Lisa Schölzel

Redakteurin bei Kitchen Stories

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Es gibt da eine wundervolle kleine Pâtisserie in Hamburg. Ich dachte sehr lange, die Schlange, die meistens bis nach draußen unter die türkisfarbene Markise reicht, ist den unverschämt buttrigen und noch lauwarmen Croissants zuzuordnen. Und dann wurde ich eines Sonntagsnachmittags mit einem petit four aus derselben Feder überrascht, einem kleinen französischen Törtchen. Es war cremig und süß und sehr detailliert dekoriert, mit viel Fingerspitzengefühl, wie man sich denken kann. Das französische Gebäck kannte ich, habe ich auch schon gegessen. Nur so sehr genossen und es als das Besondere angesehen, was es ist, habe ich es bis dato nicht, muss ich gestehen. Das hat sich geändert. Heute ist ein petit four für mich ein kleines Stück Selbstliebe, der Lichtblick an Regentagen, mein Preis an guten Tagen und die kleine Aufmerksamkeit für jemanden anderen in vielen weiteren Momenten.

Das Berliner Pendant ist die Pâtisserie Du Bonheur in Mitte. Auch dort wird im Hintergrund gebacken. Man kann das durch ein Fenster vom Tresen aus beobachten, hinter dem sich ordentlich nebeneinander französisches Kleingebäck in allen Farben und Formen brav aneinanderreihen.

Französisches Gebäck, in Form von petit fours oder Kuchen und Tartes, oder andere Desserts: Frankreich hat einiges an Süßspeisen zu bieten. Die folgenden zum Beispiel.

Madeleines

Die kleinen Küchlein sind die klassischen Schönheiten unter den französischen Kleinigkeiten: elegant, nicht zu süß, sie fallen auf, halten sich aber gleichzeitig bedeckt und glänzen vor allem mit inneren Werten. Madeleines eignen sich zum Frühstück getunkt in einen Café au lait oder einer Tasse Tee genau so gut wie auf die Hand für zwischendurch. Investiere in eine Madeleine-Backform, um die typische knusprige Muschelform zu backen. Das Geheimnis ist die lange Ruhezeit des Teiges von mindestens einer Stunde, besser aber drei.

Crème brûlée

Dieses Dessert ist nicht zum Teilen da. Der erste Löffel ist der beste: Die knackige Karamellschicht muss dafür durchbrochen werden und diesen höchst zufriedenstellenden notwendigen Schritt möchte man dann doch lieber selber machen. Damit kein kleiner Kampf losgeht und man auch nicht aus reiner Höflichkeit der anderen Person den Vortritt lassen muss, rate ich hier also nochmal dringend dazu, sich ein eigenes Schälchen Crème brûlée zu nehmen. Dann kann man mit noch mehr Zufriedenheit die simple Creme darunter genießen.

Mousse au Chocolat

Mousse au chocolat ist vermutlich das Gericht, das mich zuallererst mit der französischen Küche in Kontakt gebracht hat. Ich habe es danach etliche Male wieder zu Partys mitgebracht und an eigenen Festen zubereitet. Ähnlich, wie ich Crêpes nicht mit Pfannkuchen vergleichen kann, lässt sich auch Mousse au chocolat nicht mit Schokoladenpudding oder ähnlichem vergleichen. Es steht für sich. Ein Löffel, ein Gläschen oder besser eine ganze Schüssel zum Teilen mit luftigem (veganem) Mousse und die Welt ist wieder ein kleines Stückchen besser.

Macarons

Macarons sind zarte, gebrechliche Wesen. Das Baisergebäck muss mit Vorsicht transportiert werden, steht ihren französischen Schwestern und Brüdern also in nichts nach. Und Macarons selbst zuzubereiten ist gar nicht mal so schwierig. Am Anfang machen Macaron-Backmatten aus Silikon die Zubereitung einfacher, weil sie Größe und Form schon vorgeben. Alles was du zu tun hast, ist dich für eine der vielen Geschmäcker zu entscheiden und schon kann es losgehen.

Profiteroles

Profiteroles sind nichts anderes als französische Windbeutel. Sie werden aus ungesüßtem Brandteig hergestellt und können deswegen süß, zum Beispiel mit Sahne oder auch Eiscreme, und auch salzig, zum Beispiel mit Käse, gefüllt oder zubereitet werden.

Éclairs

Sie schließen direkt an Profiteroles an und haben doch ihre Eigenarten. Auch sie bestehen aus Brandteig. Éclairs werden in länglicher Form ausgebacken, danach meist mit einer Vanille-, Schokoladen- oder Kaffeecreme gefüllt und mit einer Glasur überzogen. Das hört sich sehr reichhaltig an und der Geschmack von Butter und Eiern verrät auch, dass auch hier, wie in so manchen französischen Rezepturen, viel Fett viel hilft. Und trotzdem sind sie nicht zu süß und nach einem ersten darf manchmal auch noch ein zweites folgen.

Crêpes suzettes

Über Crêpes suzettes und wie du die Basis, also klassische Crêpes, gelingsicher zubereitest, habe ich vor ein paar Tagen schon hier geschrieben. Es lohnt sich trotzdem, noch einmal auf die Delikatesse hinzuweisen. Und zum Nachmachen zu ermutigen.

Tarte Tatin

In meinen ersten Tagen als Schreiberling habe ich für ein liebevoll gestaltetes Dorfmagazin in der Nähe meiner Heimatstadt geschrieben. Für jede Ausgabe habe ich mich mit einer sehr betagten und sehr herzlichen Dame zu Kaffee und Kuchen getroffen. Wir haben uns bei jedem Treffen, Kuchen für Kuchen, durch ihr Leben gebacken. Einer davon, ich erinnere mich an die Sturzaktion auf der weißen Tischdecke in ihrem Esszimmer, war eine klassische Tarte Tatin.

Canelés

Canelés. Was soll ich sagen?! Traditionell kommen sie aus der Bordeaux-Region und wurden in Kupfermulden ausgebacken, um übriggebliebene Eigelbe zu verarbeiten. Sehen sie außen fast verbrannt aus, sind sie für mich genau richtig. Dann nämlich ist das Äußere schön knusprig und karamellig und das Innere puddingartig weich und cremig und perfekt. Ein guter Abschluss. Immer und überall.

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