Lisa-Kristin Erdt

Redaktionsassistent bei Kitchen Stories

Was gibt es besseres, als frisch gebackenes Brot – noch dazu am Lagerfeuer? Für diese Fälle gibt es Stockbrotteig, der um die Grillstöcke gewickelt und über knisterndem Feuer ausgebacken wird. Aber wie bereitet man das Evergreen jedes Campingausfluges vor? Wir verraten dir sowohl das Grundrezept und wie du hefefreie, glutenfreie und süße Variationen zauberst.

Einfaches Grundrezept für herzhaften Stockbrotteig

Der sogenannte „Knüppelkuchen“ weckt Kindheitserinnerungen: Für mich hatte Lagerfeuer früher nur einen einzigen Sinn, nämlich als Wärmequelle zum Ausbacken meines Stockbrotes zu dienen. Das Praktische dabei war immer, dass Stockbrot zu jeder Jahreszeit gemacht werden kann – denn Lagerfeuer gibt’s  sowohl im Sommer als auch im Winter.

Klassisch wird Stockbrot aus Hefeteig hergestellt. Du benötigst also Trockenhefe, Mehl, Zucker und Salz, Milch und Pflanzenöl. Zuerst vermengst du alle trockenen Zutaten miteinander, bevor du Milch lauwarm erwärmst und sie zusammen mit dem Öl zu einem Teig knetest. Hier kannst du all deine Kraft einsetzen, damit der Teig geschmeidig wird. Lasse ihm danach noch 30 Minuten Ruhezeit, bevor ihm ordentlich eingeheizt wird.

Der Teig sollte durch die Hefe nun aufgegangen und luftig sein. Jetzt ist es an der Zeit, ihn in kleine Portionen zu teilen und das wichtigste Utensil für Stockbrot zur Hand zu nehmen: Den Stock. Forme die Teigportionen zu dünnen Rollen und wickle sie locker um den Stock herum. Dann geht’s ans „Backen“: Halte den Stock mit ungefähr 20 Zentimeter Abstand über die Glut und backe das Brot etwa 10 Minuten aus. Und nach der Arbeit kommt dann bekanntlich das Vergnügen – hier in Form von warmem, duftendem Stockbrot.

Worauf muss man beim Stockbrotteig besonders Acht geben?

Mit unserem Insiderwissen gelingt dir dein Stockbrot mit Sicherheit besser als je zuvor: Für besonders luftiges Brot kannst du den Teig auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Danach solltest du ihn noch einmal gut durchkneten.

Damit das Stockbrot gleichmäßig gar wird, sollte der Teig ebenmäßig und nicht zu dick um den Stock gewickelt werden. Wenn du diesen außerdem vorher mit Mehl einreibst, lässt sich der Teig am Ende leichter lösen. Außerdem solltest du beim Aufwickeln darauf achten, die Spitze des Stocks mit Teig zu bedecken. Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Holz Feuer fängt.

Funktioniert Stockbrot auch ohne Hefe?

Du hast keine Hefe im Haus? Kein Problem, denn der beliebte Lagerfeuer-Snack kann auch auf Quark-Öl-Basis zubereitet werden. Dafür musst du lediglich Mehl, Backpulver und Salz verrühren. Die feuchten Zutaten wie Quark, Öl und Milch werden in einer separaten Schüssel miteinander vermengt, zur Mehl-Mischung gegeben und zu einem glatten Teig geknetet. Dann ist der Teig auch schon bereit – bist du es auch?

Schneller Stockbrotteig mit Quark

Um an die Variante ohne Hefe anzuknüpfen, wollen wir dir hier unser Rezept für Stockbrot ohne Quark zeigen. Was du dafür benötigst: Mehl, Quark, Milch, Pflanzenöl, Eier, Backpulver, Salz und 12 fleißige Esser:

Stockbrot

Stockbrot

→ zum Rezept

Glutenfreier bzw. Low Carb Stockbrotteig – geht das?

Lebensmittelunverträglichkeiten machen es für Betroffene schwierig, sich von Essensgewohnheiten, Lieblingsgerichten oder verführerischen Snacks zu verabschieden. Auch Sportler weichen immer mehr von Routinen ab und suchen sich figurfreundlichere Low-Carb-Alternativen. Das muss für Stockbrot aber gar nicht sein: Für die glutenfreie Variante kannst du den Quark-Öl-Teig mit Mandel- oder Kokosmehl anstelle von Weizenmehl herstellen. Hefeteig lässt sich leider nicht abwandeln, da die Hefe nur dann aufgeht, wenn sie mit Weizenmehl vermengt wird.

Die süße Variante

Was Stockbrot weniger zu Brot und mehr zu einem kuchenartigen Snack macht, sind beispielsweise Rosinen oder andere Trockenfrüchte, die du mit in den Teig geben kannst. Wenn du es anschließend in Marmelade dippst oder mit Butter bestreichst, könnte man beinahe das Gefühl haben, nach dem Lagerfeuer einen Sprung an den Frühstückstisch gemacht zu haben.

Stöcke vorbereiten: Das Zweitwichtigste neben dem Teig

Über das Brot bist du nun bestens informiert, fehlt noch der andere wichtige Teil bei der Zubereitung des Stockbrotes: Der Stock. Was viele nicht wissen ist, dass sich nicht jedes Holz dafür eignet. Manche Hölzer sind giftig, andere brennen zu schnell an. Zu der ersten Kategorie zählen beispielsweise Eibe oder Holunder. Bambus oder Fichte machen sich besser über dem Lagerfeuer, da sie leicht Feuer fangen. Halte stattdessen Ausschau nach Haselnuss, Weide oder Buche. Wenn du nach deinem Waldspaziergang um einige Stockbrot-Hölzer reicher geworden bist, spitze sie mit einem scharfen Messer zu und entferne die Rinde an der Stelle, an der du den Teig herum wickelst, bevor es losgehen kann.

Weitere Stockbrotteig-Variationen – was passt dazu?

Du gehörst zu den Gourmets am Lagerfeuer und möchtest mal einen Stockbrotteig der anderen Art ausprobieren? Wie jedes Brot kannst du auch Stockbrot ganz nach deinen Vorlieben abwandeln. Füge dem Teig zum Beispiel gehackte Oliven, Kräuter aus dem Garten oder kleingeschnittene getrocknete Tomaten hinzu. Für die ganze Palette teilst du den Teig einfach in gleich große Portionen und fügst überall eine andere Zutat deines Geschmackes hinzu. Jetzt geht’s an die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten mit cremigen Komponenten: Kräuter-, Knoblauch-, oder Tomatenbutter werden dich dahinschmelzen lassen. Für einen saisonalen Akzent kannst du ebenfalls unsere Pfifferlingsbutter ausprobieren:

Pfifferlingsbutter

Pfifferlingsbutter

→ zum Rezept

Auch als Beilage zu anderen Grill-Klassikern passt Stockbrot hervorragend. Ob Salat, Bratwurst oder gegrilltes Gemüse – Stockbrot macht sie alle erst zu einem runden Festmahl.

Kennst du Stockbrot auch aus Kindheitstagen und findest, dass es in jedem Alter noch vorzüglich schmeckt? Wie bereitest du den Teig am liebsten zu? Berichte uns davon in den Kommentaren!

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