milzwe

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Kontributor

Als ich klein war, ging es mir beim Essen nicht wirklich um Geschmack. Heimlich in den Einkaufswagen schmuggelte ich einfach alles, was bunt aussah und viel Spaß versprach: Kaugummi-Schnecken, Center Shocks, Brause. Wäre ich jetzt immer noch fünf Jahre alt, würde mich der Rainbow-Trend regelmäßig in Verzückung versetzen: bunte Kuchen, Bagels, Muffins. 

So. Viele. Farben. Das Problem: Ich bin nicht mehr fünf Jahre alt – doch dieser Trend ist trotzdem da. 

Kitchen Stories

Es sind nicht etwa nur Kinder, die den Rainbow-Trend feiern, sondern vor allem logisch denkende, absolut zurechnungsfähige Erwachsene. Als ob plötzlich ein pupsendes Einhorn über die Welt geflogen wäre und die knallige Kost zum Non-Plus-Ultra erklärt hätte. Altbekannte Produkte begannen mit neuem Anstrich zu leuchten – wie aufregend!

Keine Frage, auf den ersten Blick sieht so ein bunter Bagel verrückt aus. Auf Fotos macht er so einiges her. Pinterest liebt den Rainbow-Trend. Doch was passiert nach dem Social-Media-Post? Will man diese bunte Masse wirklich dauerhaft essen? 

Vielleicht braucht es erst ein Rainbow-Schnitzel, damit wir gesättigt sind. Vielleicht erkennen wir auch, dass Natürlichkeit immer besser schmeckt. Ein Regenbogen bleibt doch auch nur etwas Besonderes, wenn er selten am Himmel zu sehen ist.

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