Julia

Julia

Redakteurin

Als der Bubble-Tea-Trend 2012 seinen Höhepunkt erreichte, stand ich ziemlich skeptisch auf der gegenüberliegenden Straßenseite, schaute mir einen der gefühlt Tausenden in kürzester Zeit neu eröffneten Bubble-Tea-Läden an und wollt nichts von „verrückten Perlen“ in meinem Tee wissen.

Mir ging es dabei nicht mal um die hitzige Diskussion, die das damalige Trend-Getränk gerade in Deutschland ausgelöst hatte. Einer Studie zufolge sollten krebserregende Stoffe in den Kügelchen stecken – nach dieser Meldung verebbte der Trend schneller als man Bubble Tea sagen konnte, obwohl später herauskam, dass die Nachricht nicht stimmte, aber mehr dazu im Artikel.

Vor wenigen Wochen kamen wir im Büro wieder auf das Thema „Bubble Tea“ zu sprechen und haben uns gefragt, was eigentlich aus all diesen Läden geworden ist. Es stellte sich heraus, dass einige von ihnen noch immer existieren (sogar sehr erfolgreich) und dass es noch immer große Bubble-Tea-Fans in unserem Team gibt. Zeit als für einen Artikel darüber!

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Je länger ich für diesen Artikel recherchierte, desto interessanter wurde das Ganze für mich und als ich dann endlich meinen allerersten Bubble Tea getrunken hatte, fragte ich mich: Warum hab ich das nicht schon damals gemacht? Wir wollen heute mit allen Fragen und Bedenken rund um den Bubble Tea aufräumen und zeigen dir, wie du deinen eigenen Bubble Tea zu Hause machen kannst.

Was ist Bubble Tea?

Woher kommt Bubble Tea?

Bubble Tea, auch bekannt als „Boba“, „Boba Tea“, „Pearl Milk Tea“ oder „Bubble Milk Tea“ wurde in den 80er Jahren in Taiwan erfunden und dort schnell immer bekannter und beliebter. Damals waren jedoch noch keine Kügelchen im Getränk, sondern lediglich gesüßter Tee in Kombination mit Fruchtsirup oder Milch.

Der klassische Bubble Tea besteht aus gesüßtem schwarzen Tee mit Milch und Eiswürfeln und wird in einem Cocktailshaker geschüttelt, bis sich ein Schaum bildet. Dieser Schaum ist übrigens auch für den Namen „Bubble Tea“ verantwortlich, und nicht etwa die Kügelchen, die erst später darin landeten.

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Woraus besteht Bubble Tea?

Zunächst braucht jeder Bubble Tea eine „Grundlage“ – in der Regel ein abgekühlter Tee. Mittlerweile gibt es jedoch auch Varianten mit Kokoswasser oder sogar Smoothies als Basis. Dieses Grundgetränk kann nach Wunsch auch mit Milch oder Sirup aufgefüllt werden.

Das, was den Bubble Tea mittlerweile ausmacht, sind jedoch die sogenannten „Toppings“, die (anders als der Name vermuten lässt) jedoch nicht oben, sondern unten im Drink schwimmen und für die man den ebenso markanten großen Strohhalm braucht. Ja, wir reden von den berühmt-berüchtigten „Kügelchen“ im Bubble Tea.

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Die bekanntesten und klassischen unter ihnen Tapiokaperlen. Tapioka ist eine Stärke, die fast keinen Eigengeschmack mit sich bringt und aus getrockneten Maniokwurzeln hergestellt wird. Fast schon ironisch, dass der Bubble Tea einen so ungesunden Ruf hat, während die Maniokwurzel selbst gerade einen beachtlichen Trend als Superfood erlebt.

Neben Tapiokaperlen gibt es aber auch Geleestückchen und „Popping Boba“, kleine Fruchtkügelchen, deren erfrischender Fruchtsaft im Mund „explodiert“, wenn man auf sie beißt.

Ist Bubble Tea gesund?

Der Ruf vom ungesunden, zuckrigen Bubble Tea ist weitverbreitet, stimmt aber nicht unbedingt. Wie wir bereits gelernt haben, besteht die klassische Variante aus Tee, Milch und Tapiokaperlen – Zutaten, die allesamt nicht ungesund ist.

Letztendlich ist Bubble Tea so gesund (oder ungesund) wie du möchtest, denn sowohl im Laden als auch zu Hause bestimmst du über die Zusammenstellung. Natürlich kann jeder so viel Zuckersirup, Fruchtsirup oder gesüßte Kondensmilch verwenden, wie er möchte und den Zucker- und Kaloriengehalt damit auf die Spitze treiben. Wer darauf keine Lust hat, kann aber sogar einen komplett zuckerfreien Bubble Tea trinken, statt Popping Boba einfach Chiasamen verwenden oder einen gesunden Matchatee als Basis wählen.

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Ist Bubble Tea gefährlich?

Kommen wir nochmal zur damaligen Diskussion, die den Bubble-Tea-Trend in kürzester Zeit niederrang. Im August 2012 veröffentlichte die Rheinische Post einen Artikel, in dem stand, dass „Giftspuren in Bubble Tea“ gefunden worden seien. Wissenschaftler der Technischen Hochschule Aachen haben in Proben der Kugeln krebserregende Inhaltsstoffe gefunden. Tatsächlich führte das Verbraucherschutzministerium von Nordrhein-Westfalen daraufhin eine große Untersuchung mit über 80 Proben durch – keine von ihnen deutete auf Giftstoffe hin.

Wie sich später herausstellte, war die Untersuchung lediglich ein Test für ein neues Messgerät gewesen. Selbst der zitierte Wissenschaftler aus dem Artikel sagte, dass er nie Aussagen über die gesundheitlichen Risiken getroffen habe und das ganze als eine „Verleumdungskampagne“ sehe. Da war es leider jedoch schon zu spät und der Ruf des gefährlichen Bubble Teas klebt noch heute an den Kügelchen.

Nicht zu missachten ist jedoch die durchaus berechtigte Kritik, dass man deutlicher auf die Gefahr für Kleinkinder hinweisen sollte, die sich an den teilweise recht großen Kugeln verschlucken und sogar ersticken könnten.

Ist Bubble Tea vegan und glutenfrei?


Üblicherweise sind alle Toppings wie Tapiokaperlen, Popping Boba und Jellies vegan und glutenfrei. Diese Eigenschaft ist tatsächlich ein gutes Qualitätsmerkmal für einen „traditionellen“, guten Bubble Tea und du solltest lieber die Finger von Varianten lassen, in denen beispielsweise Gelatine steckt.
Abgesehen von den Toppings kannst du in der Zusammenstellung deines Bubble Teas je nach Vorliebe und Ernährungsweise einfach komplett auf Milch verzichten oder sie mit pflanzlicher Milch ersetzen, wenn du laktoseintolerant bist oder vegan lebst.

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Bubble Tea selber machen

Für diesen Artikel haben wir auch im Büro eine Runde Bubble Tea selbstgemacht und du glaubst nicht, wie er uns trotz anfänglicher Skepsis aus den Händen gerissen wurde. Wenn du Bubble Tea zu Hause machst, hast du natürlich die vollständige Kontrolle darüber, was am Ende darin landet und kannst herumexperimentieren, welche Kombination dir am besten schmeckt. Ein weiterer Vorteil gegenüber gekauftem Bubble Tea: Die Plastikstrohhalme kannst du auch direkt gegen umweltfreundliche Trinkhalme aus Edelstahl austauschen.

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Die Grundlage:

Am einfachsten ist es, mit einem frisch gebrühten und anschließend abgekühlten Tee zu beginnen. Welche Teesorte du verwendest, bleibt dir überlassen – von grünem, schwarzem bis weißem oder Rooibos-Tee nimmst du am besten die Sorte, die du auch so am liebsten trinkst. Der japanische Genmaicha-Tee wird aus gerösteten Reiskörnern hergestellt und bekommt so ein tolles malziges Röstaroma. Für Schwarztee-Liebhaber empfiehlt sich eine besonders aromatische Sorte wie Assam.

Hast du deinen Tee abgekühlt, kannst du ihn pur genießen, oder in deinem Glas nach Wunsch und Geschmack mit Milch oder für eine süßere Variante mit gesüßter Kondensmilch auffüllen.

Wenn du kein Fan von Tee bist, kannst du stattdessen auch deinen Bubble Tea auf Basis von Kokoswasser, Fruchtmilch oder einem Smoothie machen.

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Die Toppings:

Wenn du Jellies oder die erfrischenden Fruchtkugeln “Popping Boba” in jeglichen Geschmacksrichtungen verwenden willst, empfehlen wir dir, sie direkt im Asia-Supermarkt oder Online zu kaufen. Manchmal sind sie sogar direkt in Bubble-Tea-Läden erhältlich. Das Selbermachen ist jedoch ziemlich kompliziert und der Aufwand lohnt sich nur bedingt. Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Auch das Fruchtfleisch von Aloe Vera eignet sich hervorragend für Bubble Tea!

Tapiokaperlen hingegen kannst du einfach und schnell zu Hause zubereiten. Die ungekochten Perlen gibt es ebenfalls im Asia-Supermarkt oder im Internet. So geht es:

1. Ausreichend Wasser in einem großen Topf aufkochen. Auf 1 Tasse ungekochte Tapiokaperlen solltest du mind. 7 Tassen Wasser verwenden. Sobald das Wasser kocht, kannst du die Tapiokaperlen ins Wasser geben und leicht verrühren, damit sie nicht am Boden kleben.
2. Sobald die Tapiokaperlen an der Oberfläche schwimmen, legst du einen Deckel auf den Topf, reduzierst die Hitze und lässt die Perlen ca. 10 Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln.
3. Nach der Kochzeit nimmst du den Topf vom Herd, lässt ihn aber mit Deckel noch ca. 15 Minuten stehen und ziehen.
4. Nun kannst du das Wasser abgießen und die Tapiokaperlen unter klarem Wasser abspülen.
5. Gib die gekochten Perlen in eine Schüssel ode rein Gefäß und süße sie nach Geschmack mit einfachemZuckersirup oder braunem Zucker. Ca. 15 Minuten ziehen lassen und anschließend für den Bubble Tea verwenden.

Zuckersirup

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Die Extras:

Wer mag, kann seinen Bubble Tea an vielen Stellen süßen. Das beginnt bei der Wahl der Toppings: gib mehr Zuckersirup zu den Tapiokaperlen oder greife zu süßeren Varianten für Popping Boba und Jellies. Noch nicht genug? Auch deinen Tee kannst du natürlich mit noch mehr Zucker- oder Fruchtsirup verfeinern. Wer es lieber aromatischer möchte, kann mit Gewürzen wie Kardamom, Pumpkin Spice oder sogar Rosenwasser experimentieren.

Damit du den Überblick nicht verlierst, haben wir hier nochmal eine kleine Menüauswahl für dich zusammengestellt. Du merkst: Bubble Tea ist ungefährlich und kann sogar in gesunden Kombinationen getrunken werden.

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Bist du ein Fan von Bubble Tea oder stehst du dem Getränk immer noch skeptisch gegenüber? Verrate es uns in den Kommentaren und erzähle uns, was deine Lieblingskombination ist.

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