Mary-Linh

Redaktionsassistent bei Kitchen Stories

Als einzige Spezies, die Feuer nutzt, um aus rohen Zutaten etwas Schmackhaftes zu zaubern, gehört das Kochen zu einer der wichtigsten Aufgaben des Menschseins. Und das, obwohl es weder angeboren noch selbstverständlich ist. Jedes mal, wenn wir die Küche betreten, lernen wir etwas Neues — sogar Profiköche müssen ab und zu mal mit unerwarteten Situationen umgehen. Das Soufflé fällt zusammen oder die Mayonnaise gerinnt? Dann hilft in der Regel nur ein grundlegendes Verständnis davon, wie Zutaten auf und mit Hitze, Säure, Zucker und anderen "Küchengewalten" reagieren.

Seitdem ich die folgenden 10 Methoden als klassische Amateur-Köchin ausprobiert und verinnerlicht habe, gelingen mir tatsächlich viel mehr Gerichte. Und: Ich traue mich an neue und herausfordernde Methoden ran. Vom richtigen Blanchieren von Gemüse oder dem Kochen des perfekten Ei — probiere dich aus! Du wirst dein nächstes Essen nicht nur mit mehr Leichtigkeit zubereiten, sondern auch mit Inspiration aus diesem Artikel herausgehen, die deine Lieblingsrezepte aufpepppen. Hast du sie einmal drauf, steht dir im wahrsten Sinne des Wortes die Küchentür der unendlichen Zubereitungsmöglichkeiten offen. Also, worauf warten wir? Lass' uns kochen!

1. Zwiebeln schneiden

Fast jedes herzhafte Rezept beginnt mit folgendem ersten Schritt: dem Würfeln oder feinen Hacken von Zwiebeln. Wer Zwiebeln gleichmäßig und schnell schneiden kann, der wird mit einem schöneren Gesamtergebnis auf dem Teller und einem gelungenerem Zusammenspiel der Aromen belohnt.

Zwiebel geschickt schneiden

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Wusstest du, dass die Art und Weise, wie du eine Zwiebel schneidest, das Aroma beeinflusst? Je nachdem also, ob du sie in Scheiben, Stücke oder Würfel zerkleinerst, ändert sich der Geschmack deines Essens um ein paar Noten. Wer einen intensiven, scharfen Zwiebelgeschmack bevorzugt, sollte Zwiebeln gegen die natürliche Struktur des Lauchgemüses schneiden. Man schneidet also parallel zu den beiden Enden. Für einen leichten, etwas süßlichen Geschmack wird sie von Strunk zu Strunk zerkleinert.

2. Richtig blanchieren

Ich muss gestehen: Obwohl ich Vegetarierin bin, habe ich mich lange Zeit nicht an bestimmte Gemüsesorten herangetraut. An Brokkoli zum Beispiel. Egal ob geröstet, gedämpft oder gebraten, irgendwie war er immer langweilig und matschig. Nach unendlich vielen Versuchen, stolperte ich über das Blanchieren.

Richtig blanchieren

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Beim Blanchieren wird das Gemüse für einen kurzen Moment in kochendes Wasser gegeben, (an)gegart und danach in Eiswasser abgeschreckt. Im Grunde genommen kannst du jede Gemüsesorte blanchieren, härtere Sorten wie Brokkoli, Grünkohl und Karotten aber eignen sich besonders gut dafür. Beim Blanchieren verliert das Gemüse das überschüssige Wasser, behält dabei jedoch seinen Geschmack, die Nährstoffe und die Farbe bei. Hast du dich schonmal gefragt, warum der Spinat, den man im Restaurant serviert bekommt, so viel heller ist, als die "Masse", die man Zuhause zubereitet? Die Antwort ist: Er wird blanchiert. Eine einfache und vielseitige Zubereitungsmethode, die du in deinem Repertoire aufnehmen solltest.

3. Selbstgemachte Saucen

Okay, du hast recht: Saucen zubereiten ist streng genommen keine Zubereitungsmethode. Dennoch erwähne ich es hier, da eine gut gemachte und vor allem selbstgemachte Sauce jedes Gericht aufwerten kann. Wie lange musst du überlegen, bis dir ein Traditionsgericht ohne Sauce einfällt? Egal ob wir von den französischen Klassikern Hollandaise und Béchamel, der kräftigen Chimichurri, die besonders in Südamerika zu Fleischgerichten serviert wird, oder aber von der säuerlichen nước chấm (Fischsauce), die viele vietnamesische Gerichte abrundet, sprechen — Saucen verbessern und verfeinern die Aromen nahezu jeden Gerichts.

Hausgemachtes Pesto

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Mehlschwitze leicht gemacht

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Hausgemachte Béchamelsoße

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Hausgemachte Tomatensoße

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Hausgemachte Sauce Hollandaise

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Hausgemachte Chimichurri-Soße

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4. Richtig kneten

Kneten verleiht z. B. Brot die richtige Struktur und Form und der Laib würde ohne ein ordentliches Durchkneten klein, hart und einfach nicht so schmackhaft werden. Beim Kneten werden die durch die Hefe freigesetzten Gase eingeschlossen, was dann im Endeffekt für ein luftiges und fluffiges Ergebnis sorgt. Du erkennst den perfekten Teig daran, dass er, wenn du in mit einem Finger leicht eindrückst, ganz langsam wieder in seine Originalform zurückspringt. Weitere Tipps zum Brot backen findest du hier.

Darum ist Kneten so wichtig

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5. Eier perfekt kochen

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten Eier zuzubereiten. Und ich bin der Meinung, dass jedes Gericht von einem gekochten Ei profitiert. Ein wachsweich gekochtes Ei mit flüssigem Eigelb macht sich beispielsweise super in Nudelsuppen oder Salaten. Wer den Trick raus hat, wird sich diese neue Errungenschaft zu Nutze machen. Mein Tipp: Steche in das spitzer zulaufende Ei-Ende ein klitzekleines Loch, damit die Schale nicht bricht, sobald das Ei auf das heiße Wasser trifft.

Das perfekte Ei kochen

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6. Klassische Vinaigrette

Eine einfach Vinaigrette besteht aus Olivenöl, Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone. Sobald du die Rolle der einzelnen Zutaten verstanden hast, ist es an der Zeit zu experimentieren. Eine Vinaigrette lebt von der Säure, die sich ohne Emulgator wie einem Klecks Senf oder Misopaste nicht mit dem Öl verbinden wird. Rührt man eine dickere Sauce an, lässt sie sich hervorragend für das Marinieren von Fleisch, Fisch oder Gemüse verwenden. Im dünneren Zustand ist sie perfekt als Salatdressing. Hast du den Dreh einmal raus, wirst du kaum mehr auf Salatdressings oder Marinaden aus dem Supermarkt zurückgreifen.

Einfache Vinaigrette

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7. Zitrusfrüchte filetieren

Wer Zitrusfrüchte liebt, sollte sich an diese Technik wagen. Auch bekannt als filieren, versteht man unter dem Filetieren eine französische Methode, die das Schälen und Schneiden von Zitrusfrüchten zum Kinderspiel macht. Achte darauf, dass du ein scharfes Messer ohne Zacken verwendest. Es wird dir zunächst etwas schwierig vorkommen, aber mit etwas Übung wirst du bald Desserts oder Salate mit den Zitrusfilets garnieren.

Orange richtig filetieren

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8. Gebräunte Butter herstellen

Solltest du noch nie gebräunte Butter gemacht haben, wird es höchste Zeit! Schau' dir zuerst aufmerksam das Video an und bringe dann Butter in einem Topf zum Schmelzen. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass dieses braune Gold mit all seinem nussig-buttrigen Aroma etliche Gerichte zu einem Highlight macht. "Normale" Butter verbessert den Geschmack auch, verliert jedoch relativ schnell ihre Geschmacksintensität. Bei gebräunter Butter passiert das nicht.

Braune Butter zubereiten

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Wird Butter erhitzt, verdampft das enthaltene Wasser und die anderen Bestandteile Milch und Fett bekommen dann die Möglichkeit zu Karamellisieren – braune Butter entsteht. Die Franzosen nennen sie wegen den nussigen Aromen auch beurre noisette, Haselnussbutter. Der wichtigste Zeitpunkt ist der, an dem die Butter gebräunt, aber noch nicht verbrannt ist. Mit der Zeit wirst du einen Blick dafür bekommen, wann sie die richtige Nuance erreicht hat. Ich verspreche dir, du willst danach keine langweilige Butter mehr verwenden, denn sie passt wirklich zu allem: Pasta, Fleisch, Fisch, Gemüse und sogar Getreide.

9. Scharf anbraten

Wenn Blanchieren dabei hilft den Geschmack von Gemüse zu intensivieren, dann ist scharfes Anbraten genau das Richtige für jegliche Fleischsorten von Geflügel über Schwein bis hin zu Lamm. Wenn Fleisch scharf angebraten wird, setzt ein chemischer Prozess ein, der dazu führt, dass es seine schöne braune Farbe und den perfekten Geschmack bekommt. Am wichtigsten ist hierbei jedoch die gebräunte Kruste, die dabei entsteht und das saftige Innere schützt. Auch wenn ich seit über einem Jahrzehnt kein Fleisch mehr gegessen habe, bereite ich auch Fisch mit der gleichen Methode zu. Funktioniert super!

Steak rückwärtsgaren

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10. Richtig panieren und anbraten

Ich liebe alles, was knusprig und mit Teig ummantelt ist. Ob Zucchini in Tempurateig oder Avocado-Tacos in Bierteig – solange es in buttrigen Semmelbröseln paniert wird oder in ausgebackenem Teig daherkommt, werde ich es bestellen. Wenn es dir ähnlich geht und du nicht auf eine knusprige Panade verzichten kannst, dann passe in den folgenden Videos genau auf. Außerdem entscheidest du was worin paniert wird, was die Variante aus der eigenen Küche im Gegensatz zum nächsten Fastfood-Restaurant vermutlich auch zur gesünderen macht.

Richtig panieren und ausbacken

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Tempurateig selbst herstellen

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Die ideale Temperatur zum Braten

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Kennst du schon alle diese Methoden? Was denkst du, sollte man als Hobbykoch noch drauf haben? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

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