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Redakteure bei Kitchen Stories

Wenn man Fans der Low-Carb-Ernährung glauben will, ist es fast schon ein Wundermittel: das Eiweißbrot. Aber wo liegt der Unterschied zu normalem Brot, und stimmt es, dass Eiweißbrot beim Abnehmen helfen kann? Das alles erfährst du hier, und natürlich haben wir dir obendrein ein paar Rezepte für Eiweißbrot in allen Variationen zusammengestellt: von vegan bis glutenfrei ist alles dabei!Was ist Eiweißbrot?

Im Eiweißbrot steckt, wie der Name schon verrät, eine ganze Menge Eiweiß. Die Meinungen darüber, wie gesund das ist, gehen auseinander. In der Low-Carb-Ernährung gilt das Proteinbrot allerdings unumstritten als ideale Energiequelle. Tja, und was ist tatsächlich dran an den verschiedenen Meinungen?

Ist Eiweißbrot gesund oder ungesund?

Diesen Spruch haben wir wohl alle schon mal gehört: Die Dosis macht das Gift. Das gilt auch für Eiweißbrot, denn per se ist das proteinhaltige Gebäck für einen gesunden Menschen sicher nicht ungesund.

Das gilt zumindest dann, wenn man es nicht übertreibt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene pro Kilogramm Körpergewicht 0,8 g Eiweiß täglich zu sich nehmen. Wird dieser Wert regelmäßig stark überschritten, ist das unter anderem für die Nieren schlecht. Zum Problem kann außerdem der Fettgehalt werden, denn Eiweißbrot kann im Vergleich zu anderen Brotsorten bis zu zehnmal so viel Fett enthalten.

Inhaltsstoffe und Nährwerte: Was ist eigentlich in Eiweißbrot?

Ein durchschnittlicher Laib Eiweißbrot besteht zu stolzen 25 Prozent aus Eiweiß. An dieses Ausmaß an Protein kommt das nette kleine Mischbrot von nebenan niemals heran. Und woher kommen nun die ganzen Eiweiße? Unter anderem aus:
- Quark/Joghurt
- Eiern
- Mandeln/Walnüssen/Haselnüssen
- Leinsamen
- Sonnenblumenkernen
- Sesam
- Lupinenmehl
- Guarkernmehl
- Kokosmehl
- Sojamehl
- Weizenmehl

Du siehst schon: Mit all den Nüssen und Samen kommt schnell ein hoher Kaloriengehalt zusammen. Laut der Verbraucherzentrale verteilt sich der Prozentsatz von Fett, Kohlenhydraten und Proteinen in 100 g Eiweißbrot – das sind circa zwei Scheiben – folgendermaßen:
Fett: 10-13 Prozent
Kohlenhydrate: 4,5-7 Prozent
Eiweiß: 20-26 Prozent
Kalorien: bis zu 265 Kcal

Wenn man bedenkt, dass ein durchschnittliches Mischbrot einen Kohlenhydratanteil von über 40 Prozent hat, scheint das Eiweißbrot also auf den ersten Blick einen gewaltigen Gesundheitsbonus mitzubringen...

Warum Low-Carb-Fans auf Eiweißbrot schwören

In der Low-Carb-Ernährung geht es darum, wenig Kohlenhydrate (Carbohydrates) und stattdessen viel Fett und Eiweiß aufzunehmen. Diese Umstellung soll den Körper dazu bewegen, für die Energiegewinnung Fett zu verbrennen.

Wenn wir regelmäßig viele Kohlenhydrate essen, tut er nämlich das genaue Gegenteil: Er bezieht seine Energie aus den carbs und lagert das Fett stattdessen lieber ein. Heißt das jetzt, dass Eiweißbrot die Fettverbrennung fast schon magisch ankurbelt und man abnehmen kann, wenn man nur das richtige Brot isst?

Abnehmen dank Eiweißbrot – Was ist dran am Hype?

Vorweg: Abnehmen, indem man Brot isst, bleibt wohl fürs Erste ein unerfüllter Wunschtraum. Wäre ja auch zu schön gewesen. Warum schwören trotzdem so viele Leute auf Eiweißbrot? Und warum ist Eiweißbrot in puncto Abnehmen überhaupt ein Thema, wenn es doch so viele Kalorien enthält?

Hat Eiweißbrot nicht zu viele Kalorien zum Abnehmen?

Ja, Eiweißbrot enthält viele Kalorien. Wenn du abnehmen willst und mengenmäßig deine bisherige Brotsorte eins zu eins durch Proteinbrot ersetzt, ist das dementsprechend kontraproduktiv. Zum Abnehmen ist schließlich die gesamte Kalorienbilanz pro Tag wichtig: Gewicht verliert nur, wer weniger Energie aufnimmt, als verbraucht wird.

Hilft das Eiweiß im Proteinbrot beim Abnehmen?

Lebensmittel, die viel Eiweiß enthalten, machen länger satt und hemmen den Heißhunger. In dieser Hinsicht ist Eiweißbrot auf jeden Fall ein würdiger Kandidat für eine Diät – sofern man die luftig-lockeren Brotscheiben langsam isst.

Ansonsten sind die ein oder zwei Scheiben schneller weg, als man „Eiweiß“ sagen kann. Der Körper realisiert aber erst nach 20 Minuten, dass er satt ist. Je hastiger man das Eiweißbrot also isst, desto größer ist die Versuchung, noch eine kleine Scheibe zu essen...und noch eine...und zack: Schon kippt die Kalorienbilanz in eine Richtung, die fürs Abnehmen nicht gerade praktisch ist.

Gleichzeitig ist Eiweißbrot allerdings ideal, wenn du dich zum Abnehmen an einer Low-Carb-Ernährung versuchen und auf Brot einfach nicht verzichten willst. Verständlicherweise, wie wir finden – Brot ist und bleibt einfach eine der schönsten kulinarischen Nebensachen der Welt. Probiere unsere köstlichen Alternativen zum herkömmlichen Brot gleich aus!

Paleo Körnerbrot ohne Nüsse

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Fitnessbrot

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Abendbrot zum Abendbrot: Was passiert, wenn man abends Eiweißbrot isst?

Eiweißbrot wird auch Abendbrot genannt. Die Theorie dahinter: Wenn man am Abend eiweißreich isst, wird nachts weniger Insulin ausgeschüttet. Dadurch soll im Schlaf mehr Fett abgebaut statt eingelagert werden. Schlank im Schlaf also, wie es oft so schön heißt.

Das ist und bleibt wohlgemerkt bis dato reine Theorie – wissenschaftliche Beweise gibt es noch keine. Fest steht nur, dass am Ende des Tages (und zwar wortwörtlich) vor allem die gesamte Energiebilanz ausschlaggebend ist. Der Zeitpunkt, zu dem man diese und jene Nährstoffe aufgenommen hat, spielt zumindest aus wissenschaftlicher Perspektive keine übergeordnete Rolle.

Ob man jetzt versucht, Eiweißbrot in eine Diät einzubauen oder einfach nur ein echter Brotliebhaber ist: Rezepte zum Ausprobieren gibt es jedenfalls genug. In diesem Sinne, rein ins Vergnügen!

Eiweißbrot backen: Die beliebtesten Rezepte

Backmischungen gibt es mittlerweile für so ziemlich alles, und Eiweißbrot ist da keine Ausnahme. Bleibt die alte Frage, was denn nun besser ist – DIY oder die schnelle Variante? Und dann gibt es neben der klassischen Variante ja noch glutenfreies oder veganes Eiweißbrot...

Gewusst wie: Eiweißbrot mit Backmischung oder selber backen?

Wir finden, diese Frage stellt sich eigentlich erst gar nicht – selbstgemacht ist einfach immer noch ein kleines bisschen besser! Dazu kommt, dass gerade Backmischungen für Eiweißbrot oft viele Zusatz- und Konservierungsstoffe enthalten. Schließlich enthält so ein Brot einen relativ hohen Anteil an Milchprodukten, und die müssen irgendwie haltbar gemacht werden.

Achtung: Wenn du das Eiweißbrot selbst bäckst, lagerst du es am besten danach im Kühlschrank. Alternativ kannst du es auch ganz einfach in Scheiben schneiden und einfrieren. Die Brotscheiben lassen sich super auftoasten!

Und noch ein letzter Tipp für selbstgebackenes Eiweißbrot: Lass es direkt nach dem Backen unbedingt ein bisschen abkühlen, bevor du es anschneidest. Frisch aus dem Ofen ist das Brot nämlich innen noch ziemlich locker und fällt schnell auseinander. Wenn du ihm aber ungefähr eine Stunde gibst, wird das Eiweißbrot innen so fest, dass du es wunderbar schneiden kannst. Und damit sind wir schon bei Rezept Nummer 1, dem Klassiker!

Eiweißbrot mit Quark

Du brauchst für dieses Eiweißbrot folgende Zutaten:

- 100 g geschrotete Leinsamen
- 100 g gemahlene Mandeln
- 50 g Weizenkleie
- 2 EL Dinkelvollkornmehl
- 1 Packung Backpulver
- 1 TL Salz
- 300 g Magerquark
- 6 Eiweiß
- deine Lieblingskerne (werden über das Brot gestreut)
Übrigens, falls du dich fragst, was aus dem Eigelb werden soll: Das kannst du natürlich separat weiterverwerten!

Das Brotbacken ist gar nicht schwer:

1. Mische alle trockenen Zutaten bis auf die Kerne.
2. Gib das Eiweiß und den Quark dazu und verarbeite die Mischung zu einem Teig. Das funktioniert am besten mit dem Knethaken der Küchenmaschine.
3. Heize den Ofen vor, und zwar auf 150°C (Umluft) oder 170°C (Ober-/Unterhitze).
4. Fette eine Kastenform und leg ein Blatt Backpapier ein, damit du das Brot nach dem Backen leicht aus der Form nehmen kannst.
5. Fülle den Teig ein und streu die Kerne darüber.
6. Lasse das Brot ca. 50 Minuten backen.
7. Lasse es vor dem Stürzen mindestens 15 Minuten auskühlen.

Glutenfreies Eiweißbrot – geht das?

Gluten ist sozusagen der Kleber im Getreide, der die Welt...äh, das Brot im Innersten zusammenhält. Dieses Klebeeiweiß völlig zu ersetzen, erfordert ein bisschen Übung. Wenn du noch nie ein glutenfreies Brot gebacken hast, mach dir deshalb keine Sorgen, sollte der erste Versuch nicht perfekt werden!

Welche Mehlsorten kannst du also stattdessen fürs Backen verwenden? Gar nicht mal so wenige: Mandelmehl, Kastanienmehl, Kokosmehl, Sojamehl oder Süßlupinenmehl eignen sich wunderbar, um Brot zu backen.

Wenn du glutenfreies Eiweißbrot machen willst, kannst du dich im Prinzip am klassischen Rezept orientieren. Es gibt nur ein paar kleine Änderungen, was Mengen, Mehl und Backzeit betrifft. Du brauchst:

- 100 g geschrotete Leinsamen
- 100 g gemahlene Mandeln
- 5 EL Reiskleie
- 2 EL Sojamehl
- 1 Packung Backpulver
- 1 TL Salz
- 250 g Magerquark
- 8 Eier
- Kerne nach Belieben

Die Vorgehensweise bleibt absolut gleich, nur an der Backzeit ändert sich etwas: Das glutenfreie Brot sollte rund 90 Minuten im Ofen bleiben.

Eiweißbrot vegan: Ohne Ei, Quark und Co.

Wenn du völlig auf tierische Produkte verzichtest, kannst du deshalb trotzdem Eiweißbrot backen! Du brauchst dafür:

- 60 g Sonnenblumenkerne
- 75 g gemahlene Mandeln
- 100 g Leinsamen
- 65 g gehackte Nüsse
- 145 g feine Haferflocken
- 3 EL Flohsamenschalen
- 1 TL Salz
- 1 EL Agavendicksaft
- 3 EL Kokosöl
- 350 ml warmes Wasser

Auch in diesem Fall ist die Zubereitung keine Hexerei:

1. Mische die trockenen Zutaten.
2. Mische in einer zweiten Schüssel die Flüssigkeiten mit dem Kokosöl.
3. Rühre beide Mischungen zusammen.
4. Lasse den Teig eine Stunde ruhen.
5. Heize den Ofen auf 160°C (Umluft) bzw. 180°C (Ober-/Unterhitze) vor.
6. Gib den Teig in eine gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Kastenform.
7. Lasse das Brot 70 Minuten backen.

Eiweißbrot backen ist also gar nicht so schwer – probier es einfach mal aus und lass uns gerne wissen, wenn du weitere tolle Tipps auf Lager hast!

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