Alexandra

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Kontributorin

Draußen wird es kälter, die ersten Feiertage stehen so langsam aber sicher in den Startlöchern und da geht doch nichts über einen gemütlichen Abend mit Familie und Freunden – und einem Tablett voller selbst gebackener Leckereien. Wenn du wie ich sehr oft bäckst und die traditionellen Rezepte im Schlaf beherrscht, dann wirst du bestimmt auch schon des Öfteren zu etwas ausgefallleneren Zutaten wie Tahini, Tonkabohnen, Johannisbrot und Rosenwasser gegriffen haben. Aber wie werden diese Zutaten verwendet und wonach schmecken sie?

Erweitere dein Backsortiment mit diesen Zutaten und du wirst nie wieder ohne sie backen wollen.

Tahini

Man könnte Tahini auch als orientalische Erdnussbutter bezeichnen: Hierbei handelt es sich um eine Paste aus geschälten und gemahlenen Sesamkörnern, die unter Zugabe von etwas Öl streichfähig gemacht wird. Sie wird im gesamten nahöstlichen Raum, über Griechenland und Armenien bis hin zu Nordafrika für herzhafte und süße Speisen verwendet.

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Tahini überzeugt durch den charakteristischen, leicht bitteren und butterigen Geschmack einer natürlichen Nussbutter und punktet mit einer ähnlichen Konsistenz. Dank ihres angenehm milden Geschmacks eignet sich die Tahinipaste wunderbar zum Backen und Kochen, da sie Rezepten eine gute Portion Fett, Cremigkeit und Festigkeit verleiht, ohne ihr Geschmacksprofil wesentlich zu verändern.
Diesem Rezept für Matcha Latte mit weißer Schokolade steuert Tahini eine cremige Konsistenz und einen Hauch Sesamgeschmack bei. Du kannst die aromatische Paste sogar ganz leicht selbst herstellen, indem du eine gewünschte Menge Sesamkörner in einen Standmixer gibst und zusammen mit etwas neutralem Öl (am besten Sesamöl) vermixt, bis eine glatte, streichfähige Konsistenz erreicht ist.

Tonkabohne

Aus Mittelamerika, genauer gesagt vom Cumaru-Baum, stammt diese kleine Bohne. Während die Tonkabohne optisch doch recht unscheinbar wirkt, hat sie geschmacklich so einiges zu bieten: kräftige Vanillenoten, ein würziges Zimt- und Nelkenaroma und einen süß-fruchtigen Abgang, der an Kirsche erinnert.

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In den Vereinigten Staaten ist die Tonkabohne aufgrund ihres Gehalts an Cumarin verboten, da dieser Inhaltsstoff in hohen Mengen konsumiert, mit der Entstehung von Leberschäden in Verbindung gebracht wird. Dieses Gesetz scheint jedoch etwas überbewertet, da schon eine Menge von 30 ganzen Bohnen konsumiert werden müsste, um wirklich als bedenklich angesehen zu werden. Trotz dieses Gesetzes finden begeisterte Bäcker und Köche immer wieder neue, kreative Wege, die Tonkabohne für die innovativsten Desserts einzusetzen.
Tonkabohnen können ähnlich wie Muskat gerieben oder als ganze Bohnen in Syrup oder Vanillesoße eingelegt werden, um dort ihre Geschmacksvielfalt zu entfalten. Sei sparsam mit dem Gewürz, 1-2 Teelöffel sind absolut ausreichend. Die natürlichen, warmen Aromen sind ideal zum Verfeinern von süßen Desserts und Herbstfrüchten wie Äpfel, Birnen und Aprikosen sowie Kürbissen.

Carob

Carob ist in der westlichen Welt auch als gesunder Ersatz für Schokolade bekannt. Es wird geröstet, gemahlen und als Pulver verkauft, in Chips gepresst, in Sirup gekocht und sogar als Verdickungsmittel in industriell verarbeiteten Lebensmitteln eingesetzt. Während es oft als vegane Schokolade angepriesen wird, besteht zwischen den beiden aber ein großer Unterschied in Geschmack und Textur.

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Der Geschmack von Carob lässt sich als erdig, natürlich süß und nussig beschreiben. Doch es hat noch weit mehr zu bieten: Anders als Kakao ist Carob frei von Koffein und eine tolle Ballaststoff- und Calciumquelle. Möchtest du Kakaopulver durch Carobpulver ersetzen, empfiehlt es sich, doppelt so viel Carob wie Kakao zu verwenden. Es sei außerdem darauf hinzuweisen, dass Carob-Chips nicht auf dieselbe Weise schmelzen, wie Schokoladenchips.

Rosenwasser

Viele Menschen verbinden Rosenwasser mit Parfüm (Parfüm für alte Damen, um genau zu sein), aber diese Zutat kann – wenn sie behutsam eingesetzt wird – deinen Desserts das gewisse Etwas verleihen. Hergestellt wird Rosenwasser durch das Dämpfen der Blütenblätter und der anschließenden Destillation zu einer duftenden und klaren Flüssigkeit.

Rosenwasser wird in der nahöstlichen und asiatischen Küche für diverse Hauptgerichte, Getränke, Süßigkeiten und Eis eingesetzt. Während der Duft und die Aromen des Rosenwassers aus der Flasche tatsächlich an Rosen erinnern, bringt das Kochen eher eine süße, vanillige Note zum Vorschein.

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Wenn du Rosenwasser gerne einmal ausprobieren möchtest, beginne damit, ein paar Tropfen zu Obstsalat oder Pudding zu geben. Beim Kochen kannst du etwa einen Viertel Teelöffel verwenden. Sein Aroma passt dabei wunderbar Gewürzen und Früchten seiner Heimatregion: Zimt, Kardamom, Pistazien, Feigen, Mandeln und Honig.

So ergeben Rosenwasser und die gemahlenen Mandeln in diesem Rezept für Feine Rosentörtchen eine tolle Aromenkombination, die sich wunderbar ergänzen.

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