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Devan Grimsrud

Redaktionsmanagerin bei Kitchen Stories

instagram.com/devan.grimsrud/

Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserem ersten Kochbuch, Anyone Can Cook, das am 12. Oktober 2020 bei Penguin veröffentlicht wurde. Kauf es jetzt online oder im Buchladen deines Vertrauens.

Gewürze. Wir alle haben welche. Einige davon mögen wir lieber und nutzen wir häufiger als andere, aber jedes Glas hat ohne Zweifel einen wichtigen Teil dazu beigetragen, dem ein oder anderen Gericht mehr Geschmack, mehr Farbe oder auch mehr Tiefe zu verleihen.
Es gibt keinen besseren Weg in einen Monat voller Gewürze zu starten, als euch zu ermutigen und euch mit den richtigen Tipps und Tricks auszustatten, die ihr für einen tieferen Einblick in eure Gewürzregale, -schränke oder -schubladen braucht. Es wird Zeit, auszumisten. Welche Gewürze habt ihr? Welche braucht und nutzt ihr wirklich? Und wie lagert man Gewürze eigentlich richtig? Hier entlang, bitte.

15 essentielle Gewürze und wie man sie benutzt

Chiliflocken: Bestehen aus getrockneten, zerkleinerten roten Chilischoten und deren Samen. Über fertige Gerichte streuen oder mit Aromaten anschwitzen, um Eintöpfen, Suppen, Aufläufen oder Soßen Schärfe zu verleihen.

Currypulver: Gewürzmischung, u.a. aus Koriander, Kreuzkümmel, Kurkuma und Bockshornklee. Würzt Gerichte süßlich bis scharf und eignet sich als Basis für Currys.

Fenchelsamen: Lakritzähnlicher, süßlich-würziger Geschmack. Passt toll zu Fleisch oder Ofengemüse. Der Geschmack entfaltet sich am besten beim Erhitzen.

Koriandersamen: Gemahlen oder als Samen. Gibt Currys, Ofengemüse und Fleisch eine süßliche Zitrusnote. Koriandersamen entfalten ihr Aroma optimal, wenn sie geröstet werden.

Kreuzkümmel: Gemahlen oder als Samen. Der süßlich-herbe, leicht röstige Geschmack passt zu Currys, Eintöpfen, Suppen, Fleischmarinaden und Soßen.

Kümmel: Gemahlen oder als Samen. Intensiver Geschmack mit Anisnoten, die zu süßem und herzhaftem Gebäck, Eintöpfen und Aufläufen passen.

Lorbeerblätter: Bringen ein mildes, frisches Aroma in Suppen, Eintöpfe und Schmorgerichte. Blätter vor dem Servieren entfernen, da sie nicht essbar sind.

Muskat: In Maßen verwenden – oft reicht schon eine Prise. Statt gemahlen zu kaufen, lieber ganze Muskatnüsse vor dem Servieren fein über das Essen reiben.

Oregano, getrocknet: Behält, anders als viele Kräuter, auch getrocknet seinen süßlich-herben Geschmack. Schmeckt in Salatdressings, Tomatensoßen und auf Pizzen.

Paprikapulver: Unterschiedliche Sorten, von edelsüß und rosenscharf bis hin zu geräuchert. Verleiht Suppen und Eintöpfen eine milde bis intensive, teils rauchige Schärfe.

Piment: Schmeckt süßlich-herb, leicht scharf und verleiht Gerichten das besondere Etwas – von Eintöpfen und Schmorgerichten bis zu Desserts.

Salz: Als Grundgewürz findet man es in allen Küchen der Welt. Wir empfehlen grobkörniges oder feines Meersalz für den täglichen Bedarf und Meersalzflocken zum Servieren.

Schwarzer Pfeffer: Wird in fast allen Küchen verwendet, oft zum Abschmecken in Kombination mit Salz. Verleiht einen würzig-scharfen Geschmack.

Thymian, getrocknet: Beim Würzen beachten: Getrockneter Thymian schmeckt intensiver als frischer Thymian. Passt zu Fleischbällchen, Aufläufen und Schmorgerichten.

Zimt: Gemahlen oder als Zimtstange. Wird oft mit süßen Rezepten verbunden, gibt jedoch auch herzhaften Gerichten eine süßlich-würzige Note.

Die einzigen Tipps, die du zum Lagern und Organisieren deiner Gewürze brauchst

Für viele von uns sind Gewürze alltägliche Zutaten, die wir leicht für selbstverständlich halten. Einmal im Schrank, können sie zeitlich unbegrenzt verwendet werden, oder? Falsch. Gewürze haben nur eine gewisse Haltbarkeit und um auf den maximalen Geschmack in unseren Gerichten zu kommen, sollten wir diese Haltbarkeiten im Auge behalten und unsere Gewürze ersetzen, wenn sie zu alt werden und an Intensität verlieren. Die Faustregel, die die meisten Experten empfehlen, wenn es darum geht, Gewürze zu ersetzen? Nicht mehr als zwei Jahre für ganze Gewürze und ein Jahr für gemahlene. Lagern solltest du sie in luftdichten Behältern, fern von direktem Sonnenlicht und an einem kühlen, trockenen Ort.

Mein Gewürzregal ist wirklich nichts, womit ich angeben kann. Ehrlich gesagt ist es – trauriger- und frustrierenderweise – ein Chaos. Obwohl der derzeitige Zustand meines Systems aus unzähligen unbeschrifteten Gläsern und mit Klammern verschlossen Beuteln besteht, die ich alle zusammen in ein Regal geworfen habe, sieht mein erstrebtes System echt gut aus und ich arbeite daran. Ich bin tausende Artikel zu diesem Thema durchgegangen, um herauszufinden, was praktisch, preiswert und zuverlässig ist, und habe mir nur die besten Tipps und Tricks notiert. Solche nämlich, die ich von nun an auch in meiner Küche benutzen werde.

1. Kaufe ganze Gewürze: Das heißt zum Einen, deine Gewürze haben eine längere Haltbarkeit, klar. Das heißt aber auch, dass das Aroma von besagten Gewürzen intensiver wird und sie allgemein einen besseren Geschmack haben.

2. Kaufe kleinere Mengen: Kleinere Mengen zu kaufen bietet dir mehr Möglichkeiten, um neue Gewürze auszuprobieren und garantiert dir, nicht zu viel zu verschwenden, wenn es Zeit wird, die Gewürze zu ersetzen.

3. Kaufe so frisch wie möglich: Auf den ersten Blick hört sich das schwer an und ehrlicherweise, das kann es auch sein. Das Wichtigste worauf du achten solltest ist, bei einem Laden zu kaufen, der seinen Bestand regelmäßig austauscht. Das kann für dich heißen, einen speziellen Gewürzladen oder -shop in deiner Gegend zu finden (wie z.B. Soul Spice hier in Berlin) oder deine Gewürze bei einem seriösen Online Shop zu bestellen.

4. Finde den richtigen Platz in deiner Küche: Jede Küche ist anders. Es ist so wichtig, flexibel zu sein und den richtigen Platz zu wählen, der für dich am meisten Sinn ergibt. Für viele ist es eine den Gewürzen gewidmete Schublade, ein spezielles Regal oder ein Gewürzschrank. Außerdem solltest du dir bewusst machen, dass die Gewürze während des Kochens leicht zugänglich sind und nicht vergessen, sie vor Sonnenlicht, Hitze und Feuchtigkeit zu schützen.

5. Beschriften, beschriften, beschriften: Für eine lange Zeit habe ich meine Gewürze nie beschriftet, weil ich mir dachte, ich werde am Geruch schon erkennen, welches Gewürz ich da gerade benutze. Überraschung, diese Taktik hat nicht besonders gut funktioniert. Deswegen: Etikettiere deine Gewürze sobald du sie in luftdichte Behälter füllst (Gewürzgläser, Plastikschalen oder ähnliche). Und wenn du noch einen Schritt weitergehen möchtest, füge ein Datum hinzu (z. B. Oktober 2020 reicht schon) um die Haltbarkeit deiner Gewürze im Auge zu behalten.

6. Such dir Behälter deiner Wahl aus: Während viele Leute ihre Gewürze in den Behältern lagern, in denen sie gekauft werden, mag ich es lieber Gewürze zu kaufen, die in kleinen Plastiktüten verpackt sind. Ich fülle diese dann in luftdichte Gewürzgläser, meistens alte Marmeladengläser. Mache dir keine Sorgen, sollten deine Behälter nicht perfekt zueinander passen: Wichtiger ist, dass sie beschriftet sind, gut in den vorgegeben Platz passen und vor allem, dass sie dich nicht in den Wahnsinn treiben (zum Beispiel, weil sie eine zu kleine Öffnung haben).

7. Mache dir einmal pro Jahr eine Liste: Dir einmal pro Jahr die Zeit zu nehmen, durch dein Gewürzregal zu gehen, doppelte Gewürze zusammenzufüllen oder loszuwerden, die Behälter anzupassen und zu schauen, welche du austauschen solltest, ist nicht nur sehr empfehlenswert, sondern auch – um ehrlich zu sein – befreiend. Es braucht nicht viel Zeit, also markiere dir einen Tag im Kalender, mach dir etwas Tee oder Kaffee, und erledige es. Du wirst froh sein, dass du es gemacht hast.

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