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Schnell gemixt: 2 klassische Cocktails, nur besser

Schnell gemixt: 2 klassische Cocktails, nur besser

Unser Thirsty Thursday mit einem der traditionsreichsten Spirituosenhersteller Deutschlands

Lara Vetter

Lara Vetter

Food Editor bei Kitchen Stories

Auch, wenn ich weiß, dass die Zeit nur so vor sich hin kriecht, wenn man auf etwas wartet, fühlen sich die letzten 5 Minuten vor dem Feierabend gelegentlich wie eine Ewigkeit an. Das trifft vor allem donnerstags zu, wenn nicht nur das Ende des Arbeitstages, sondern auch schon das Wochenende in Sicht ist.

Umso mehr gilt es dann, den Feierabend gebührend einzuläuten und das Ende des Tages, ebenso wie die fast schon (mehr oder weniger) erfolgreich gemeisterte Woche zu feiern. Und was wäre eine Party ohne die richtigen Getränke?

Wenn du in verschiedenen Generationen herumfragst, welche Spirituosen sie früher in ihren Feierabenddrinks genossen haben, wirst du vielleicht auf den Namen Mampe treffen. Die Marke wurde bereits 1831 gegründet und ist seit 1851 in Berlin ansässig. Das Urprodukt von Mampe sind die Bitteren Tropfen, eine vom geheimen Sanitätsrat Carl Mampe erfundene Medizin, die gegen die Cholera helfen sollte.

Wem die Bitteren Tropfen trotz alledem zu, naja, bitter sind, der oder die mag vielleicht Halb+Halb. Halb+Halb schmeckt durch die Zugabe von Bitterorangen etwas fruchtiger und balancierter und basiert ebenfalls auf einem der ältesten Rezepte der Marke. Vielleicht kannst du auf dem ein oder anderen Flohmarkt noch eine alte Flasche (oder Reklame) mit dem charakteristischen Elefantenlogo entdecken.

Mampe und der Elefant

Fun Fact: Der Elefant als Logo kommt übrigens von einer Marketing-Idee aus den 1920er Jahren, als die Marke Aufmerksamkeit auf sich zog, indem sie dem Berliner Zoo einen Elefanten namens Mampe sponserte, fortan das Wappentier von Mampe.

Doppel-Fun Fact: Der Elefant Mampe sollte natürlich besonders groß und imposant werden, um die Marke angemessen zu repräsentieren. Allerdings stellte sich im Laufe der Zeit heraus, dass es sich bei dem Elefanten um einen Zwergelefanten handeln musste – auch ausgewachsen wurde Mampe nur 1,76 Meter groß.

Heute ist Mampe – die Marke, nicht der Elefant – in einer Manufaktur in Berlin-Kreuzberg zu Hause, in der ihre Spirituosen auch hergestellt werden. Wir durften sie dort besuchen (und uns durch ihr Sortiment probieren) und können dir nur empfehlen, beim nächsten Berlin-Besuch auch mal bei einer Führung durch die “Gläserne Manufaktur” mitzumachen.

Bei der besagten Tour haben wir vor allem zwei Spirituosen für uns entdeckt: den Mampe Vodka und ein Getränk mit dem schönen Namen NullNull, das eigentlich gar keine Spirituose ist. Nebenbei bemerkt müssen wir aber auch zugeben, dass der Popcorn-Likör (Kino-Feeling par excellence) und der Pfefferminz-Likör mit überraschender Vanillenote bei unseren Tester*innen ziemlich hoch im Kurs standen.

Aber Moment, wenn NullNull keine Spirituose ist – was ist es denn dann?

NullNull ist alkoholfreier Gin. Was wie moderner Erfindungsgeist klingt, geht tatsächlich etwa 100 Jahre auf die Zeit der Prohibition in den Vereinigten Staaten zurück. Als der Verkauf von Alkohol in den USA verboten wurde und damit eine wichtige Einnahmequelle der Marke einbrach, wurde Mampe erfinderisch und entwickelte NullNull – eine Mischung aus natürlichen Destillaten der Pflanzen, die bei Gin als die berühmten Botanicals bekannt sind.

Klar: den typischen Alkoholgeschmack hat der NullNull nicht. Aber er schmeckt und duftet nach den verschiedenen Pflanzen, die den Gin zum Gin machen und eignet sich ganz hervorragend zum Mixen. Im Gin Tonic selbstverständlich, aber nicht nur: Hast du es schon mal mit alkoholfreiem Basil Smash versucht?

Was ist (No-)Gin Basil Smash?

Die alkoholische Variante, der Gin Basil Smash, ist ein Phänomen der Cocktail-Welt, das die Aufmerksamkeit, die er in den letzten Jahren erfahren hat, in unseren Augen vollkommen verdient hat. Ohne dich zu lange mit Drink-Geschichte langweilen zu wollen: Wusstest du, dass der Basil Smash erst 2008 in Deutschland erfunden wurde? Mit seiner Zutatenliste aus (No-)Gin, Zitronensaft, Basilikum und Zuckersirup ist der Basil Smash extrem simpel (simpel auf die Art, auf die auch Tomate-Mozzarella total simpel und gerade deshalb total genial ist).

Das zartgrüne Getränk kannst du heute auf den Karten von Cocktailbars auf der ganzen Welt erspähen und dich an seinen frisch-krautigen Geschmacksnoten erfreuen. Und für all jene, die (immer oder nur manchmal) keinen Alkohol trinken möchten, gibt es die Variante mit Mampe NullNull, die keine Umdrehungen hat und ein richtiger Cocktail mit Geschichte(n) ist.
Hier findest du das Rezept:

No-Gin Basil Smash

No-Gin Basil Smash
zum Rezept

Woher kommt der Moscow Mule?

Beim Moscow Mule sieht es mit der Entstehungsgeschichte schon etwas komplizierter aus: Verschiedene Quellen widersprechen sich, wie er entstanden ist. Einig ist man sich jedoch, dass er zu Beginn der 1940er Jahre erfunden wurde. Auch ist man sich einig, dass er ein praktisches Mittel war, um verschiedene Produkte, die in den USA schwer Fuß fassen konnten – Ginger Beer, Vodka, Kupferbecher – gemeinsam zu vermarkten.

Lange in Vergessenheit geraten, boomte der Drink seit den frühen 2010ern so richtig und seine Beliebtheit hat bis heute nicht abgenommen. Wir sind überzeugt, dass es an seiner Unkompliziertheit – sowohl in der Zubereitung als auch im Geschmack – liegt: durch den Ingwer leicht scharf, süß, aber nicht zu süß, mit mildem Alkohol-Aroma.

Erfrischend im Sommer, warm-würzig im Winter und aufgrund seiner Einfachheit perfekt zum Experimentieren geeignet. Die wirklich essentiellen Zutaten sind dabei nur ein intensives Ginger Beer oder Spicy Ginger (Ginger Ale bringt nicht den gleichen, starken Ingwergeschmack) und Vodka (über den Kupferbecher und die Gurke lässt sich streiten).

Achte bei der Auswahl deines Vodkas auf gute Qualität, damit der Geschmack sich ins Gesamtbild deines Mules einfügt. In unseren Augen ist der Mampe Vodka ein wunderbarer Allrounder, den du in all deinen liebsten Vodka-Cocktails einsetzen kannst. Er ist einfach genau so, wie Vodka sein sollte: er bringt einen angenehm herben, alkoholischen Geschmack in deine Cocktails, ohne den Geschmack der anderen Zutaten komplett zu überlagern. Dementsprechend lässt er sich sogar pur auf Eis genießen (wirklich, genießen!).

In unserem Moscow Mule-Rezept haben wir die klassischen Zutaten außerdem um sauer-herben Cranberrysaft, frische Cranberries und Limette ergänzt. Dadurch bekommt er eine hübsche rote Farbe, die perfekt zu den kommenden kalten Tagen passt, und schmeckt gleichzeitig aromatisch, frisch und nicht zu süß.
Hier geht’s zum Rezept:

Cranberry Vodka Mule

Cranberry Vodka Mule
zum Rezept

Welches Feierabendgetränk darf für dich am Thirsty Thursday nicht fehlen? Und wie und wann genießt du Moscow Mule und (No-)Gin Basil Smash am liebsten? Erzähl’s uns in den Kommentaren!

Wir wünschen viel Spaß beim Mixen und (verantwortungsvollen) Genießen!

Verfasst am 13. Oktober 2022

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