Kristin Bothor

Redaktionsmanagerin bei Kitchen Stories

instagram.com/kristin.bothor

Im Kitchen Stories Office wird so gut wie täglich gekocht, die Herdplatten unserer Testküche sind manchmal sogar den gesamten Tag durchgehend in Betrieb. In der Hitze des Gefechts passieren da selbst den Profis mal kleine Unfälle: Wollte man nur kurz etwas Mehl aus der Vorratskammer holen, ist auch schon die Milch übergekocht, beim schwungvollen Abschmecken geht eine großzügige Prise Zucker daneben und auf dem Herd gegenüber spritzt beim Braten eines saftigen Steaks das Fett fröhlich in alle Richtungen.

All diese Situationen hast du sicherlich auch mehr als einmal in deiner eigenen Küche erlebt. Und wenn man die Verschmutzungen auf dem Herd erstmal eine Weile sich selbst überlassen hat, heißt es wohl oder übel “Ran an den Stahlschwamm”, richtig? Falsch!

An dieser Stelle möchte ich ein weit verbreitetes Phänomen ansprechen: Egal, ob es sich um Backofen oder Herd, um Kaffeemaschine oder Wasserkocher handelt – viele Menschen neigen dazu, lieber erst einmal das Internet nach abenteuerlichen Tipps und Hausmitteln zu befragen, als auch nur auf die Idee zu kommen, einen Blick auf die Herstellerhinweise zur Reinigung zu werfen.

Ich möchte ehrlich sein: Noch vor wenigen Jahren war ich selbst so ein Kandidat, dessen Reinigungs-Repertoire hauptsächlich aus Essig, Backpulver und Scheuermilch bestand. Eines Tages habe ich, wirklich nur aus reinem Zufall, einen Spezialreiniger für Edelstahl in die Finger bekommen, und nachdem ich mein Spülbecken in nicht mal einer Minute blitzblank gewischt hatte, fiel der Entschluss: Nie wieder Experimente! Und das gilt seitdem für meine gesamte Küchenausstattung.

Wenn du – wie wir bei Kitchen Stories – ein SCHOTT CERAN® Kochfeld dein Eigen nennen darfst, weißt du hoffentlich, dass man behutsam damit umgehen sollte. Leider überhäufen sich im Internet teils skurrile Reinigungstipps, die dem Kochfeld eher schaden, als ihm zu strahlendem Glanz zu verhelfen. Wir räumen heute mit den gängigsten Reinigungsmythen auf und erklären dir, wie du dein Glaskeramik-Kochfeld gründlicher (und noch schneller!) reinigen kannst.

Das Wichtigste vorab: Was das Glaskeramik-Kochfeld so besonders macht

Glaskeramik-Kochfelder erfreuen sich seit langer Zeit hoher Beliebtheit. Warum das so ist? Zum einen sind sie besonders temperaturstabil – hohe Temperaturen bis zu 750 Grad Celsius können dem Material gar nichts anhaben!

Und wo wir gerade schon vom Material sprechen: Dank der speziellen, eigens entwickelten Schmelztechnik kann die schwarze Glaskeramik sogar umweltfreundlich hergestellt werden (also ganz ohne den Einsatz von den Schwermetallen Arsen und Antimon). Des Weiteren sind die Kochfelder energieeffizient: Da die Kochfläche sehr dünn und damit sehr hitzedurchlässig ist, gelangt die Wärme beinahe ohne Verlust an den Topf oder die Pfanne.

Und nicht zu vergessen: Neben ihrer enormen Hitzebeständigkeit und Stabilität zeichnen sich die Kochfelder zudem durch ihre edle Ästhetik und Langlebigkeit aus. Damit man nun auch wirklich lange Freude an der Glaskeramik-Kochfläche hat, sind die richtige Handhabung und Pflege das A und O.

Wenn du die folgenden Punkte schon einmal in Zusammenhang mit der Reinigung deines Kochfeldes gelesen oder sogar angewendet hast, hier meine Bitte: Schleunigst aus dem Gedächtnis löschen!

5 No-Gos bei der Reinigung des Glaskeramik-Kochfeldes

1. Spitze Gegenstände: Verwende niemals, wirklich niemals, Messer oder andere spitze Gegenstände, um mögliche Verkrustungen zu entfernen. Ansonsten kannst du dich schon einmal mit den Kratzern in deinem Kochfeld anfreunden.

2. Grobe Schwämme: Besonders bei hartnäckigen Verschmutzungen neigen viele dazu, zu Topfreiniger oder Stahlwolle zu greifen. Widerstehe diesem Reiz, da auch in diesem Fall Kratzer vorprogrammiert sind.

3. Scheuermilch: Ein weiterer Feind der Glaskeramik. Zwar eignet sich dieses Reinigungsmittel für erstaunlich viele Verunreinigungen, für die anspruchsvolle Oberfläche unseres Glaskeramik-Kochfeldes ist sie jedoch viel zu aggressiv.

4. Spülmaschinen-Tabs: Soll man den Pauschal-Tipps aus dem Internet Glauben schenken, können in Wasser aufgelöste Spülmaschinen-Tabs ebenfalls zur Reinigung genutzt werden. Davon möchte ich dir dringend abraten! Nicht nur, dass sie sich in ihrer Zusammensetzung je nach Hersteller immens unterscheiden, manche Exemplare enthalten sogar Bestandteile, die deinem Kochfeld schaden könnten.

5. Backofenspray: Bei der Verwendung dieser Reinigungssprays solltest du ebenfalls vorsichtig sein. Auch hier besteht die Gefahr, dass bestimmte Bestandteile die Kochplatte angreifen können.

So geht's richtig: Diese Reinigungsroutine solltest du ab heute im Schlaf beherrschen

Kleine Unfälle in der Küche lassen sich mit einer einfachen Reinigungsroutine ganz schnell beheben. Also aufgepasst, denn diese vier Punkte werden deinen Kochalltag für immer verändern!

1. Verwende einen Reinigungsschaber für grobe Verschmutzungen

Für grobe Verschmutzungen von übergesprudeltem Nudelwasser oder aufgeschäumter Milch möchte ich dir mein neues Lieblings-Reinigungs-Gadget vorstellen: den Metallschaber! Ja, ich weiß, das hört sich zunächst alles andere als spektakulär an, aber ich kann dir versichern: Wenn du den Reinigungsschaber erstmal ausprobiert hast, wirst du dich fragen, wie du zuvor jemals ohne ihn auskommen konntest.

Die kleine, präzise Klinge löst selbst hartnäckige Verschmutzungen und Eingebranntes sekundenschnell und ohne Probleme. Wichtig dabei ist nur, dass du den Schaber behutsam verwendest und die Klinge unbeschädigt ist. Den gelösten Schmutz kannst du anschließend mit einem Küchentuch vom Kochfeld wischen.

2. Der Glaskeramikreiniger ist das einzige Mittel, das du brauchst

Auch wenn der Reiz groß ist, mit den bekannten Hausmittelchen zu experimentieren, lass dir gesagt sein: Nichts funktioniert so zuverlässig und gründlich wie ein Glaskeramikreiniger, der tatsächlich für genau diese Art Kochfeld entwickelt wurde. Am besten verwendest du Reiniger, die vom Hersteller deines Kochfeldes empfohlen werden.

Diese enthalten eine spezielle Zusammensetzung leistungsstarker Wirkstoffe und ultra feinen Schleifpartikeln, die Fett und Stärke entfernen und Eingebranntes lockern. Damit eignet er sich auch für leichte Verschmutzungen, wie zum Beispiel Fettspritzer beim Braten. Eine haselnussgroße Menge reicht vollkommen aus, da die Reiniger sehr ergiebig sind.

3. Für die gründliche Reinigung: Mit Küchenpapier verreiben

Den Glaskeramikreiniger kannst du nun auf die Kochfläche geben und mit trockenem Küchenpapier kreisförmig verreiben. Achte bitte darauf, dein Kochfeld zuvor gut abkühlen zu lassen, da sich das Reinigungsmittel bei Hitze im schlimmsten Fall einbrennen kann.

4. Perfect Finish: Mit einem feuchten Tuch nachreiben und mit einem sauberen Tuch trocken wischen

Hast du den Glaskeramikreiniger gründlich verrieben? Super! Dann schnapp dir jetzt noch etwas Küchenpapier, feuchte es leicht an und reibe damit noch einmal über dein Kochfeld. Jetzt sollte es schon glänzen – keine Spur mehr von dem kleinen Kochunfall, über den du dich erst vor fünf Minuten so geärgert hast. Zum Schluss noch mit einem sauberen Geschirrtuch oder Küchenpapier sauber wischen – und schon bist du fertig!

Wie beeindruckend schnell das Ganze tatsächlich funktioniert, zeigt dir unser Anleitungsvideo!

Ein Glaskeramik-Kochfeld richtig reinigen

Ein Glaskeramik-Kochfeld richtig reinigen

→ zum Rezept

Bei Zucker ist Vorsicht geboten!

Falls dir beim Abschmecken mal etwas Zucker daneben geht, solltest du diesen sofort entfernen. Dafür kannst du ebenfalls den Reinigungsschaber verwenden.

Warum man gerade bei Zucker so vorsichtig sein sollte? Um dir das zu erklären, muss ich kurz etwas ausholen: Wie bereits erwähnt, sind die Kochfelder aus Glaskeramik extrem hitzebeständig. Steigt die Temperatur, dehnt sich das Glas aus, während sich die keramischen Bestandteile zusammenziehen – so bleibt das Material auch bei extremen Temperaturen stabil.

Diese Eigenschaft hat Zucker nun wiederum nicht. Wird er erhitzt, dehnt er sich aus. Kühlt die Kochfläche nun mitsamt des Zuckers ab, bleibt das Kochfeld zwar stabil, der Zucker zieht sich jedoch wieder zusammen. Die Folge: Es kommt zu Spannungen, die dafür sorgen, dass die am Zucker klebenden Bestandteile aus der Glaskeramik ausbrechen – es entstehen sogenannte Ausmuschelungen, die irreparabel sind.

Damit du lange Freude an deinem Kochfeld hast

Dein Kochfeld ist das wichtigste Accessoire deiner Küche und so solltest du es auch behandeln. Das bedeutet in erster Linie:

Verwende niemals Töpfe und Pfannen mit einem beschädigten oder verschmutzten Boden, da auf diese Weise Kratzer entstehen können!

Reinige dein Kochfeld immer sofort, nachdem du Verschmutzungen verursacht hast, am besten jedoch nach jeder Benutzung! Werden die Verunreinigungen nicht zeitnah behandelt, können sie sich bei der nächsten Benutzung schlimmstenfalls einbrennen und sind nur sehr schwer wieder zu beseitigen. Vergiss jedoch nicht, das Kochfeld zunächst abkühlen zu lassen, bevor du den Glaskeramikreiniger aufträgst.

Welche Herdart verwendest du und wie reinigst du diese? Welche Tipps zur Reinigung kannst du unseren Lesern mitgeben? Schreib es uns in die Kommentare!

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