Lisa

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Zwischen fluffigen Dampfnudeln, Hefeklößen, Germknödeln und Buchteln kann man schnell durcheinander kommen. Sie wirken auf den ersten Blick sehr ähnlich und sind doch anders, denn obwohl alle aus Hefeteig hergestellt werden, unterscheiden sie sich in der Zubereitung. Wir erklären dir, was es mit den gehaltvollen Hefekugeln auf sich hat, worin sie sich unterscheiden und wie du sie zu Hause zubereitest.

Was sind Dampfnudeln?

Die Dampfnudel ist eine traditionelle Mehlspeise, die man aus der süddeutschen und österreichischen Küche kennt. Sie wird gern mit süßem Kompott, Vanillesoße oder Apfelmus serviert. Der Dampfnudelteig ist kinderleicht herzustellen und benötigt nur einfache Zutaten: Hefe, Milch, Zucker, Mehl und Ei. Das Besondere an der Dampfnudel ist jedoch ihre Konsistenz: Oben besticht sie durch ihre glänzend glatte Oberfläche, innen besteht sie aus einem lockeren, warmen Hefeteig und an der Unterseite entsteht eine herrliche, knusprige Kruste. Das Geheimnis daran liegt in der Zubereitung.

Der Hefeteig wird nach einer angemessenen Gehzeit zu faustgroßen Kugeln geformt. Diese werden in einem geschlossenen Topf in Wasser, im Dampf oder in Milch gedämpft. Nachdem die zugesetzte Flüssigkeit verdampft ist, entsteht der für die Dampfnudeln so typische, knusprig gebratene Teigboden.

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Vielen ist die Dampfnudel als typisch österreichisch bekannt, doch streiten sich auch deutsche Bundesländer schon seit Jahren um sie – allen voran Bayern und die Pfalz, die beide Anspruch auf die Spezialität erheben. Während man in Bayern die süße Variante mit Vanillesoße auftischt, kennt man aus der Pfalz salzige Dampfnudeln mit Kruste, die man zu deftigem Gulasch oder Eintopf auftischt. Für die so genannte „Pfälzer Dampfknepp“ wird der Teig ohne Zucker, Butter und Ei zubereitet und stattdessen in Salzwasser und Fett gegart.

Egal wie du Dampfnudeln zubereitest – die reichhaltige Speise wir dich mit Sicherheit satt machen. Eine Dampfnudel enthält bereits ohne Soße oder Beilage etwa 180 Kalorien und besteht weitestgehend aus Kohlenhydraten.

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Dampfnudeln zubereiten: Rezepte und Tipps

Wenn Oma früher Dampfnudeln mit Vanillesoße gemacht hat, duftete das ganze Haus verführerisch. Mit diesem Dampfnudel-Rezept kannst du die Mehlspeise ganz einfach selbst zubereiten. Zusätzlich verraten wir dir 3 Zubereitungsmöglichkeiten.

Dampfnudeln mit Vanillesoße

Dampfnudeln mit Vanillesoße

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Dampfnudeln im Dampfgarer

Die Teigstücke kommen in eine ungelochte Garschale und für ca. 35 Minuten bei 95° Grad in den Dampfgarer. Darin werden die Dampfnudeln locker und flaumig. Anschließend werden sie in einer Pfanne mit etwas Butter auf der Unterseite angebraten.

Dampfnudeln im Backofen

Den Backofen auf 180°C vorheizen. In einem großen, aber niedrigen ofenfesten Topf Wasser mit Salz oder Milch mit Zucker erwärmen. Butter und Butterschmalz darin schmelzen und vom Herd nehmen. Die Teigkugeln mit der Nahtseite nach unten nebeneinander in Flüssigkeit setzen, den Deckel auflegen und die Dampfnudeln ca. 20 Minuten gehen lassen. Den Topf auf den Herd stellen und die Dampfnudeln bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten garen. Erst jetzt den zugedeckten Topf in den Ofen geben und die Dampfnudeln ca. 35 Minuten backen. Sollte die Kruste am Boden noch zu hell sein, den Topf noch einmal auf den Herd stellen und bei mittlerer Hitze goldbraun nachbacken.

Dampfnudeln aus der Pfanne

Fett in einer beschichteten Pfanne auf mittlerer Hitze zergehen lassen. Sobald es geschmolzen ist, Milch mit Zucker oder alternativ Wasser mit Salz dazugeben und aufkochen lassen. Die Dampfnudeln anschließend in die Pfanne setzen und bei schwacher Hitze unter geschlossenen Deckel ca. 20 Minuten dämpfen, bis die Dampfnudeln eine goldbraune Kruste bekommen.

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Achtung: Diesen Fehler solltest du bei der Zubereitung vermeiden!

Die allerwichtigste Grundregel beim Zubereiten von fluffigen Dampfnudeln ist, den Deckel während des Dämpfens auf keinen Fall anzuheben, denn die Dampfnudeln könnten dabei zusammenfallen. Am besten nimmst du den Deckel am Ende der Garzeit leicht seitlich vom Topf, damit das Kondenswasser nicht direkt auf die Dampfnudeln läuft, sondern seitlich zurück in den Topf.

Dampfnudeln einfrieren

Dampfnudeln werden am besten direkt heiß genossen, denn erkaltet wird der Teig etwas fester. In Scheiben geschnitten und getoastet werden sie jedoch zu einem leckeren Snack für Zwischendurch. Die fertigen Dampfnudeln können im Kühlschrank 2 – 3 Tage in einer Tüte aufbewahrt und bei Bedarf nochmal kurz aufgedämpft werden. Du kannst sie auch ganz einfach Einfrieren und später ca. 20 – 30 Minuten dämpfen – so werden sie weich und schmecken wie frisch zubereitet.

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Vegane und glutenfreie Dampfnudeln

Mit glutenfreiem Mehl können auch Menschen mit Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit, die leckere Mehlspeise genießen. Sogar vegane Dampfnudeln lassen sich ganz leicht herstellen, in dem du die Butter mit Margarine ersetzt und die Kuhmilch durch Pflanzenmilch austauschst.

Dampfnudeln: salzig oder süß?

Üblicherweise werden die Dampfnudeln zunächst herzhaft und anschließend als Dessert gegessen. Die Dampfnudeln passen gut zu deftigen Suppen und Eintöpfen wie Kartoffelsuppe, Gulasch oder einer kräftigen Rindersuppe mit Graupen. Im Herbst kannst du sie auch wunderbar mit frischen Pilzen, Wildkräutern oder würzigem Kraut kombinieren.

Als Süßspeise kennt man Dampfnudeln vor allem zu selbstgemachter Vanillesoße und Mohn oder mit einer fruchtigen Kirschsoße. Wer erinnert sich nicht an diesen Klassiker aus der Kindheit? Eine leckere Alternative ist Apfelmus, beispielsweise mit Holunderblütensirup verfeinert.

Hausgemachte Vanillesoße

Hausgemachte Vanillesoße

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Weitere Mehlspeisen und worin sie sich unterscheiden

Hefeklöße

Jeder von uns hat doch diese Gerichte, die man für immer mit seiner Kindheit verbindet. Für mich sind das Omas Hefeklöße oder die passende Variante aus der Schulkantine. Das Hefekloß-Rezept ist die Grundlage einer jeden hier genannten Mehlspeise und besteht im Wesentlichen aus nur drei Zutaten: Mehl, Hefe und Wasser. Der Teig wird zu Kugeln geformt und über kochendem Wasser zu weichen Klößen gedämpft. Traditionell reichst du Hefeklöße zu Heidelbeer- oder Vanillesoße.

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Buchteln

Buchteln sind eine ursprünglich Böhmische Spezialität, sie werden andernorts auch Wuchteln, Ofennudeln oder Rohrnudeln genannt. Im Unterschied zu den anderen Hefeteigkugeln werden Buchteln im Backofen gebacken und nicht gedämpft.

Trotz ihrer geringen Größe sind Buchteln recht mächtig und eher eine süße Hauptspeise als ein Dessert. Noch reichhaltiger werden sie mit Vanillesoße oder Sahne – dann kann eine Portion auch gern mal 900 Kalorien enthalten (etwa die Hälfte des gesamten Tagesbedarfs). Die Bayerische Version der süßen Hefekugeln wird häufig mit Rosinen oder Cranberrys gespickt. Wie auch Pfannkuchen lassen sich Buchteln süß und herzhaft zubereiten. Statt des klassischen und beliebten Fruchtmuses können Buchteln zum Beispiel mit Krebsfleisch gefüllt und mit grobem Salz und Kümmel bestreut werden. Die regionale Variante aus Böhmen wird jedoch mit Quark, Pflaumenmus oder Aprikosenkonfitüre gefüllt.

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Germknödel

Germknödel kennt man als den Berghüttenklassiker schlechthin. Sie sind jedoch nicht nur der Renner in Skihütten, sondern auch auf dem Weihnachtsmarkt, denn warm serviert schmecken sie draußen bei winterlichen Temperaturen besonders gut.

Der Begriff "Germ" kommt aus dem süddeutschen bzw. österreichischen Sprachraum und bedeutet Backhefe. Anders als Dampfnudeln werden Germknödel zum Zubereiten in reichlich leicht-siedendes Salzwasser gegeben. Bei schwacher Hitze ziehen die Knödel dann, bis sie gar sind – alternativ können sie auch über Salzwasser gedämpft werden. Traditionell werden Germknödel mit Pflaumenmus gefüllt und warm mit Mohn, Puderzucker oder Vanillesoße serviert. In der klassischen Variante mit Mohnbutter bringt eine Portion Germknödel rund 842 Kalorien und fast 50 Gramm Fett auf den Teller. Auch diese süße Weihnachtsmarkt-Leckerei ist also ziemlich mächtig und eher eine süße Hauptspeise als ein Dessert.

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Welche Mehlspeise isst du am liebsten und wozu servierst du sie? Verrate es uns in den Kommentaren oder schicke uns dein Lieblingsrezept an community@kitchenstories.com!

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