Lou

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Irgendwann im Leben hat vermutlich jeder von uns schon mal Löwenzahn – oder besser gesagt eine Pusteblume – gepflückt, kräftig Luft geholt, sich etwas gewünscht und dann die luftigen weißen Samen überall in der Luft verteilt. Aber wer von uns hat Löwenzahn gegessen, während er mitten in seiner gelben Blüte war? Und wie viele von uns haben im Frühling die zarten Blätter von jungem Löwenzahn probiert? Vielleicht kommt uns nicht sofort Löwenzahn in den Sinn, wenn wir an grünen Salat oder goldgesprenkeltes Risotto denken. Aber mit seiner Vielseitigkeit in der Zubereitung und seinem mild-bitteren Geschmack, der an Spinat erinnert, verdient er unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.

Kitchen Stories

1. Hallo, mein Name ist Löwenzahn

Löwenzahn wächst an praktisch jedem Ort mit gemäßigtem Klima, seien es Straßenränder, tiefe Wälder, felsige Landschaften, Gärten oder Weiden. Obwohl es anhaltende Diskussionen darüber gibt, wie viele Löwenzahnarten man tatsächlich kennt, wird die Existenz einer Spezies nicht angezweifelt: der weitläufig vorkommende Taraxacum officinale, wegen seiner zahnförmigen Blätter auch Löwenzahn genannt. Er ist eine widerstandsfähige, mehrjährige, krautartige Pflanze der Asteraceae-, also Gänseblümchen-Familie, und die am weitestens entwickelte Familie des Pflanzenreiches. Ihre Geschichte reicht zurück bis in die europäische Eis- bzw. Zwischeneiszeit.

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Obwohl Löwenzahn als lästiges Unkraut abgetan wird (wegen seines hohen Aufkommens und weil er überall unverblümt zu wachsen scheint), schätzen Menschen in Europa und Asien seit Jahrhunderten sein Aroma und profitieren von seiner Wirkung als Nahrungs- und Heilmittel. Blatt, Wurzel und Blüte sind essbar und bieten sowohl Menschen als auch Tieren einen unglaublichen Nährstoffgehalt. Er wird bis zu 25-30 cm hoch, wenn nicht sogar höher. Die goldenen Blüten strecken ihre Köpfe am Tag weit dem Licht entgegen, während sie sich bei Nacht schützend zusammenkauern.
Löwenzahn, so wie wir ihn kennen, ist ungiftig, wenn wir ihn in moderaten Mengen zu uns nehmen. Er gilt als große Vitamin- und Mineralstoffquelle und hat sogar antioxidative Fähigkeiten. 200 g Löwenzahn, was in etwa einer großen Handvoll entspricht, soll 112% unseres täglichen Vitamin-A-Bedarfs und 535% unseres täglichen Vitamin-K-Bedarfs abdecken. Außerdem glauben viele Pflanzenheilkundler, dass Löwenzahn eine lange Liste an heilenden Fähigkeiten wie harntreibende, entgiftende und viele weitere positive Eigenschaften besitzt.

2. Wann du Löwenzahn kaufen bzw. pflücken solltest

Löwenzahn fängt im Frühjahr an zu wachsen und ist bis zum späten Herbst zu finden. Am stärksten wächst er jedoch in den Monaten Mai und Juni. Du kannst ihn aber auch in asiatischen Lebensmittelgeschäften, Bauernmärkten, Bioläden und in anderen ausgewählten Lebensmittelgeschäften kaufen. Achte dabei unbedingt darauf, dass die Blätter fest und die Stiele des Löwenzahns dünn sind. Gelbe, schlaffe oder welke Blätter mit übermäßig großen oder holzigen Stielen solltest du lieber liegen lassen.

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Alternativ können nicht gentechnisch veränderte, unbehandelte Samen online gekauft und entweder im Topf oder direkt im Garten gesät werden. Wenn du dich dafür entscheidest den Löwenzahn im Garten zu pflanzen, dann verteile die Samen in einer Kiste und nicht direkt auf der Wiese – sonst wohnt schon bald eine ganze Löwenzahnkolonie in deinem Garten.
Löwenzahn wild zu pflücken mag nach einem Abenteuer klingen, ist aber nur für Löwenzahnkenner zu empfehlen. Wenn du dich nicht dazu zählst, solltest du lieber die Finger davon lassen. Viele Pflanzen in der Natur sind durch Umweltverschmutzung und Pestizide verunreinigt und demnach nicht unbedingt zum Verzehr zu empfehlen.

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3. So lagerst du Löwenzahn richtig

Spüle den Löwenzahn mit kaltem Wasser ab und lasse ihn auf einem Küchentuch trocknen bevor du ihn in ein leicht feuchtes Papiertuch einwickelst. Jetzt kannst du ihn in einer offenen Plastiktüte in der Gemüseschublade deines Kühlschrank aufbewahren, damit er möglichst lange frisch und knackig bleibt. So sollte er ohne Probleme für einige Tage frisch bleiben.

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4. Wie du Löwenzahn richtig zubereitest

Löwenzahn kann genauso verwendet und behandelt werden wie andere Gemüsesorten und die Blätter werden ähnlich wie Spinat oder Mangold zubereitet. Junge Blätter beispielsweise können roh verzehrt, zu Salaten, Smoothies oder einer Quiche dazugegeben, zu Reis- oder Gemüsegerichten hinzugefügt werden. Die Blätter lassen sich auch super zu Kräuterbutter verarbeiten oder einfach nur trocknen und wie oben beschrieben lagern oder blanchieren und einfrieren. Ältere Blätter sollten vor dem Verzehr gekocht und das Kochwasser weggeschüttet werden. Die gelben Blüten können zu Löwenzahngelee, Löwenzahnhonig und -saft verarbeitet werden. Und backst du die Wurzel und mahlst sie zu Pulver, hast du koffeinfreien Kaffeeersatz. Zusätzlich können getrocknete Blüten, Wurzeln und Blätter für Löwenzahntee verwendet werden.

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Löwenzahn passt hervorragend zu Hühnchen oder Fisch und wird gerne in Nudelgerichten verwendet. Verschiedene Teile des Löwenzahns können entweder in herzhaften Puffern, süßen Sirups, saurem Essig, nahrhaften Suppen und kernigem Pesto gefunden werden. Für die großen Liebhaber unter uns gibt es sogar Löwenzahnwein und Erfrischungsgetränke wie “Dandelion and Brudock” (engl. Löwenzahn und Klette), ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk, das vor allem in Großbritannien getrunken wird. Du merkst, die Möglichkeiten von Löwenzahn sind schier unendlich.

Grünes Risotto mit Löwenzahn-Pesto

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Hähnchen-Involtini mit Löwenzahn-Frischkäse-Füllung

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Brotsalat mit Löwenzahn

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