Mit diesen 10+ Tipps für den Alltag, kannst du in der Küche ganz einfach Wasser sparen

Mit diesen 10+ Tipps für den Alltag, kannst du in der Küche ganz einfach Wasser sparen

Inspiriert von der positiven Energie von Viva con Agua, legen wir direkt los!

Carolin Roitzheim

Carolin Roitzheim

Food Editor bei Kitchen Stories

Sauberes Trinkwasser fließt bei uns einfach so tagtäglich durch unsere Leitungen. Wir müssen lediglich den Hahn aufdrehen, schon landet das kühle Nass im Wasserglas, im Kochtopf oder leider auch oft direkt wieder im Abfluss.

Wasser ist im Grunde unsere Lebensquelle, denn jeder Mensch braucht sauberes Trinkwasser, um gesund zu bleiben und die eigenen Lebensbedingungen gestalten zu können. Doch das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Das Problem der Wasserknappheit ist ein globales und ein ziemlich großes zugleich. Was in unseren heimischen Küchen und Bädern jederzeit verfügbar ist, ist eigentlich ein kostbares Gut, mit dem wir auch so umgehen sollten, oder? 

In Deutschland werden pro Tag ca. 35 volle Badewannen pro Kopf verbraucht. Davon macht die Küche, inklusive Essen und Trinken, sowie Geschirrspülen, allein schon ca. 10% unseres Wasserverbrauchs im Haushalt aus. Mal ist dieser Wasserverbrauch tatsächlich sichtbar, mal weniger. Stichwort “virtuelles Wasser”: Von der Verwendung des Großteils des Wassers bekommen wir nämlich oft kaum etwas mit, da das meiste davon für die Produktion unserer Lebensmittel verbraucht wird. Das Problem dabei ist, dass dieses Wasser dann an anderer Stelle fehlt. 

Auch wir denken, dass man sich diese Tatsachen immer wieder bewusst machen sollte und begrüßen daher Initiativen wie die der entwicklungspolitischen “All-Profit” Organisation Viva con Agua.

Wasser für alle – alle für Wasser!

Unter diesem Leitspruch setzt sich Viva con Agua mit einem internationalen Netzwerk von Menschen und Organisationen genau dafür ein: Einen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser und eine sanitäre Grundversorgung zu ermöglichen.

Durch ihren positiven, freudvollen Aktivismus schaffen es Viva con Agua, die Leute mitzureißen und machen Lust darauf, sich über die globale Trinkwassersituation zu informieren und für sauberes Trinkwasser zu engagieren. Vielleicht hast auch du dich schon mal gefragt was dahinter steckt, wenn du die weiß-blauen Wasserflaschen (ob laut oder leise) in deinem Lieblings-Kaffee, Restaurant, im Supermarkt oder auch auf einem Festival entdeckt hast? Statt Spenden aus Schamgefühl oder Gewissensbissen einzusammeln, setzen sie darauf, Veränderung durch Freude anzustoßen. Ein Konzept, welches viel langfristiger und nachhaltiger funktioniert und die Menschen so in ein positives Engagement bringt. Dabei geht es am Anfang erstmal lediglich darum, irgendeine beliebige Form der Aktivierung zu schaffen: Also einfach mal machen und den Stein dadurch ins Rollen bringen!

Das haben auch wir bei Kitchen Stories uns zu Herzen genommen und wollen daher direkt zur Tat schreiten. Was läge da näher, als an dem Ort anzufangen, in dem wir uns bei Kitchen Stories tagtäglich am liebsten aufhalten – in unserer heißgeliebten Küche.

Unsere Tipps für’s Wassersparen in deiner Küche

Die gute Nachricht vorweg: Wasser sparen ist eigentlich gar nicht so schwer! Du kannst schon etwas bewirken, indem du dir ein paar gute Gewohnheiten im Alltag zulegst. Mit diesen handfesten Tipps für die Küche kannst du tatsächlich schon eine ganze Menge erreichen:

1. Mit Bedacht einkaufen: Wasser sparen fängt genau genommen schon im Supermarkt an. Manche Lebensmittel verbrauchen nämlich deutlich mehr Ressourcen als andere. Für einen Rindfleischburger gehen 2.350 Liter Wasser drauf, zum Vergleich benötigt der Sojaburger nur 158 Liter Wasser. Am wenigsten wird allerdings für unverarbeitete Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, gebraucht. Am besten greifst du hier außerdem zu saisonalen und regionalen Erzeugnissen.

Lebensmittel, die wenig Wasser in der Herstellung verbrauchen sind etwa Tomaten, Karotten, Kartoffeln, Grüner Salat, Erdbeeren, Gurken und Zwiebeln.
Lebensmittel, die viel Wasser in der Herstellung verbrauchen sind vor allem Kakao, Kaffee, Rindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel, Nüsse und Eier.

2. Obst und Gemüse gehen baden: Die beste Option fürs Abwaschen ist ein Wasserbad. Hast du das schon mal probiert? Schnapp dir dafür eine große Schüssel und leg das zu waschende Obst und Gemüse hinein. Anstatt den Wasserhahn unkontrolliert laufen zu lassen, kannst du jetzt einfach die Schüssel füllen. Mit einer schönen Gemüsebürste kannst du zusätzlich Hand anlegen, ist aber kein Muss. Für alle mit grünem Daumen: Das Wasser kann anschließend zum Blumengießen verwenden werden!

3. Einkochen, einmachen, einlegen: Mit dieser Methode kann man seine Lieblings Gemüse- und Obstsorten auch außerhalb der Saison genießen und muss nicht auf importierte Waren zurückgreifen. Bei diesen ist der Wasserverbrauch im Anbau meist deutlich höher. Marmeladen und Chutneys, oder Fermentieren bieten sich dafür bestens an.

4. Auf die richtige Topf- & Deckelgröße kommt es an: Jeder Topf findet seinen Deckel, so auch in der Küche. Versuche nur einen so großen Topf zu verwenden, wie dein Gericht auch wirklich benötigt. Zu große Töpfe brauchen durch die größere, zu beheizende Fläche mehr Energie und auch unnötig viel Wasser. Außerdem kondensiert an der Oberfläche mehr Wasser, verdampft ohne Deckel und verschwindet so. Also, richtige Größe finden und dann der passende Deckel drauf.

5. Null Abfall, null Problem! Wasser steckt leider nicht nur in den Produkten, die wir tatsächlich verwenden. Jedes Jahr werden in Deutschland pro Person in privaten Haushalten rund 55 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Dementsprechend landet mit jedem Kilo auch kostbares Wasser im Müll. Durch Zero Waste Küche kann man also ebenfalls wertvolles Wasser sparen.

6. Wasserkocher sparen Zeit, Energie – und Wasser: Für die Tasse Tee oder zum Aufweichen der Glasnudeln mal eben Wasser erhitzen? Vielleicht überraschend, aber mit dem Wasserkocher geht das schneller als auf dem Herd und spart dadurch einige Minuten und somit auch Energie. Wenn der Wasserkocher dann außerdem nur nach entsprechendem Bedarf gefüllt und direkt die richtige Menge abgemessen wird, muss auch nichts weggekippt werden. Doch etwas zu viel erhitzt? Reste kannst du einfach wiederverwenden und erneut aufkochen.

7. Mit Wasserdampf schonend garen: Bei vielen ist diese Methode ohnehin super beliebt, weil dadurch wertvolle Vitamine erhalten bleiben. Beim Kochen werden davon nämlich viele ins Wasser abgegeben und landen meist im Abfluss. Du kannst zum Beispiel beim Kochen von Pasta, Reis o.a. den entstehenden Wasserdampf nutzen, um Gemüse darüber schonend zu garen. Dafür ist ein Dampfaufsatz hilfreich, den du natürlich auch benutzen kannst, ohne in dem Wasser gleichzeitig andere Dinge zu kochen. Origineller, aber genauso effizient, ist Dampfgaren im Ofen.

8. Ein Topf, wenig Aufwand, viel Geschmack: Wer nicht sowieso schon längst von der Idee überzeugt war, hat hier noch einen Grund sie zu lieben: One-Pot-Gerichte sind nicht nur praktisch und lecker, sondern auch wassersparend. Zum einen schüttet man kein Kochwasser weg, zum anderen spart man auch beim Abwasch nicht nur Zeit, sondern auch Wasser.

9. Gemüse-Kochwasser hat es in sich: Wenn du dein Gemüse nicht gleich in der Soße kochst und lieber einen Topf voll Wasser dafür nimmst, kannst du damit kreativ werden. Du kannst das Wasser danach für Suppen verwenden, um daraus die geschmackvollsten Gemüsebrühen zuzubereiten.

Ein lustiger Tipp aus dem Internet: Brokkoli-Kochwasser soll zum Beispiel sehr gesund sein! Wie wir schon gelernt haben, werden beim Kochvorgang viele Mineralstoffe und Vitamine an das Wasser abgegeben. Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, kann dieses also auch einfach pur trinken!

10. Pasta-Wasser ist der magische Soßen-Trick: Und zwar für cremige *glossy* Pastasoßen! Darauf schwört unsere ehemalige Redakteurin Ruby und hat einen ganzen Artikel über herrliche Pastasoßen, dank Nudelwasser geschrieben. Die enthaltene Stärke wirkt als praktisches Bindemittel und hilft dabei, die Soße deiner Träume zu kreieren. Also auf gar keinen Fall einfach wegkippen!

11. Vom tropfenden Wasserhahn ist gar nicht zu sprechen… Lieber lässt du diesen ordentlich reparieren oder legst selbst Hand an, um nicht an der falschen Stelle zu sparen.

12. Effizienter Abwasch, ob per Hand oder Maschine: Bestimmt hast auch du diesen Rat schon von Mitbewohner*innen, Partner*innen oder Eltern gehört – die Spülmaschine erst starten, wenn sie wirklich voll ist. Bei modernen Geräten reicht es zudem vollkommen, nur stark verschmutztes Geschirr mit der Hand vorzuspülen. Falls vorhanden, nutze am besten das Eco-Programm deiner Maschine. Auch wichtig: umweltschonende Spülmaschinen und nachhaltige Spülmittel kaufen.
Diese solltest du auch verwenden, wenn du mit der Hand spülst. Außerdem spart ein volles Spülbecken Wasser, statt dies unter dem fließenden Wasserhahn zu tun.

13. Gemeinsam kochen und essen: Der wohl schönste Tipp zum Wasser sparen! Denn größere Mengen verbrauchen weniger Wasser und Energie, als wenn alles einzeln gekocht wird.

Hast du noch weitere Tipps für’s Wasser sparen im Haushalt? Dann lass es uns in den Kommentaren wissen!

Damit du unsere Tipps möglichst gut im Kopf behalten und verinnerlichen kannst, siehst du sie hier noch einmal anschaulich auf einen Blick. Vielleicht möchtest du sie dir ja sogar als kleine Gedankenstütze in deiner Küche aufhängen?



Jeder Versuch Wasser zu sparen ist ein Schritt in die richtige Richtung - im Kleinen wie im Großen. Natürlich geht die Thematik aber weit über den Verbrauch in der Küche hinaus. Deswegen setzen Organisationen wie Viva con Agua mit ihren Projekten genau da an.

Du willst noch mehr über Viva con Agua erfahren?

VIVA CON AGUA DE SANKT PAULI e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich dafür einsetzt, dass alle Menschen weltweit Zugang zu sauberem TRINKWASSER haben. Darum fördert er Wasserprojekte und Aktionen im In- und Ausland nach dem Motto WASSER FÜR ALLE - ALLE FÜR WASSER.

Als ALL-PROFIT-Organisation (Non-Profit klingt so freudlos) setzt Viva con Agua auf die universellen Sprachen Musik, Kunst und Sport, um Menschen für sauberes Trinkwasser zu aktivieren und Spenden zu generieren. Dafür werden Konzerte besucht, um Pfandbecher zu sammeln, Vorträge an Schulen und Universitäten gehalten, mit Unternehmen zusammengearbeitet und überall dort aktiviert, wo es Spaß macht.

Durch freudvolle Aktionen werden Gelder generiert, die schließlich in WASH-PROJEKTE in immer mehr Projektländern fließen. WASH steht für WAsser, Sanitär und Hygiene und verbessert so die Lebensumstände von vielen Menschen langfristig. Die Kernprojektländer sind momentan Äthiopien, Uganda und Nepal.

Schau doch auch mal auf ihrer Website vorbei! Dort findest du mehr Informationen zu den Projekten und der Mittelverwendung unter vivaconagua.org.

Co-Autorin: Hannah Henrici (Editorial Assistant)

Photo ©: Melanie Haas | Viva con Agua

Verfasst am 10. August 2022

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