolutes Highlight für die Weihnachtszeit, ist ein selbstgemachter Bratapfel-Glühwein, bestehend aus Weißwein, naturtrübem Apfelsaft, Zimt, Sternanis und ein wenig Honig. Nicht zu süß und erinnert an warmen Apfelstrudel!

5. Glögg gehabt: Skandinavischer Glühwein

So geht Glühwein auf Schwedisch! Zwar unterscheidet sich der traditionelle Schwedenpunsch nicht immens von dem hierzulande beliebten Heißgetränk, allerdings gehört bei dieser Variante ein Schuss Rum, Wodka oder Korn unbedingt dazu.

Rot oder weiß, mit oder ohne Schuss? Greifst du manchmal auf gekauften Glühwein zurück oder würdest du das Heißgetränk immer selbst zubereiten? Schreib uns in den Kommentaren oder lade dein eigenes Glühwein-Rezept hoch!

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