© Midjourney: Dieses Bild wurde mit Hilfe einer KI erstellt.Philadelphia-Tomatentarte: Die italoamerikanische Antwort auf Focaccia
Stell dir einen herrlich dicken Hefeteig vor: Er ist innen luftig und weich, während die Unterseite durch reichlich Olivenöl wunderbar knusprig gebacken wird. Darauf ruht eine intensiv fruchtige Tomatensoße. Es ist genau diese Kombination, die die Philadelphia-Tomatentarte zu einem echten Highlight auf dem Tisch macht.. Du kannst sie hervorragend als Vorspeise in kleine Quadrate schneiden oder zusammen mit einem frischen grünen Salat als leichtes Hauptgericht servieren. Das Gebäck bringt das Beste aus zwei Welten zusammen und zeigt eindrucksvoll, wie aus wenigen guten Zutaten ein grandioses Essen entsteht.
Philadelphia-Tomatentarte: Ein Stück Geschichte
Kulinarische Traditionen sind selten starr an einen einzigen Ort gebunden. Gerichte wandern mit den Menschen um die Welt und passen sich neuen Gegebenheiten an. Ein perfektes Beispiel dafür ist die große Einwanderungswelle von Italien in die Vereinigten Staaten während des zwanzigsten Jahrhunderts: Viele Familien ließen sich an der amerikanischen Ostküste nieder und brachten ihre heimischen Rezepte selbstverständlich mit. Da nicht immer alle originalen Zutaten verfügbar waren, improvisierten die Menschen mit regionalen nordamerikanischen Produkten. Aus dieser gleichzeitig nötigen und kreativen Anpassung über mehrere Generationen hinweg entstand schließlich eine völlig eigenständige Esskultur. Heute kennen wir diese spannende Verschmelzung als italoamerikanische Küche.
Denkst du an diese spezielle Länderküche, fällt dir vermutlich sofort die berühmte Pizza im New-York-Stil ein. Sie spaltet oft die Gemüter und hat dennoch weltweit unzählige Fans gefunden. Abseits dieses bekannten Klassikers gibt es jedoch noch viele weitere regionale Spezialitäten zu entdecken. Genau hier kommt die Philadelphia-Tomatentarte ins Spiel. Wie der Name bereits verrät, liegen ihre Wurzeln in der Metropole in Pennsylvania. Schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts tauchten in den örtlichen Bäckereien die ersten Bleche dieser sogenannten Pomidore Pizza auf. Bäcker nutzten schlichtweg ihren Brotteig, strichen eine würzige Soße darauf und verkauften die Stücke als sättigenden Snack für zwischendurch.
Die Basis für dieses Gericht bildet ein weicher Teig. Er erinnert stark an eine klassische Focaccia und benötigt ausreichend Zeit zum Aufgehen. Nur so bilden sich die typischen großen Luftblasen im Inneren. Darauf verteilst du eine großzügige Schicht Tomatensoße. Diese wird vorher fein püriert und oft leicht eingekocht. Dadurch verliert sie an Flüssigkeit und weicht den luftigen Boden beim Backen nicht auf. Du würzt die rote Basis ganz traditionell mit reichlich Knoblauch, getrocknetem Oregano und einer Prise Chiliflocken für eine sanfte Schärfe. Historisch betrachtet diente der sizilianische Sfincione als Vorbild für dieses Gebäck. Auch dort steht die rustikale Kombination aus dickem Brotteig und fruchtigen Tomaten im Mittelpunkt.
Im Gegensatz zu vielen anderen Pizzavarianten verzichtet die Philadelphia-Tomatentarte auf einen üppigen Belag aus schmelzendem Käse. Mozzarella suchst du hier vergeblich. Stattdessen wird das fertige Gebäck lediglich mit einer ordentlichen Portion frisch geriebenem Pecorino Romano bestreut. Der salzige und würzige Hartkäse aus Schafsmilch bildet einen wunderbaren Kontrast zur süßlichen Tomatensoße. Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft das Servieren. Du solltest die Tarte niemals direkt heiß aus dem Ofen essen. Sie entfaltet ihr volles Aroma erst, wenn sie vollständig auf Raumtemperatur abgekühlt ist. In dieser Zeit zieht die Soße leicht in die oberste Teigschicht ein und die Aromen verbinden sich optimal miteinander. Buon appetito!
Zutaten
Schritte 1/9
- 100 g Weizenmehl
- 2 g feines Meersalz
- ¾ g Trockenhefe
- 6 g Olivenöl
- 70 g Wasser
Gib das Mehl, das Salz und die Hefe in eine große Schüssel und vermenge alles kurz. Füge das Olivenöl und das Wasser hinzu und rühre, bis ein grober, klebriger Teig entsteht.
Schritte 2/9
Knete den Teig 10 Minuten von Hand oder 5 Minuten mit einem Standmixer, bis er glatt und elastisch ist. Forme den Teig zu einer Kugel, lege ihn in eine leicht geölte Schüssel und decke sie mit Frischhaltefolie ab. Stelle den Teig für 12 Stunden in den Kühlschrank und lass ihn langsam gehen. Nimm den Teig ca. 2 Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank und lass ihn auf Raumtemperatur kommen.
Schritte 3/9
Fette eine rechteckige Backform großzügig mit Olivenöl ein und lege den Teig hinein. Drücke den Teig vorsichtig mit den Fingern in die Form, bis er gleichmäßig verteilt ist. Falls er sich zurückzieht, lass ihn 10 Minuten ruhen und versuche es erneut. Lass den Teig in der Form nochmals ca. 45 Minuten abgedeckt ruhen.
Schritte 4/9
- ¾ Knoblauchzehen
Hacke nun die Knoblauchzehen fein. Stelle sie beiseite.
Schritte 5/9
- ¼ Dose ganz geschälte Tomaten
Püriere die ganzen geschälten Tomaten grob in einem Mixer oder einer Küchenmaschine.
Schritte 6/9
- ⅜ EL natives Olivenöl extra
- ¼ TL Chiliflocken
- ¼ EL getrockneter Oregano
Erhitze das Olivenöl in einem Topf bei mittlerer Hitze. Gib den Knoblauch hinzu und brate ihn ein Paar Minuten an, bis er duftet: Achte darauf, dass er nicht braun wird! Füge die Chiliflocken und den Oregano hinzu und rühre kurz um.
Schritte 7/9
- ¼ TL Zucker
- Salz
Gib die pürierte Tomaten und den Zucker dazu, rühre alles gut durch und lass die Soße bei niedriger Hitze 15-20 Minuten köcheln, bis sie leicht eindickt. Schmecke die Soße mit Salz ab und lass sie vollständig abkühlen.
Schritte 8/9
- 12 g Pecorino Romano
Reibe den Pecorino Romano frisch. Stelle ihn beiseite. Heize den Ofen auf 250°C Ober-/Unterhitze vor.
Schritte 9/9
- natives Olivenöl extra
Verteile die abgekühlte Tomatensoße gleichmäßig auf dem Teig: Lass dabei einen kleinen Rand frei. Streue den geriebenen Pecorino Romano großzügig darüber. Backe die Tarte auf der untersten Schiene 25-30 Minuten, bis der Rand goldbraun und der Boden knusprig ist. Lass die Tarte 10-15 Minuten abkühlen, beträufle sie mit einem guten Schuss Olivenöl und schneide sie in Stücke. Serviere ihm noch warm!
Guten Appetit!
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