Nadine

Nadine

Kontributorin

Jeden Monat nehmen wir bei Kitchen Stories einen Essens-Mythos genau unter die Lupe, um herauszufinden, was daran wahr oder falsch ist. Hast du auch ein Thema rund um Essen, das dir nicht mehr aus dem Kopf geht und dessen Geheimnis wir für dich lüften sollen? Dann schreib uns einen Kommentar unter diesem Artikel!

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Manchmal ist es wie verhext. Da trinkt man ein, zwei Gläser Wein mit guten Freunden und wird prompt mit einem dicken Schädel am nächsten Morgen bestraft. Dabei hat man doch gut dazu gegessen und alles nur in Maßen genossen. Fragt man dann die Freunde am nächsten Tag nach dem werten Befinden, waren die schon morgens um 7 Uhr quietschfidel eine Runde im Park joggen und fühlen sich ausgezeichnet.

Was ist passiert? Wie kann das sein? Wir haben uns 5 Wein-Mythen genau angeschaut und verraten dir, was an ihnen dran ist.

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Mythos Nr. 1: „Bier auf Wein, das lass sein! Wein auf Bier, das rat ́ich dir!“

Diesen Spruch habe ich schon so oft gehört, bringe aber immer wieder durcheinander, was zuerst getrunken werden darf. Die Redewendung führen Historiker auf das Mittelalter zurück, als Wein noch das Getränk der Oberschicht war und der Wechsel von Wein auf Bier einem sozialen Abstieg gleichkam.

Fakt ist: Die Reihenfolge der Getränke spielt zwar keine Rolle, aber man sollte nicht durcheinandertrinken. Also besser: „Bier auf Bier und Wein auf Wein!“

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Mythos Nr. 2: „Nur billiger Rotwein wird geschwefelt“ (... und der Schwefel im Wein macht Kopfschmerzen)

Unter der Schwefelung versteht der Winzer das Zufügen von schwefeliger Säure, die verhindert, dass sich im Wein schädliche Bakterien bilden und der Wein oxidiert, also seine Farbe verändert. Problematisch können Sulfite für Asthmatiker werden, da allergische Reaktionen wie Kopfschmerzen und eine Verstärkung des Asthmas auftreten können. Für gesunde Menschen sind die Schwefelmengen jedoch so gering, dass sie keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen können.

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Fakt ist: Wenn du kein Asthma hast, hat der Schwefel nur wenig mit deinem Kater am nächsten Tag zu tun.

Mythos Nr. 3: „Ein Glas Rotwein am Tag ist gesund!“

Laut Prof. Andreas Pfeiffer (Leiter der Medizinischen Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselmedizin an der Charité Berlin Campus Benjamin Franklin) stimmt das im Grunde schon. Bei moderatem Konsum reduziere sich die Häufigkeit von Herzinfarkten und das Diabetesrisiko. Bei Frauen gelten 10- 20 Gramm Alkohol am Tag als moderat (das entspricht 0,2 Liter Wein), bei Männern bis zu 30 Gramm Alkohol.

Die herz- und kreislaufstärkende Wirkung wird den Tanninen, auch bekannt als Gerbsäure, zugeschrieben. Diese schützen die Pflanzen vor Fressfeinden und sind in Schalen, Kernen und Stielen der Trauben enthalten – und zwar vor allem im Rotwein.

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Bevor du jetzt aber zum Weinhändler eures Vertrauens rennst, um den tanninhaltigsten Wein zu kaufen, seien hier auch noch die negativen Wirkungen von Tanninen erwähnt. Sie können Magen- und Darmbeschwerden auslösen, einen diagnostizierten Eisenmangel verstärken und bei empfindlichen Menschen tatsächlich auch zu Kopfschmerzen führen.

Fakt ist: Solltest du also nach dem Genuss von etwas Rotwein bereits Kopfschmerzen bekommen, probiere einfach beim nächsten Mal einen Pinot Noir, der enthält nur wenig Gerbstoffe oder steig auf Weißwein um.

Mythos Nr. 4: „Ich vertrage Rotwein nicht mehr, ich glaube ich bin allergisch geworden!“

Wenn es um die Unverträglichkeit von Rotwein geht, sind sich Experten und Forscher mittlerweile recht einig: es liegt meistens am Histamin. Histamine sind Eiweißabbauprodukte und natürliche Bestandteile vieler Lebensmittel, z.B. gereifter Käse, Zitrusfrüchte, Sauerkraut und Wein. Wer an einer Histaminintoleranz leidet, spürt meist schon beim Genuss von geringen Mengen Rotwein Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hautrötungen, Juckreiz und Übelkeit.

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Da die Histaminaufnahme aus Flüssigkeiten deutlich schneller und konzentrierter erfolgt und der Alkohol die Darmwand zusätzlich durchlässiger macht, begünstigt der Verzehr von Rotwein die Histaminaufnahme.

Fakt ist: Wenn du schon kurz nach dem Genuss von einem Glas Rotwein die genannten Symptome verspürst, ist eine Histaminintoleranz wahrscheinlich. Hier hilft der Verzicht oder die deutliche Reduzierung von histaminreichen Lebensmitteln. Auch die zusätzliche Einnahme von Vitamin C, Vitamin B6 oder Antihistamin kann helfen, sollte aber erst mit einem Arzt abgeklärt werden.

Mythos Nr. 5: „Ein Glas Wasser, ein Glas Wein.“

Die nachgewiesen häufigste Ursache für den Kater am nächsten Tag ist der im Wein enthaltene Alkohol. Alkohol ist ein Zellgift und wirkt dehydrierend, das heißt, er entzieht dem Körper Flüssigkeit und die darin enthaltenen Mineralstoffe – und das führt (wer hätte es gedacht) zu Kopfschmerzen am nächsten Tag.

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Fakt ist: Um dem Kater am nächsten Morgen vorzubeugen, hilft es tatsächlich viel Wasser zu trinken (mindestens ein Glas stilles Wasser pro Stunde) und Alkohol nur in Maßen zu genießen.

Doch zu tief ins Glas geschaut?

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Wenn es am Abend doch ein Weinglas zu viel war, helfen immerhin noch diese Anti-Kater-Tipps. Elektrolythaltige Lebensmittel wie der berüchtigte Rollmops, Tomatensaft mit Salz und natrium- und magnesiumhaltiges Wasser füllen deinen Mineralstoffspeicher wieder auf. Auch eiweißhaltige Speisen wie Lachs, Frischkäse und Hühnerfleisch enthalten viele Aminosäuren, die deine geknechtete Leber regenerieren. Finger weg von Kontergetränken, die deinen geschwächten Körper nur zusätzlich belasten. Also raus an die frische Luft – Bewegung hilft immer!

Glaubst du an Weinmythen oder hast noch weitere Anti-Kater-Tipps? Schreib uns deine Meinung in den Kommentaren!

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