Kristin

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Redakteurin

Welche Gerichte kommen dir sofort in den Sinn, wenn du an die israelische Küche denkst? Hummus und Baba Ganoush? Falafel und Shakshuka vielleicht? Kaum eine kulinarische Bewegung erfährt aktuell so viel Begeisterung wie die Küche Israels – in vielen Großstädten Deutschlands boomt die israelische Restaurantszene regelrecht.

Doch warum sind gerade die Speisen aus dem östlichen Mittelmeerraum so im Kommen, was bedeutet es „koscher“ zu essen und woher stammen all diese beliebten Rezepte? Komm mit uns auf eine kleine, kulinarische Reise nach Tel Aviv und erfahre mehr über den aktuellen Food-Trend Nr. 1 – inklusive 10 köstlicher Rezepte zum Nachkochen!

Kitchen Stories

So isst Israel: Ein Einblick in die israelische Küche

Hattest du bereits einmal das Glück, über einen der typischen Märkte Tel Avivs zu schlendern, wirst du dich wahrscheinlich lebhaft an das Meer aus frischen Zutaten erinnern, spektakulär farbenfroh, intensiv duftend und atemberaubend aromatisch – ein echtes Feuerwerk der Sinne! Hier kommen unendlich viele Traditionen zusammen – und eines sollte an dieser Stelle vorweg genommen werden: Die eine, einzig wahre israelische Küche gibt es nicht.

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Vielmehr ist die Küche Israels geprägt durch verschiedene Einflüsse und Traditionen, sie ist vielseitig, dynamisch und experimentierfreudig – das verdankt sie der Geschichte ihres Landes. Wie du vielleicht weißt, ist Israel ist ein Einwandererland. Hier leben über sage und schreibe 60 Nationalitäten zusammen, die ihre ganz eigenen Rezepte und Zutaten mit einbringen und damit für einen regen, kulinarischen Austausch sorgen.

Dabei finden verschiedene mediterrane, marokkanische, libanesische, irakische, arabische und palästinensische Elemente ihren Platz in den israelischen Gerichten. Und insbesondere die jüdische und koschere Küche ist an dieser Stelle hervorzuheben, aus der sich die kulinarische Geschichte Israels maßgeblich entwickelt hat.

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Koscher essen – darauf kommt es an

Den Begriff „koscher“ hat sicher jeder schon einmal gehört, doch die wenigsten wissen, was sich hinter ihm verbirgt und was koschere Lebensmittel auszeichnet. Hier spielt insbesondere das Reinheitsgebot des Judentums eine Rolle. Schweinefleisch gilt als nicht koscher, während Geflügel wie Hähnchen und Pute erlaubt sind. Meerestiere dürfen nur verzehrt werden, wenn sie Flossen und Schuppen tragen, wie zum Beispiel Thunfisch.

Lamm und Rindfleisch gelten als rein und sind damit für den Verzehr geeignet, wenn das Tier von einem Fachmann geschächtet, also ohne vorherige Betäubung rituell geschlachtet wurde. Darüber hinaus findet bei traditionellen koscheren Rezepten eine strikte Trennung zwischen Fleisch und Milchprodukten statt. „Neutrale Lebensmittel“ wie Gemüse, Obst, Eier und Getreide dürfen ausnahmslos gegessen werden.

Beliebte Zutaten der israelischen Küche

Die weltweit beliebten israelischen Rezepte verdanken ihren unnachahmlichen Geschmack vor allem dem exzellenten Wetter Israels – optimale Temperaturen und Lichteinstrahlung bringen das gesamte Jahr lang erntefrische, sonnengereifte Zutaten wie Tomaten, Auberginen, Avocados, Datteln und saftige Granatäpfel zum Vorschein.

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Man isst Hülsenfrüchte in allen Formen und Farben – ganz vorne dabei natürlich die typischen Kichererbsen, die die Grundlage vieler israelischer Gerichte wie Hummus und Falafel bilden. Reis, Bulgur und Couscous kommen ebenso häufig auf den Tisch.

Eine allgegenwärtige Zutat für die Israelis ist außerdem Tahini bzw. Tahina, eine samtige Paste aus fein gemahlenen Sesamkörnern, deren Ursprung häufig der arabischen Küche zugeschrieben wird. Die Sesampaste ist eine Grundzutat für Hummus und verschiedene andere Dips und Soßen.

Hausgemachtes Tahini

Hausgemachtes Tahini

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Eine weitere Besonderheit, die die israelische Küche für uns so unverwechselbar und spannend macht, ist das Zusammenspiel uns vertrauter Aromen mit geheimnisvollen, orientalischen Noten. Typische Gewürze sind dabei Kardamom, Kreuzkümmel, Paprika in allen Schärfegraden, Zimt und Anis. Frische Kräuter wie Petersilie sind dabei ebenso unverzichtbar.

10 israelische Rezepte, die du kennen und unbedingt probieren solltest

Von Tel Aviv bis Jerusalem – erfolgreiche Kochbuchautoren wie Yotam Ottolenghi, Sami Tamimi wie auch der gebürtige Deutsche Tom Franz bringen uns die eindrucksvolle Küche Israels mit traditionellen sowie neu definierten Kreationen an unseren heimischen Küchentisch. Welche uns davon am meisten begeistern? Das sind unsere 10 liebsten, israelischen Rezepte:

Hummussuppe mit Spinat

Hummussuppe mit Spinat

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Ein echter Klassiker der israelischen Küche ist diese so genannte „Hummus-Suppe“. Das Rezept für die cremige Suppe aus Kichererbsen mit zartem Blattspinat hat uns Tom Franz, Kochbuchautor und einer der bekanntesten Köche Israels, zur Verfügung gestellt. Die Verbindung aus Kichererbsen und Spinat hat im Mittelmeerraum eine lange Tradition, so Tom Franz.

Shakshuka

Shakshuka

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Das israelische Nationalgericht trägt den Namen „Shakshuka“ und bezeichnet ein deftiges Frühstücksgericht, das aber auch genauso gerne abends serviert wird. Hinter dem unschlagbaren Frühstück verbirgt sich eine Liaison aus aromatischen, sonnengereiften Tomaten, süßlich-scharfer Paprika, Zwiebeln, Knoblauch, Olivenöl und Eiern, die gemeinsam in einer großen, heißen Pfanne schmoren und zuletzt mit frischen Kräutern gekrönt werden. Moderne Abwandlungen wie das „Green Shakshuka“ verwenden u. a. grüne Paprika, Spinat und Feta.

Kebab auf Zimtstange mit grüner Tahina

Kebab auf Zimtstange mit grüner Tahina

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Eine weitere, unendlich köstliche Kreation von Tom Franz ist dieses Kebab auf Zimtstange mit grüner Tahina. Die Zimtstange gibt dabei ihr herrlich feines Aroma an das saftige Kebabfleisch ab. Geschmacklich abgerundet wird dieses festliche Gericht durch die selbst gemachte Tahinisoße, die "Mayonnaise des Mittleren Osten“, wie sie auch oft genannt wird.

Gefüllte Auberginen

Gefüllte Auberginen

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Aubergine und Granatapfel – eine Geschmackssinfonie, die ihresgleichen sucht! Das Zusammenspiel aus sonnenverwöhnter Aubergine, frischen Granatapfelkernen und dem aromatischem Couscous holt dir den Geschmack Israels in deine heimische Küche.

Falafel

Falafel

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Falafel – das nennen wir mal Genuss in geballter Form! Die arabische Spezialität wird in Israel immer und überall serviert und ist auch hierzulande beinahe an jeder Ecke finden. Typischerweise werden die kleinen, frittierten Kichererbsenbällchen als Sandwich in einem Pita- oder Fladenbrot mit Salat, Hummus und Tahini oder Granatapfelsoße serviert, man kann sie aber auch wunderbar vom Teller mit frischem Gemüse und verschiedenen orientalischen Pasten genießen. Falls du Falafel bisher noch nicht probiert hast, solltest du das wirklich dringend nachholen.

Hausgemachtes Baba Ghanoush

Hausgemachtes Baba Ghanoush

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Die rauchige und leicht nussige Creme aus gerösteten Auberginen und Tahini kommt ursprünglich aus dem arabischen Raum, ist aber mittlerweile aus keinem israelischen Kochbuch mehr wegzudenken. Die cremige Auberginenpaste macht sich wunderbar als Vorspeise mit warmem Fladenbrot oder zum Dippen von frischem Gemüse.

Nutella-Baklava

Nutella-Baklava

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Natürlich dürfen auch so einige, süße Klassiker in der israelischen Küche nicht fehlen, wie z. B. die allseits beliebten Baklavas, die heimlichen Stars unter den Nachtischen des östlichen Mittelmeeres. Uns hat Starkoch Tom Franz seine persönliche Lieblingsvariante verraten: mit Nutella und Pistazien! „Der knusprige Filoteig, die Nüsse und das Nutella harmonieren perfekt – einfach himmlisch“, so Tom Franz.

Hausgemachter Hummus

Hausgemachter Hummus

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Hummus ist eines der meist servierten Gerichte im gesamten Nahen Osten. Die cremige Kichererbsenpaste wird unter anderem in Syrien, dem Libanon und Israel alltäglich als Mezze, also kleine Vorspeise, serviert. Da Hummus sich in der israelischen Küche jedoch einer solch außerordentlichen Beliebtheit erfreut, landet die cremige Paste nicht selten auch als Hauptspeise auf dem Teller.

Weiche Tahini-Kekse mit Orange

Weiche Tahini-Kekse mit Orange

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Diese saftigen, mürben Kekse punkten nicht nur durch ihre extra weiche Textur, sondern auch mit einer tollen Sesamnote, die sie der enthaltenen – wie sollte es auch anders sein – Tahini zu verdanken haben. Orangenabrieb gibt dem köstlich-zarten Gebäck geschmacklich den letzten Schliff.

Gegrillter Gemüsesalat

Gegrillter Gemüsesalat

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Auch bei der Zubereitung dieses köstlichen, israelischen Rezeptes durften wir Tom Franz über die Schulter schauen. Das so genannte „Mashveij“ bezeichnet einen exotischen Gemüsesalat, der aus der jüdisch-tunesischen Küche stammt. Die Zubereitung könnte einfacher nicht sein: Das Gemüse wird auf dem Grill oder im Backofen scharf gegrillt, anschließend geschält, klein gehackt und gewürzt. Das Ergebnis ist umwerfend und passt hervorragend auf Sandwiches, zu gebratener Hühnerbrust oder zu Fisch.

Noch mehr inspirierende, israelische Rezepte von Tom Franz findest du auf www.tomfranz-food.de

Was liebst du an der israelischen Küche am meisten und auf welches Gericht möchtest du nie wieder verzichten? Schreib es uns in die Kommentare oder sende uns dein Lieblingsrezept an community@kitchenstories.de!

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