Lisa Schölzel

Redakteurin bei Kitchen Stories

instagram.com/whatscookinglisa/

Ein kleiner Tipp vorweg, der zugegeben ein bisschen weh tut, aber nichts Neues ist: Halte dich nur bedingt an unsere Rezepte. Lese sie durch, nehme sie als Inspiration her, folge der Schritt-für-Schritt-Anleitung bei der ersten Zubereitung. Und dann lass deine Intuition, dein Gefühl, deine Sinne übernehmen. Wie sehen die gedünsteten Zwiebeln aus? Wie riechen die Pilze in deiner Pfanne? Schmeckt die Soße rund oder kann sie noch ein paar Gewürze und ordentlich Salz (dazu später mehr) gebrauchen? Wie fühlt sich das frischgebackene Brot an – wie hört es sich beim Draufklopfen an? Sehen, hören, riechen, schmecken – all das sind Indikatoren, um deinen inneren Wegweiser zu trainieren und genau die Gerichte zu kochen und zu backen, nach denen dich bald schon jeder fragen wird.
Und dann gibt es auch noch kleine Küchenhelfer, die sich über viele Momente hinweg bewährt haben und die bei jedem vermutlich etwas anders aussehen. Sie helfen in der (Koch-)Not, sind immer da, wenn man sie braucht, und machen alltägliche Küchensituationen sehr viel einfacher. Würde man meine Mama nach ihrem Darauf-kann-und-will-ich-nicht-verzichten-Gegenstand in der Küche fragen, sie würde eine bekannte Multifunktions-Küchenmaschine nennen. Fragt man mich (und meine KollegInnen), dann kommt diese Sammlung dabei heraus:

Tischkompost

Ich bin nicht von der ordentlichsten Sorte, wenn ich in der Küche herumhantiere. Gleichzeitig mag ich Chaos überhaupt nicht. Hier liegen Zwiebelschalen herum, dort drüben die von Rote Bete. Vielleicht habe ich Mehl verschüttet oder das Kerngehäuse von Kürbis liegt noch irgendwo auf einem Brett herum. Irgendwann habe ich mir angewöhnt, einen Tischkompost bereitzustellen. In meinem Fall ist das eine umfunktionierte Müslischale, es darf aber natürlich auch eine schönere Variante sein. Diese hier zum Beispiel. Darin landen dann alle Dinge, die später in den Biomüll gehören. Ich muss also nicht gleich aufräumen, versinke aber auch nicht im Chaos. Bevor ihr euren Kompost in welcher Form auch immer entleert, bitte immer einmal checken, was sich noch weiterverwenden lässt: Die Rinde von Parmesan zum Beispiel verleiht Suppen, Brühen und Saucen Würze. Und Kürbiskerne lassen sich im Ofen zu einem leckeren Snack rösten.

Trau dich ran ans Salz

Früher war mein Motto: Lieber weniger salzen. Nachwürzen, das kann jeder selber am Tisch. Einerseits ist das ziemlich clever und sehr rücksichtsvoll, weil jeder Gast vermutlich einen anderen Geschmack hat und manche ihr Essen mehr und andere weniger würzig mögen. Und andererseits macht es einfach faul. Es wird sich nicht mehr um den genau richtigen Geschmack bemüht, nicht um die perfekte Balance zwischen süß, sauer, salzig und vielleicht sogar bitter. Deswegen: Trau dich. Trau dich gut zu salzen. Trau dich an die intensiven Geschmäcker ran, damit keiner mehr nachwürzen muss. Das sollte das Ziel sein. Und noch zwei Dinge: Eine Prise Salz ist mehr als nur ein Hauch und weniger als ½ Teelöffel und in jede Süßspeise gehört genau eine solche Prise Salz (und in jede salzige Speise mindestens solch eine Prise Zucker).

Gemüsehobel und Reiben

Meine Kollegin Devan schwört auf ihren Gemüsehobel: “Ich nutze ihn für so ziemlich alles, was ich in gleichmäßig dünne Scheiben schneiden möchte: Knoblauch, Kartoffeln, Kohl oder Gurken. Und manchmal helfe ich dann noch mit einem Messer nach, um wirklich feine Streifen zu bekommen, zum Beispiel für Sommerrollen.” Und Ruby, auch aus dem Redaktionsteam, votet für diesen Helfer hier: “Ich liebe messerscharfe Reiben, die alles super fein reiben: Angefangen bei Parmesan über Ingwer bis hin zu Knoblauch (darüber lässt sich streiten, ich weiß).” Wo sie gerade von Knoblauch spricht...

Knoblauchpresse

Wer Knoblauch liebt, der hat auf jeden Fall eine Knoblauchpresse in seiner Besteckschublade. Sie ist schnell, effizient und lässt sich gut verstauen. Das und nicht mehr war sehr lange Zeit meine Knoblauchpresseansicht. Es gibt jedoch geteilte Meinungen zu Knoblauchpressen. Manche sagen, sie macht den Knoblauch bitter, zu kräftig und den Geruch zu beißend. Dieses Lager hackt, schneidet, würfelt die Zehen jedes Mal mit viel Liebe. Auch Anthony Bourdain findet: “Behandelt euren Knoblauch mit Respekt.” Andere lieben ihre Knoblauchpresse, weil sie die Struktur aufbrechen und sich alle Aromen frei entfalten können. Außerdem können sich die kleinen, fast cremigen Knoblauchstückchen gleichmäßig verteilen und so ihren Duft und Geschmack in jede Ecke deines Pizzaöls, deiner Tomatensauce oder deiner Salsa bringen. Zwei Dinge noch: Investiert in eine gute Presse, die ihren metallischen Geschmack nicht abgibt, und reinigt sie nach der Verwendung gut. Der Geschmack von altem Knoblauch hat nämlich in keinem Essen etwas zu suchen.

Finde “dein” Messer

Halte die Augen offen, wenn du das nächste Mal auf einem Wochenmarkt unterwegs bist: Es kann sehr gut sein, dass sich ein lokaler Messerschmied unter die Anbieter gemischt hat, der seine handgeschmiedeten Werkzeuge zur Schau stellt. Geh hin und nimm die Messer in die Hand, eins nach dem anderen. Welches liegt dir am Besten in der Hand? Mit welchem fühlst du dich wohl? Hacke und schneide ein bisschen, um ein Gefühl zu bekommen. Und dann kaufe dir das Messer – oder Hackbeil –, das sich nach dir anfühlt. Du wirst es nicht bereuen. Du wirst es ab jetzt für alles benutzen, was es zu schneiden gibt. Einfach nur aus dem Grund, weil es wie für dich gemacht wurde. 

Vorratskammer-Favoriten

Ich habe mich einmal vor langer Zeit aufgemacht, “meine” Dosentomaten zu finden. Ich habe mich durch das Supermarktangebot getestet und bin nach mehreren geschmacklosen Tomatensaucen und dann dem perfekten Curry fündig geworden: Diesen Cherrytomaten aus der Dose werde ich in Curries, Tomatensaucen und Co. solange treu bleiben... bis mich jemand mit noch cremigeren, aromatischeren Dosentomaten bekannt macht.

Kochstäbchen

Richtig, auch Essstäbchen – genauer gesagt Kochstäbchen, die etwas länger sind, damit man sich nicht am heißen Öl oder Wasser verbrennt – dürfen in dieser Liste absolut nicht fehlen. Unsere Redakteurin Xueci schwört darauf und sie hat mich angesteckt: Kochstäbchen sind wendiger als Kochzangen, keiner wird dir auf die Finger hauen, wenn du mit ihnen am Topf- oder Pfannenboden herumkratzt, du kannst das kleine Stück Zwiebelschale aus deiner Gemüsefpanne herausfischen und nach und nach die kleinen Tofuwürfel auf die ungebratene Seite drehen, ohne eine große Unordnung in der Pfanne zu veranstalten, deinen Toast aus dem Toaster fischen, … Fällt dir noch was ein? Um es auf den Punkt zu bringen: Du musst ein bisschen üben, um zum Meister zu werden, dann aber wirst du sehr viel Spaß haben mit diesem sehr hilfreichen Gegenstand und falls du eine perfektionistische Seite an dir hast: Sie wird sich freuen. 

Trennspray vs. Butter

Unsere Köchin Johanna schwört auf Trennspray. Es verhindert, dass ihre heiß geliebten Kuchen, Brioches und Co. nicht am Backblech oder der Backform kleben bleiben – und lässt umständliches Einfetten mit Butter und Küchenpapier hinfällig werden. Dasselbe Prinzip funktioniert übrigens auch bei einem Grillrost.

Geschirrtücher

Es ist also Zeit für das Abendessen. Mein Tischkompost a.k.a. meine Müslischüssel, die zum Tischkompost umfunktioniert wurde, steht bereit. Die Schürze lasse ich links liegen. Ich schnappe mir mein Lieblingsgeschirrtuch, das alte mit der dickeren Struktur, das alles in sich aufsaugt und meine Finger gut vor Hitze schützt, und werfe es mir über die Schulter oder stecke es mit einem Ende in meine rechte vordere Hosentasche. Es ist jetzt mindestens für die nächste Stunde mein Begleiter: kurz über die Arbeitsfläche wischen, meine Hände von Wasser und, zugegeben, auch von flüssigen Zutaten befreien, mein Topflappen- und Untersetzerersatz. Du solltest auch ein Lieblingsgeschirrtuch haben.

Wasserkocher

Ich hoffe, du nutzt deinen Wasserkocher nicht nur dafür, um Tee zu machen oder deinen Kaffee zu verlängern. Er hilft dir auch, dein Nudelwasser schneller zum Kochen zu bringen. Das Wasser aus dem Wasserkocher lässt sich für deine French Press verwenden, für cremigen Porridge, eine schnelle Gemüsebrühe oder Fertignudelsuppe, wenn es mal schnell gehen soll. Solche Tage soll und darf es schließlich auch geben.

Welche Küchengeräte oder andere Gegenstände sind deine täglichen Begleiter in der Küche? Verrate sie uns in den Kommentaren – wir freuen uns immer über neue Helferlein!

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